von Oliver Cruzcampo
   

Kein Hering für Neonazis – Gericht untersagt „Politischen Aschermittwoch“ der NPD

Einen Monat vor der Landtagswahl im Saarland wollte der hiesige NPD-Landesverband um den Spitzenkandidaten Frank Franz zu einer Aschermittwochs-Veranstaltung laden – auch Bundesvize Udo Pastörs war angekündigt. Nun hat ein Gericht die Nutzung der Halle untersagt.

In der Kulturhalle Wehrden im saarländischen Völklingen hatte die NPD zum „Politischen Aschermittwoch“ geladen. Großspurig als Redner angekündigt waren für die Veranstaltung am kommenden Mittwoch der saarländische NPD-Spitzenkandidat Frank Franz und Udo Pastörs, Fraktionsvorsitzender und Bundesvize der rechtsextremen Partei. 

Doch nach aktuellem Stand wird sich Pastörs den weiten Weg von Mecklenburg-Vorpommern bis ins Saarland sparen können. Am gestrigen Mittwoch verbot das Verwaltungsgericht des Saarlandes die Nutzung der Halle. „Die Kulturhalle Völklingen-Wehrden stehe am 22.02.2012 wegen Wartungsarbeiten und mangels verfügbaren sachkundigen Personals der Stadt für eine öffentliche Nutzung nicht zur Verfügung“, heißt es in einer Pressemitteilung des Gerichts. Auch die Überlassung des Dorfgemeinschaftshauses in Völklingen-Geislautern sei nicht möglich, da dieses durch eine andere – vorher angemeldete – Veranstaltung belegt ist.

Die Stadt hatte die Nutzung untersagt, dagegen wehrte sich die NPD jedoch und wollte dies per einstweiliger Anordnung durchsetzen. Gegen den Beschluss kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht eingelegt werden. Bis zum jetzigen Zeitpunkt sei bei dem zuständigen Gericht jedoch keine Nachricht der NPD eingegangen, bestätigte eine Sprecherin gegenüber ENDSTATION RECHTS.

Ohnehin weist nicht mehr allzu viel auf den NPD-Event hin. Auf der Website des Landesverbandes wird der NPD-Aschermittwoch nicht mehr beworben. Lediglich auf einer verwahrlosten Facebook-Seite wird noch darauf hingewiesen. Der Eintritt sei kostenlos, für zwei Euro wäre man bei dem traditionellen Heringsessen mit dabei. Die Nachfrage eines Interessenten: „Gibt es auch was anderes wie Fisch?“ konnte nicht mit Sicherheit beantwortet werden.

Warum die NPD nur wenige Wochen vor der Landtagswahl so gleichgültig für eine Veranstaltung mit potentiell Hunderten Besuchern mobilisiert ist unklar. Möglicherweise hat man den rechtsextremen Aschermittwoch bereits abgeschrieben.

Vor zwei Jahren waren noch 250 Besucher zum „Politischen Aschermittwoch“ der NPD nach Saarbrücken gekommen. Auch damals war Udo Pastörs als Redner vor Ort – die seinerzeitige Hetzrede des 59-Jährigen führte jedoch zu einer Verurteilung wegen Volksverhetzung, die mittlerweile rechtskräftig ist. Auf der Veranstaltung hatte der Fraktionsvorsitzende von einem „Finanzgebäude dieser Judenrepublik“ und im Zusammenhang mit türkischstämmigen Personen von „Samenkanonen“ gesprochen.

Gänzlich müssen die rechtsextremen Narren jedoch nicht auf ihre Unterhaltung verzichten. Im niederbayerischen Deggendorf wird kommenden Mittwoch der NPD-Vorsitzende Holger Apfel auftreten. Jedoch muss man dort 12 Euro für den Eintritt berappen und wird sich ausgiebig mit Apfels neuer Anti-Euro-Strategie berieseln lassen müssen.


Foto: HatM, Lizenz: CC

Kommentare(16)

Schwab Donnerstag, 16.Februar 2012, 16:56 Uhr:
Da fühlt sich der Gutmensch gleich besser, wenn er Andersdenkende als "Untermenschen" behandeln kann. Aus der Geschichte die richtigen Lehren gezogen?
 
Amtsträger Donnerstag, 16.Februar 2012, 18:20 Uhr:
Eigentlich wird er behandelt wie jeder andere Bürger auch. Nach Recht und Gesetz!

Das passt Ihnen irgendwie immer nur dann, wenn das eigene Lager vor Gericht gewinnt. Komisch?
 
WW Donnerstag, 16.Februar 2012, 19:48 Uhr:
Schwab, haben Sie auch etwas zum Thema? Irgendetwas?
 
Björn Donnerstag, 16.Februar 2012, 20:15 Uhr:
"Großspurig als Redner angekündigt waren für die Veranstaltung am kommenden Mittwoch der saarländische NPD-Spitzenkandidat Frank Franz und Udo Pastörs, Fraktionsvorsitzender und Bundesvize der rechtsextremen Partei."

