von Oliver Cruzcampo
   

Kein Thor Steinar im Olympiastadion – Hertha BSC aktualisiert Stadionordnung

Thor Steinar-Träger müssen ab sofort draußen bleiben: Der Bundesligaverein Hertha BSC hat seine Stadionordnung angepasst und untersagt Fans, die Kleidung der umstrittenen Marke tragen, das Betreten des Olympiastadions. Der Verein will sich so von Besuchern mit „rechtsextremem Gedankengut“ distanzieren.

Schild von einer Anti-Thor-Steinar-Veranstaltung

Angepasst wurde die Stadionordnung des Erstliga-Vereins bereits vor rund zwei Wochen. In der Pressemitteilung heißt es, dass der §6 der Stadionordnung „Verbote“ aktualisiert sein wurde. Darin distanziere sich Hertha BSC „noch detaillierter von den Besuchern, die versuchen, rechtsextremes Gedankengut in das Olympiastadion Berlin zu tragen.“

Im ersten Absatz des nun überarbeiteten Paragraphen (PDF) heißt es:

Wenn nicht anders vom Stadionbetreiber (Osta BG) oder Veranstalter autorisiert, wird allen Personen, die das Gelände betreten, untersagt, folgende Gegenstände auf das Gelände zu bringen oder einen der folgenden Gegenstände mitzuführen: a. rassistisches, fremdenfeindliches, rechtsradikales, nationalsozialistisches oder politisches Propagandamaterial: entsprechendes gilt für Kleidung, die Schriftzüge oder Symbole mit rassistischer, fremdenfeindlicher, gewaltverherrlichender, diskriminierender sowie rechts- und/oder linksradikaler Tendenz. Hertha BSC setzt ein deutliches Zeichen gegen Rechts. Insbesondere wird Zuschauern, die Kleidung der Firma „Thor Steinar“ tragen, der Zugang zum Olympiastadion verwehrt.

 

Damit wurde die alte Stadionordnung aus der Saison 2011/12 konkret um die bei Neonazis beliebte Marke ergänzt. Wie die „taz“ berichtet, sei dieser Absatz in der alten Version nicht enthalten gewesen. Kritisiert wird jedoch auch, dass offenbar grundsätzlich politische Inhalte unerwünscht seien. So ist nicht nur von „politischem Propagandamaterial“ allgemein die Rede, auch „Schriftzüge oder Symbole mit [...] rechts- und/oder linksradikaler Tendenz“ seien untersagt. Dem von der Amadeu-Antonio-Stiftung initiierten Portal „Fußball gegen Nazis“ entstehe dadurch ein negativer Beigeschmack. Es könne der Eindruck entstehen, dass Politik im Olympiastadion generell unerwünscht sei – dies sei der Website zufolge das falsche Signal im Kampf gegen Neonazis.

Mit der Anpassung der Stadionordnung reagiert der Verein offenbar auf das in den vergangenen Monaten wieder vermehrt zutage tretende Agitieren rechtsextremer Fans in Fußballarenen. Zuletzt hatte bereits Borussia Dortmund insgesamt acht Personen, die einer verbotenen rechtsextremen Vereinigung angehören, mit Stadionverboten belegt. Auch der Vfl Wolfsburg hatte im vergangenen Jahr das Tragen von Thor Steinar-Produkten untersagt – insofern diese „als politisches Erkennungsmerkmal“ dienten.

Kommentare(20)

Der Ronny Dienstag, 26.November 2013, 10:07 Uhr:
Da lachte die westliche Demokratie über die DDR, als das Verbot zum tragen der Jeanshose in Schulen beschlossen wurde. Und nun? Jetzt ist es Thor Steinar und Co. Das System ist also nicht viel besser, was die Kleiderordnung betrifft.
 
Roichi Dienstag, 26.November 2013, 11:18 Uhr:
@ Ronny

Na, auch noch nicht verstanden, wo der Unterschied ist?
Dir kann geholfen werden.

http://www.endstation-rechts.de/news/kategorie/kleidung-1/artikel/thor-steinar-eine-bekleidungsmarke-zwischen-sportlicher-strassenmode-und-rechtsextremistischer.html
 
Ein Nienhagener Dienstag, 26.November 2013, 11:24 Uhr:
Warum nur hat man nur immer so gewaltige Probleme damit, staatliches Handeln vom privatrechtlichen Handeln zu separieren?

