von Elmar Vieregge
   

KÖGIDA-Marsch mit Hooligans und Mohammed-Karikatur

Am 5. Januar hatten mehrere tausend Gegendemonstranten einen ersten Aufmarschversuch der PEGIDA-Kopie „Köln gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (KöGIDA) verhindert. Obwohl die Islamfeinde mehr als 500 Anhänger mobilisiert hatten, kam es zu einem internen Streit, der zur Trennung von Original und Kopie führte. Trotzdem konnte die radikaler ausgerichtete Kopie am 14. Januar einen eigenen Marsch in der Kölner Innenstadt durchsetzen.

Tausende Demonstranten blockieren die Kögida-Aufmarsch, Foto: Surfguard, Lizenz: BY-NC-SA

Aus KöGIDA wird KöGIDA

Der vorausgegangene Konflikt hatte sich an Melanie Dittmer entzündet, der Veranstaltungsleiterin vom 5. Januar. Sie war durch ein damals rigides Auftreten, ihre Vergangenheit in der Neonazi-Szene und ihre aktuelle Rolle als PRO Köln-Funktionärin zu einer Belastung für die sich nach eigener Aussage um eine Distanz zum organisierten Rechtsextremismus bemühende PEGIDA NRW geworden. Die Vereinigung veröffentlichte deshalb am 10. Januar eine Presseerklärung, in der sie bekannt gab, dass die in den rheinischen Großstädten von KöGIDA, BoGIDA sowie DüGIDA durchgeführten Demonstrationen keine PEGIDA-Veranstaltungen sind. Gleichzeitig distanzierte sie sich von Pro NRW. Daraufhin wurden die Bezeichnungen der rheinischen Initiativen geändert. So tritt KöGIDA seitdem als „Köln gegen Islamisierung und den Asylmissbrauch“ auf. Dittmer setze ihre Aktivitäten zunächst in Düsseldorf fort, wo sie am 12. Januar mit etwa 400 Gesinnungsgenossen demonstrierte und weitere Veranstaltungen im wöchentlichen Turnus ankündigte.

Hooligans und Mohammed

Während damit in der Landeshauptstadt der Montag als zukünftiger Agitationstag gewählt wurde, war es in Köln der Mittwoch. Dort versammelten sich am 14. Januar 150-200 KöGIDA-Anhänger auf dem von starken Polizeikräften abgesperrten Vorplatz des Hauptbahnhofs. Ihnen standen etwa 3.500 Personen unmittelbar gegenüber, die die vom Bahnhof wegführende Hauptverkehrsstraße blockierten. Zudem begingen mehrere hundert Meter entfernt etwa 3.000 weitere Personen eine Protestveranstaltung. Den Teilnehmern der KöGIDA-Demonstration ermöglichte die gerichtlich dazu verpflichtete Polizei durch die konsequente Absperrung einer parallel zum blockierten Verkehrsweg verlaufenden Straße einen halbstündigen Marsch. Er führte vom Bahnhof in Richtung Westen und auf dem gleichen Weg zurück. Dabei traten einerseits die meisten Marschierer optisch unauffällig auf und führten lediglich unverfängliche Deutschlandfahnen mit. Andererseits befanden sich im Aufzug diverse Angehörige der Vereinigung „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa), die sich mit einer aggressiven Körpersprache gegenüber den Gegendemonstranten präsentierten. Die Demonstration endete mit einer kurzen Abschlussveranstaltung auf dem Bahnhofsplatz, während zur Provokation die bekannte dänische Mohammed-Karikatur gezeigt wurde.

