Konkurrenzblatt zur Neuen Rechten?

Mit einem „neuen Druckwerk für Metapolitik und Kultur“ unter dem Titel  „Werk Kodex“ will man sich in NPD-Kreisen offenbar einen intellektuellen Touch verpassen.

Donnerstag, 16. November 2017
Horst Freires

Aus der NPD-Ecke wird neuer Lesestoff angekündigt. „Werk Kodex“ soll ein neues Magazin heißen, dessen Start seit Anfang September via Facebook propagiert wird. Als Verantwortlicher für das Projekt taucht „Baldur Landogart“ auf, der sich öffentlich gern im Janker zeigt.

Tobias Schulz (Jahrgang 1983) und NPD? Das dürfte vielen nichts sagen, tritt dieser doch seit vielen Jahren im Zusammenhang mit der Partei nur unter dem Künstlernamen Baldur Landogart auf. Er bezeichnet sich als Diplom-Designer und ist seit November 2015 Mitglied im Bundesvorstand der Nationaldemokraten. Sein Zuständigkeitsbereich: Öffentlichkeitsarbeit. Auf seiner Homepage findet sich in seinem Portfolio auch das Angebot für Vorträge, darunter einer mit dem Titel: „Biologisch korrekt statt politisch korrekt. Argumente für Ethnopluralisten“.

Vertraute Namen aus der rechtsextremen Szene

Nach der großspurigen Ankündigung werden Neugierige mit der Veröffentlichung von „Werk Kodex“ auf „voraussichtlich im Dezember, spätestens jedoch im Januar 2018“ vertröstet. Die Erscheinungsweise soll eigenen Angaben zufolge zunächst „halb- und später vierteljährlich“ sein, der Umfang über 100 Seiten betragen. Die Werbetrommel wird gerührt für das „neue Druckwerk für Metapolitik und Kultur“. Offenbar sieht man in Teilen der NPD die Notwendigkeit, sich in Konkurrenz zu neurechten Strömungen wie etwa der „Identitären Bewegung“ einen intellektuellen Touch zu verpassen. Dabei ist es erst einige Monate her, dass seitens der NPD die Publikation „Gegenlicht“ als Nachfolger von „Hier & Jetzt"“ vorgestellt wurde, (bnr.de berichtete) von der allerdings bis heute auch noch keine Folgenummer erschien.

Als Autoren und Interviewpartner für die „Werk Kodex“-Premierenausgabe werden in der rechtsextremen Szene vertraute Namen benannt, darunter bekannte NPD-Vertreter wie Udo Voigt, Sascha Roßmüller, Ricarda Riefling, Arne Schimmer und Jürgen Gansel. Ebenfalls aufgelistet sind: Björn Clemens („Gesellschaft für freie Publizistik“), „Thügida“-Kopf David Köckert, der braune  Liedermacher Frank Rennicke, Frank Krämer von der Rechtsrock-Band „Stahlgewitter“, der seit vielen Jahren als Kolumnist in einschlägigen Medien und Blogs tätige Michael Winkler sowie Karl Richter von der „Bürgerinitiative Ausländerstopp“ aus München, die allgemein als NPD-Tarnliste bewertet wird.

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