Oder liegt es daran, dass man mit äußerster Verzweiflung darum bemüht ist, den Opfermythos aufrecht zu erhalten? Auch wenn er noch so dämlich propagiert wird?
 
münchhausen Dienstag, 26.November 2013, 18:22 Uhr:
@Nienhager:

ja, gell? Fällt mir auch immer wieder auf.
Es ist das gleiche Missverständnis und Ignoranz über die Verfasstheit der Grundrechte, die dazu führt, dass Facebooklöschungen als 'Zensur' und Kritik an Freiwild als 'Meinungsdidaktur' verschrien werden.

Die Reaktionen beweisen immer wieder, dass menschenfeindliches Gedankengut sehr wohl ein Produkt mangelnder Bildung sind.
Oder zumindest: ein Produkt mangelnder Bereitschaft sind, sich mit gesellschaftlichen Strukturen statt mit Feindbildern auseinanderzusetzen.
 
Björn Dienstag, 26.November 2013, 18:27 Uhr:
Da braucht man sich wohl keine Gedanken zu machen. Im Ostseestadion soll Thor Steinar ja auch verboten sein, trotzdem sieht man dort gefühlt jeden zweiten mit TS-Klamotten rumlaufen. Und auch mich hat noch nie jemand angesprochen, obwohl ich schon seit Jahren TS-Jacken im Ostseestadion trage. Offensichtlich hat man kein Problem damit sich symbolisch an der Hexenjagd gegen Rechts zu beteiligen, an konkretem Kampf gegen Kleidermarken hat man aber offensichtlich doch kein Interesse. Das lässt hoffen.

Besonders interessant finde ich dagegen, wie sich die Linken über das Verbot von linksradikaler Symbolik aufregen. Man möchte gerne verhindern, dass andere ihre Meinungen äußern dürfen, selbst hingegen möchte man natürlich seine linksradikale Meinung ins Stadion tragen.
 
Roichi Dienstag, 26.November 2013, 21:33 Uhr:
@ Björn

Danke für den Tip.
Die Verantwortlichen von Hansa Rostock werden sich bestimmt darum kümmern, dass die Stadionordnung durchgesetzt wird.
Da sind solche Hinweise immer hilfreich.
 
Chewie Dienstag, 26.November 2013, 22:29 Uhr:
Na, Björn,

mal wieder außer Stande, etwas anders as diese abgedroschene und gähnend langweiligen Hexenjagd-Parole anzubringen, die vom inhaltlichen ablenken soll und auf dieser Basis Täter-Opfer-Umkehr vermitteln soll, indem sie jedes Faktum als Irrationalen Akt gegen selbsterklärte, weinerliche Opfer verklärt? Darüber wurde mit dir doch schon so oft diskutiert. Genauso wie über das völlig inhaltbefreite Prinzip, rechts und links in einen Sack zu stecken, um eine Art verblödeten Sportsgeist bei Idioten zu wecken, die dämlich genug sind zu glauben, es handele sich dabei einfach nur um einen Streit um persönliche Belange zweier Seiten.
Man muss Dir jedesmal dasselbe erzählen, und jedesmal versuchst du, durch einstudierte Manöver lediglich abzulenken und auszuweichen. Jedesmal. Und sobald dein Schwachsinn widerlegt ist und niemand mehr auf deine fandenscheinigen Ablenkungen eingehen mag, hältst du einfach mal für ein paar Tage oder Wochen den Rand, um dann irgendwann wieder bei Null anfangen zu können, wenn die entsprechenden Themen im Archiv verschwunden sind.
Dir geht es hier nicht um Diskussion, von Argumentation mal ganz zu schweigen. Dir geht es nur um Agitation. Und die ist nur deswegen möglich, weil E-R es Dir gestattet, jedesmal denselben, bereits1000-fach entkräfteten Scheißdreck zu verbreiten und zu erwarten, dass andere Leute diesen Dreck wegwichen, den sie Dich auf ihren Boden scheißen lassen.
 
Chewie Dienstag, 26.November 2013, 22:54 Uhr:
@ E-R:

Ich habe wirklich keine Lust mehr, mir hier jeden Tag anzuschauen, wie ein paar vernünftige Leute sich immer und immer wieder gegen immer dieselben Agitationsversuche von Rechts stämmen müssen und gezwungen sind, jedesmal aufs Neue immer demselben Schwachsinn dieselben Argumente entgegen zu halten, um solchen Idoten nicht das Feld zu überlassen, die schließlich nichts anderes tun müssen als immer denselben Stuss zu faseln, der schon tausendfach widerlegt wurde.
Ich habe wirklich nichts dagegen, wenn ihr glaubt, ihr müsstet Rechten eine solche Plattform bieten. Eure Sache. Aber dann tragt auch gefälligst selbst die Verantwortung dafür. Ich bin keine Laborratte, die ihr durch ein immer gleiches, langweiliges Labyrinth wandern lassen könnt. Wenn man Diskussion will, dann sollte man nicht nur diskutieren lassen, sondern aktiv daran teilnhemen. Aber ihr schafft noch nicht einmal eine Moderation im Sinne eines Ausschlusses vom Themen, die längst passé sind. Stattdessen geriert ihr Euch als so erhaben, dass ihr einfach nur beobachtet und die Mäuse tanzen lasst. Ich erinnere nochmal: IHR habt den Anspruch, diesen idiotischen Blödsinn hier zu veröffentlich. Das ist EURE Entscheidung. Das mag auf Brodkorbs Mist geachsen sein, aber der hat wenigstens noch teilgenommen.
Wenn ihr Euch aber zu fein seid, die Konsequenzen zu tragen, dann bin ich mir das auch. Mal sehen, was aus Eurem Ansatz wird, wenn andere beginnen, das auch so zu sehen. Das könnt ihr euch dann selbst anheften.
 