Weiter geht’s …

Wenngleich sich damit das Geschehen auf eine stark abgeriegelte Kurzdemonstration beschränkte, zeigte es mehrere Aspekte auf, die die weiteren …GIDA-Aktivitäten in Nordrhein-Westfalen betreffen. So hat Melanie Dittmer den PEGIDA-Gegnern durch ihren Lebenslauf in der rechtsextremistischen Szene den Gefallen erwiesen, die Außendarstellung der Vereinigung gewissermaßen kontaminiert zu haben. Für ihre Gesinnungsgenossen entfällt nach der Trennung die Notwendigkeit einer taktisch bedingten Mäßigung. Dabei birgt das nun offen zutage getretene Engagement der HoGeSa, die sich auf ihrer Internetpräsenz als Schutztruppe gegen Antifa-Angriffe darstellten, eine Eskalationsgefahr bei einem möglichen Aufeinandertreffen mit Gegendemonstranten, insbesondere Antifa-Gruppen. Allerdings deutet das Auftreten von nur 400 Personen in Düsseldorf und lediglich 150-200 Personen in Köln ein nach der Trennung deutlich verringertes Mobilisierungspotenzial an. Sofern aber die angekündigten Veranstaltungen tatsächlich im wöchentlichen Turnus durchgeführt werden, könnte es einerseits zu einer Überbeanspruchung dieses Potenzials führen. Andererseits würde dies auch zu erheblichen Belastungen für die Polizei führen und die Gegendemonstranten vor die Herausforderung stellen, regelmäßig Menschenmengen in einer blockadefähigen Größe aufzubieten.

Kommentare(15)

Björn Montag, 19.Januar 2015, 11:31 Uhr:
"...und die Gegendemonstranten vor die Herausforderung stellen, regelmäßig Menschenmengen in einer blockadefähigen Größe aufzubieten."

Oder die Pegida-Feinde akzeptieren, dass auch Andersdenkende die gleichen Grundrechte haben wie sie selbst. Versammlungen sind grundgesetzlich geschützt. Jeder kann friedlich dagegen protestieren. Wer aber versucht das Grundgesetz durch Blockaden aushebeln zu lassen, zeigt seine verfassungsfeindliche Fratze. Da ist es umso interessanter, dass bei den linksextremen Aufmärschen auch immer wieder Steigbügelhalter der Blockparteien mitmischen. Gegen diese Aushöhlung der Demokratie ist es wichtig Gesicht zu zeigen und auf die Straße zu gehen. Daher passt der Slogan "Wir sind das Volk" schon sehr gut. Zwar ist die BRD nicht mit der DDR gleichzusetzen, aber den Anfängen der Aushöhlung unserer Demokratie muss man schon im Ansatz entgegentreten.
 
Robo.Term Montag, 19.Januar 2015, 12:46 Uhr:
@Björn
"(...) aber den Anfängen der Aushöhlung unserer Demokratie muss man schon im Ansatz entgegentreten."

bizarre äußerung. "pegida"-feinde als demokratiefeinde zu bezeichnen, die eine "aushöhlung" der demokratie bedeuten, kann man nur noch als komplett irre einstufen.
 
Roichi Montag, 19.Januar 2015, 12:58 Uhr:
@ Björn

Wie wäre es eigentlich mal, wenn du höchstrichterliche Urteile akzeptierst, ebenso wie die Grundrechte der Gegendemonstranten?
Würde dir eine Wiederholung deiner Lügen ersparen.
Denn friedliche Blockaden sind immernoch rechtens. Egal, wie oft du das Gegenteil behauptest.

"Gegen diese Aushöhlung der Demokratie ist es wichtig Gesicht zu zeigen und auf die Straße zu gehen. Daher passt der Slogan "Wir sind das Volk" schon sehr gut"

Ah. Biegst du dir wieder eine Ausrede zurecht, damit die Ideologie stimmt.

"aber den Anfängen der Aushöhlung unserer Demokratie muss man schon im Ansatz entgegentreten. "

Und genau deswegen sind wesentlich mehr Gegendemonstranten auf der Straße als Kamerraden und demonstrieren gegen euch.
Damit eben nicht die Demokratie von euch ausgehöhlt wird, die Grundrechte abgeschafft und ein völkischer Staat errichtet.
Deine Ideologie steht dir da nur im Weg.
 
Zipfelmütz Montag, 19.Januar 2015, 13:02 Uhr:
Immer wieder witzig wenn Björn von Demokratie, Grundrechte und Verfassung palavert....
 
