Keine illegalen Ziele? Bewährungsstrafe für Nordkreuz-Administrator
Nach rund sechs Monaten U-Haft verließ Marko G. am Donnerstag das Gericht, begleitet von zahlreichen Anhängern.
„Zu Herrn G. sage ich Tschüß, zu allen anderen Auf Wiedersehen“, wenige Sekunden, nachdem der Richter des Landgerichts Schwerin am Donnerstag die Sitzung geschlossen hatte, war von der Besucherempore frenetischer Applaus zu vernehmen. Rund ein Dutzend Freunde des ehemaligen SEK-Mannes, darunter auch einige Nordkreuz-Anhänger, waren vor Ort und empfingen G., der nach rund sechs Monaten U-Haft den Gerichtssaal als freier Mann verlassen konnte.

Munition für Behörden gedacht
Verurteilt wurde der 49-Jährige wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz in Tateinheit mit Verstoß gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz und unsachgemäßer Aufbewahrung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Damit endet vorerst die juristische Aufarbeitung, die laut dem Richter einen „erheblichen Umfang“ aufwies und allein die Akten drei Umzugskartons gefüllt hätten. Auch das Geständnis des bei Schwerin wohnhaften Mannes hätten dazu geführt, dass der erst Ende November begonnene Prozess deutlich abgekürzt wurde und rund zwei Dutzend möglicher Zeugen nicht mehr geladen wurden.Ein Großteil der insgesamt fünf Prozesstage wurde mit der Auflistung und Einordnung der Waffen und Munition des angeblich unpolitischen Waffennarrs verbracht. So war auch eine funktionsfähige Uzi samt Schalldämpfer im Besitz von G., die unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fällt. Bei Razzien 2017 und 2019 wurden insgesamt rund 55.000 Schuss Munition in dessen Wohnhaus, einem Bungalow, im Auto und einer Papiertonne gefunden, vieles davon wurde offen gelagert. Bestimmt war ein Teil der Munition auch für Behörden, darunter in etwa die Bereitschaftspolizei Bayern, das Justizministerium und LKA Thüringen, das Innenministerium Schleswig-Holstein und Brandenburg oder die Polizeiverwaltung Sachsens.Der Richter hat im Grund alles zu Gunsten des Angeklagten Marko G. ausgelegt. Auch dass er sich nach einer 1. Durchsuchung wieder illegale Munition besorgt hat, sah er positiv, da es „nur“ noch 200 und nicht mehr 1000de Schuss waren: „Das ging schon in die richtige Richtung.“
— Dirk Laabs (@DirkLaabs) December 19, 2019