münchhausen Mittwoch, 27.November 2013, 01:22 Uhr:
"Besonders interessant finde ich dagegen, wie sich die Linken über das Verbot von linksradikaler Symbolik aufregen."

3 Fragen dazu:

1. Meinen Sie mit Verbot Regelungen im Rahmen des Hausrechts?

2. Oder ein Verbot im Rahmen des StGB zur Verbreitung und Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen?

3. Und vor allem: Über das Verbot welcher konkreter "linksradikaler Symbole" haben sich welche "Linke" (tm) bei welcher Gelegenheit aufgeregt?
 
Inge meisel Mittwoch, 27.November 2013, 08:24 Uhr:
Alles wieder ganz toll, wenn die Leute keine TS-Klamotten mehr tragen hat sich gleich Ihre politische Einstellung geändert. Wie blöd ist das denn zu glauben das sich irgendetwas ändert weil man Klamotten verbietet. Ist aber viel einfacher zu verbieten, als sich mit Problemen auseinander zu setzen.
 
Ein Nienhagener Mittwoch, 27.November 2013, 08:57 Uhr:
Uns Björn. Fischt mal wieder im Trüben.

Im Ostseestadion ist also TS verboten, was aber keinen stört. So so.

Wenn der liebe Björn endlich mal mit Fakten hantiert und sich die Stadionordnung ansieht, so würde er feststellen müssen, dass darin an nicht einer einzigen Stelle TS genannt wird.

Die Stadionordnung finden Sie übrigens hier:
http://www.dkb-arena-rostock.de/index.php?id=28

Wenn Sie z.B. mit Ihrer Jacke mit 88-Aufdruck im Stadion aufschlagen dann "können" (die Bedeutung des Konjunktiv könnten Sie ja auch mal nachschlagen) Sie von der Veranstaltung ausgeschlossen werden.

Fällt Ihnen im Gegenzug dazu der Imperativ (Hinweis "wird...untersagt") in der Stadionordnung von HBSC auf?

Nein?

Macht nix.
Grammatik und Semantik waren ja schließlich noch nie die Stärke des nationalen Widerstandes, wenn es der Ideologie und der Opferei abträglich wäre.
 
neutraler Zaungast Mittwoch, 27.November 2013, 11:20 Uhr:
"BSC hat seine Stadionordnung angepasst und untersagt Fans, die Kleidung der umstrittenen Marke tragen, das Betreten des Olympiastadions. Der Verein will sich so von Besuchern mit „rechtsextremem Gedankengut“ distanzieren"

Und was kommt als nächstes?
Schilder mit der Aufschrift: "Deutsche müssen draussen bleiben!" oder
"Für Nichtlinksgrüne verboten?" Oder "demokratische" Umerziehungslager für alle die nicht die Mainstreammeinung vertreten? Zwangshaarverpflanzung für durch Haarausfall geschädigte Glatzenträger?
Süß, wie die Gutmenschen in den Fußstapfen der Zeit von 33-45 wandern.
Da bekamen viele Menschen auch den roten , grünen, rosa Winkel oder einen Stern. Das muss Euch irgendwie fasziniert haben, denn Ihr habt die Methodik 1:1 vorbildlich übernommen. Euer Liebling-Faszinosum wabert ja auch täglich über alle Kanäle- "Hitlers Hund"; "Hitlers Frauen"; "Hitlers Helfer"; "Hitlers Butler";"Hitlers Küchenschaben; und und und. Das kann bei Dauergenuss schon bleibende Schäden hinterlassen. Für mich stehen die neuen Nazis jedenfalls nicht rechts!
Schämt Euch! "Da wendet sich der Gast mit Grausen!"
 