Erich Mühsam Montag, 19.Januar 2015, 15:07 Uhr:
@björn

Von mir aus schreien sie so oft "Wir sind das Volk" wie sie wollen, dann aber bitte mit dem Vermerk "Wir sind das Volk - aber ohne Herrn Mühsam" und alle die sich hier noch anschließen möchten.

Dem völkischen Deutschtum die Maske von der Fratze reißen ist Gebot der Stunde. Mit Blockaden, direkten Aktionen und am besten mit der Konfrontation ihrer eigenen Nemesis.
Zudem betone ich hier gerne wieder, dass ohne die Arbeiteskräfte die so bereitwillig ihr Land verließen um den Deutschen den wirtschaftlichen Wiederaufbau zu ermöglichen, biodeutscher sind, als die Idioten der PEGIDA oder ähnlichen Derivaten, denn sie tragen diesen Staat, im Gegensatz zu björn und seinen Kameraden, die lediglich Hass reproduzieren und mit ausgestrecketem rechten Arm das Wasserlassen nicht verhindern können (okay, der Erwachsenenwindel verhelfen sie zu einer akzeptablen
Reputation ausserhalb ihrer Zielgruppe)

"Oder die Pegida-Feinde akzeptieren, dass auch Andersdenkende die gleichen Grundrechte haben wie sie selbst"

Ahja, die biodeutschen und ihre nationale-logik. Merken sies selbst, oder muss ich ihnen ihre eigenen Aussagen um die Ohren hauen. Wie ist eigentlich so die Diskrepanz zwischen Atmen und Denken?
 
@ Roichi Montag, 19.Januar 2015, 19:20 Uhr:
Wie wäre es wenn du höchstrichterliche Urteile akzeptierst?
http://www.zvr-online.com/index.php?id=240
 
Irmela Mensah-Schramm Montag, 19.Januar 2015, 20:31 Uhr:
Björn, was weißt Du denn schon von "Demokratie", die Ihr ja ohnehin bekämpfen wollt. Dazu mißbraucht Ihr am laufenden Band jene demokratischen Grundrechte wie Meinungs-und Versammlungsfreiheit für Eure gmadenlos menschenverachtende Ideologie.
Dagegen helfen z.B. eben die Blockaden der Zivilgesellschaft, um Euch die Grenzen zu zeigen!

Zudem sind Deine Kommentare einfach erbärmlich........
 
Ein Nienhagener Dienstag, 20.Januar 2015, 10:47 Uhr:
@@Roichi
"Wie wäre es wenn du höchstrichterliche Urteile akzeptierst?"
VG-Entscheidungen sind aber nicht höchstrichterlich, sondern deuuutlich unter dem, was man als höchstrichterlich bezeichnen könnte.

Sie wissen schon: VG, OVG, BVerwG, BverfG. Nur da, wo ein "B" vornan steht, ist in dem Sinne von Bedeutung.

Aber wem erzähle ich das. Der nationale Widerstand kennt sich doch im System, welches er überwinden möchte, bestens aus.
 
Roichi Dienstag, 20.Januar 2015, 12:15 Uhr:
@@

Ein Verwaltungsgericht ist keine höchste Instanz, ganz im Gegenteil.
Lesen hilft zunächst.
Und wo wir gerade dabei sind:
http://de.wikipedia.org/wiki/Brokdorf-Beschluss
http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv069315.html
Damit du auch weist, was das Bundesverfassungsgericht ist:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht
 
Dumbo Dienstag, 20.Januar 2015, 13:38 Uhr:
Interessant, jetzt will die Pegida also schon die "Demokratie" abschaffen?

Das Gegenteil ist eher der Fall, die Pegida-Teilnehmer wollen endlich DIE DEMOKRATIE (=Volksherrschaft...nicht zu verwechseln mit der dato herrschenden Plutokratie resp. repräsentativen Demokratie!) in Deutschland installieren. Dass das notorische Antidemokraten nicht verstehen, leuchtet ein.
 
Erich Mühsam Dienstag, 20.Januar 2015, 16:22 Uhr:
@dumbo

Und wieder falsch. Demokratie bedeutet nicht "Volksherrschaft" sondern die "Herrschaft des Staatsvolks" damit sind alle Bürger eines Staates gemeint - nicht nur die "Arier". "Volksherrschaft" wäre die Laokratie. Da die paar Spinner von Pegida und Konsorten allerdings weder das Volk repräsentieren, noch das wollen (siehe die Teilnahme an mehreren Befragungnen) und den Staat permanent angreifen und ihn für überkommen halten, kommt die Forderung nach DER DEMOKRATIE, lieber dumbo, doch eher einem feuchten Traum gleich, denn er Realität.
Was sie anstreben und wollen ist die Olchokratie, bei der es um die Durchsetzung der individuellen Intressen Aller geht.
Setzen sechs ... aber was erwarte ich von jemandem der sich alles so zurecht drückt, dass er glaubt sein Dünnschiß wäre ein festes Fundament, Kenntnisse in Alt-Griechisch.
 
Björn Dienstag, 20.Januar 2015, 18:52 Uhr:
Liebe Genossen,

da hab ich wohl ins Schwarze getroffen, wenn man eure hysterischen und hasserfüllten Kommentare so liest. Danke für diese Genugtuung;-)
 
Roichi Dienstag, 20.Januar 2015, 20:52 Uhr:
@ Björn

Getroffen hast du dich nur mal wieder selbst.
Entblößt in der Unfähigkeit seit Jahren einfachste Zusammenhänge zu begreifen.
 
JayBee Mittwoch, 21.Januar 2015, 09:09 Uhr:
@ Dumbo

"Das Gegenteil ist eher der Fall, die Pegida-Teilnehmer wollen endlich DIE DEMOKRATIE (=Volksherrschaft...nicht zu verwechseln mit der dato herrschenden Plutokratie resp. repräsentativen Demokratie!) in Deutschland installieren."

Dumbo, noch ein Nachtrag: Falls Du auf Volksentscheide als Zeichen der Volksherrschaft hinauswillst: In Sachsen gab es 2001 einen Volksentscheid, also die von Dir hier geforderte direkte Beteiligung der Bürger. Weißt Du, wie hoch die Wahlbeteiligung war? Knapp 26%. Damit lag die Wahlbeteiligung nur halb so hoch , bzw. weniger als halb so hoch wie bei den letzten 3 Landtagswahlen. Bei einem Bürgerentscheid in Dresden 2012 lag die Wahlbeteiligung bei gut 37%, also auch weniger als bei den Landtagswahlen. 2008 gab es einen Bürgerentscheid in Leipzig. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 36%. Was willst Du eigentlich? Was will Pegida eigentlich, wenn von direkter Demokratie geredet wird?
 
Erich Mühsam Mittwoch, 21.Januar 2015, 13:35 Uhr:
@björn

und wieder haben sie nix inhaltliches zum beitragen ...

"Liebe Genossen,
da hab ich wohl ins Schwarze getroffen, wenn man eure hysterischen und hasserfüllten Kommentare so liest. Danke für diese Genugtuung;-) "

Soso, eine Genugtuung ist es für sie wenn sie rumpöbeln und nichts inhaltliches beitragen können, sich aber dafür in ihrer Kuhle suhlend ihren dumm-deutschen Ideologien folgend, anderen Menschen ihre Rechte absprechen und das im Namen einer vermeindlich christlichen Bewegung. Bekennen sie sich erstmal zu den christlichen Werten, die sie ja gegen die "Islamisierung des Abendlandes" bemühen. Sollten sie selbiges tun, wird ihnen, naja, ihnen nicht, aber zumindest klar denkenden Menschen, auffallen, das diese Werte nicht mit den Forderungen einer PEGIDA zu vereinbaren sind, oder sonstigen blind-hassenden Islamkritikern da draussen.
Tun sie uns doch den Gefallen und nehmen sich für dieses Jahr einmal vor den Darwin-Award zu gewinnen - so im Stile ihrer Föhrers.
 

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