General Mittwoch, 27.November 2013, 13:28 Uhr:
Bekleidung zu verbieten, weil mutmaßliche Gesinnungen damit verbunden werden, ist lächerlich.
@Inge meisel
"Ist aber viel einfacher zu verbieten, als sich mit Problemen auseinanderzusetzen."
Deshalb wurde und wird es ja offensichtlich gemacht.
P.S. Verbote haben mich noch nie beeindruckt, die Gedanken sind frei,
 
Roichi Mittwoch, 27.November 2013, 14:30 Uhr:
@ inge

Ein Verbot per Hausordnung kann nicht die Einstellung der Träger ändern. Es zeigt ihnen aber, dass sie dort damit nicht erwünscht sind.
Und es zeigt anderen Menschen, was der Verein davon hält.
Insofern hat es eine Vorbildwirkung und befördert die Aufklärung.
 
Redaktion Mittwoch, 27.November 2013, 15:22 Uhr:
@Chewie

Wir würden Dich gerne persönlich kontaktieren. Vielleicht kannst du uns eine kurze Nachricht mit einer Adresse schreiben, wir melden uns dann per Email.

Die Redaktion
 
münchhausen Mittwoch, 27.November 2013, 19:36 Uhr:
"Süß, wie die Gutmenschen in den Fußstapfen der Zeit von 33-45 wandern.
Da bekamen viele Menschen auch den roten , grünen, rosa Winkel oder einen Stern. Das muss Euch irgendwie fasziniert haben, denn Ihr habt die Methodik 1:1 vorbildlich übernommen."

Soweit ich weiß, wird niemand staatlich dazu gezwungen Thor Steinar zu tragen. Jeder TS-Träger tut das aus aus eigenem Willen. Der Judenstern war allerdings eine staatliche Zwangsverordnung, der sich niemand freiwillig unterzogen hat. Ich kann da beim besten Willen keine Parallele erkennen. Die "Gutmenschen"(tm) wollen ja nicht jedem Nazi ein für jeden Menschen erkennbares Warnschild aufdrücken. Eigentlich ganz im Gegenteil: "Gutmenschen" wollen, dass eben solche politischen Symbole NICHT im öffentlichen Raum getragen werden.

"Methodik 1:1 vorbildlich übernommen"

Ich wüsste gerne die 1:1 Übertragung unserer Gegenwart zu folgender NS-Methodik:

1. Marodierende SA-Horden, die politische Gegner verprügeln, während die Poliziemacht wegschaut
2. Geheime Staatspolizei mit geheimdienstlicher Infrastruktur
3. Systematische Folter
4. Staatlich orchestrierte Pogrome
5. Staatlich organisierter Massenmord
6. Aushebelung der Gewaltenteilung
7. Verbot aller Parteien
8. Organisationszwang in NS-Verbänden
9. Arbeits-, Konzentrations- und Vernichtungslager
10. Systematische Verfolgung aufgrund von Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung
11. Gleichschaltung der Länder und Verbände
12. Gleichschaltung der Presse
13. Enteignungen
 
Roichi Mittwoch, 27.November 2013, 21:23 Uhr:
@ Zaungast, von "neutral" kann keine Rede sein.

Noch so einer, der nicht in der Lage ist zu verstehen, was getan wurde, und worum es überhaupt geht.
Da müssen dann die wohlbekannten Parolen aushelfen.

Also finde doch zuerst einmal heraus, wer hier was auf welcher Grundlage getan hat.
Danach kannst du dich mal mit der Zeit deiner geistigen Vorfahren befassen und die gleichen Fragen nochmal beantworten.
Wenn du das getan hast, wirst du wesentliche Untershciede feststellen, die allerdings in deinen Parolen mit Absicht nicht vorkommen.
Wäre ja auch blöd, wenn man sich einmal an Fakten halten müsste.

"Für mich stehen die neuen Nazis jedenfalls nicht rechts!"

Sondern Links von dir? Das wäre jetzt nicht wirklich überraschend?

@ generälchen

Und wieder hast du nichts beizutragen.
Geh zu Mupinfo. Da wollen noch nichtmal die Kamerraden dein Gesabbel hören.
 
Askin Samstag, 30.November 2013, 21:13 Uhr:
Man verbietet also eine Arabische Marke aber wenn jemand die Burka verbieten will schreit man Rassist?
 
münchhausen Montag, 02.Dezember 2013, 18:50 Uhr:
@askin:

was genau verstehen Sie am Unterschied zwischen

a) "Fußballstadion" und "Öffentlichkeit"
b) "BekleidungsMARKE" und "KleidungsSTÜCK"

nicht?
 
Roichi Montag, 02.Dezember 2013, 22:14 Uhr:
@ askin

Hast du etwa auch den Knall nicht gehört?
Oder willst du generälchen toppen?
 

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