Da fragt man sich was an dieser Ankündigung großspurig sein soll. Als wenn es so unwahrscheinlich ist Herrn Pastörs und Herrn Franz bei einer NPD-Veramstaltung als Redner zu gewinnen. Naja, Hauptsache die Partei mal wieder mit etwas Negativem wie "Großspurigkeit" assoziiert. Ist ja mal was ganz Neues bei euch. ;-)

Was für ein Zufall, dass gerade an dem Wochenende, wo die Veranstaltung stattfinden soll an der Halle gebaut wird. So wie fast immer zufällig kein Personal zur Verfügung steht, eine andere Veranstaltung auf wundersame Weise im Terminkalender auftaucht oder plötzliche technische Schwierigkeiten Probleme bereiten, wenn die NPD einen Saal mieten möchte. Glück muss der "Demokrat" haben. Wieso machen sich die Verantwortlichen dermaßen lächerlich? Denken die tatsächlich diese dreisten Lügen nimmt denen jemand ab? Warum geniert man sich so zuzugeben, dass man die Rechte der NPD nicht akzeptiert? Warum zeigt man nicht Gesicht und gibt zu, dass diese "Gründe" allesamt vorgeschoben sind um die Rechte der NPD zu beschneiden? Warum steht ihr nicht zu euren demokratiefeindlichen Vorurteilen und eurer totalitären Ideologie? Nicht, dass ihr noch irgendeine Art von Glaubwürdigkeit verlieren könntet. Aber das ihr euch mit solchem umherlavieren und rumgedruchse auch noch dermaßen peinlich macht muss doch nun wirklich nicht sein, oder? Ihr merkt schon, ich will nur euer Bestes. ;-)
 
Roichi Donnerstag, 16.Februar 2012, 21:37 Uhr:
@ Björn

"Warum steht ihr nicht zu euren demokratiefeindlichen Vorurteilen und eurer totalitären Ideologie?"

Das ist doch dein Part.
Damit haben die Demokraten nichts ma Hut.

"Ihr merkt schon, ich will nur euer Bestes"

Du bekommst weder das, noch mein Geld.
 
Kabal Donnerstag, 16.Februar 2012, 23:00 Uhr:
Lieber Björn,

Dass unerwünschte NPD-Veranstaltungen mit fadenscheinigen Begründungen verhindert werden, geschenkt. Das sehe ich genauso kritisch wie Sie.

Was ich jedoch für wesentlich interessanter halte und Sie - und nicht nur Sie - fragen möchte: Wie stehen Sie denn zu den Auslassungen des Herrn Pastörs, betreffs "Judenrepublik", "Krummnasen" und "USrael"? (siehe Video)

NPD-Freunde hier auf ER geben ja gern den Ethno-Pluralisten: Wir sind nicht gegen andere Völker, sondern für den Respekt vor allen Nationen, den Erhalt aller Völker (natürlich auch des eigenen) etc. pp. Wie geht das aber mit dieser - nun wirklich nicht mehr zu leugnenden - Hetze des Herrn Pastörs zusammen? Ist der "freundliche Nationalismus" am Ende doch nur Gerede? Oder versuchen Sie krampfhaft in der NPD etwas zu sehen, das sie am Ende gar nicht ist?
 
Storchenei Donnerstag, 16.Februar 2012, 23:46 Uhr:
Während an der Keksfront nocht gekämpft wird, hat der Antifaschismus an der Heringsfront also bereits gesiegt und damit erneut ganz groß den Anfängen gewehrt. Die Welt ist gerettet, aber für wie lange?
 
Amtsträger Freitag, 17.Februar 2012, 08:25 Uhr:
Der Hallenbetreiber nimmt also seine Rechte war. Das kann und darf er. So wie jede andere Person oder Körperschaft.

So ist es eben in einer wehrhaften Demokratie, wenn man als Verfassungsfeind auftritt!
 
Karl_Murx Freitag, 17.Februar 2012, 20:13 Uhr:
@Kabal:
"Was ich jedoch für wesentlich interessanter halte und Sie - und nicht nur Sie - fragen möchte: Wie stehen Sie denn zu den Auslassungen des Herrn Pastörs, betreffs "Judenrepublik", "Krummnasen" und "USrael"? (siehe Video)"

Die Meinung von Björn dazu würde mich ebenfalls interessieren. Generell würde mich mal interessieren, was er für ein Verhältnis zur NS-Zeit hat bzw. wie er zu den Vorwürfen steht, die NPD wäre eine Nazipartei? Das will ich aber von ihm selbst hören, denn ein demokratisches, unveräußerliches Prinzip ist es, gehört zu werden, seinen Standpunkt darlegen zu dürfen ohne Angst vor Repression und Strafe und sich gegen entsprechende Vorwürfe verteidigen zu können. Es kennzeichnet totalitäre Systeme, daß den Leuten dieses Recht verwehrt wird.

Was allerdings Dinge wie "muselmanische Bedrohung" bzw. USrael angeht, so ist die Bedrohung durch den politische Islam und die Masseneinwanderung aus islamischen Ländern schon lange ein Thema, was in der gesamten Bevölkerung diskutiert wird, und den Term "USrael" findet man inzwischen mindestens ebenso häufig bei der Linken. Auch Antizionismus und Antisemitismus sind bei der Linken nicht selten anzutreffen. Ich behaupte zwar nicht, daß so etwas Gotteslästerung ist und die Liebe zu Isreal Staatsräson zu sein hat, weil man die Liebe und die Treue zu bestimmten Dingen und Ethnien nicht befehlen kann und der Staat Israel eine demokratische Regierung hat, deren Politik man genauso kritisieren kann wie jede andere. Wenn man diese Äußerungen aber bei den Rechten unter Strafe stellt, dann sollte man das bei den Linken genauso tun, oder aber man sollte es unter die Kategorie Meinungsfreiheit einordnen. Die Gleichbehandlung jedenfalls hat für den Rechtsstaat im Vordergrund zu stehen.
 
Christian Samstag, 18.Februar 2012, 11:04 Uhr:
12 Euro Eintritt, für was ? Um sich anzuhören wie der neue Nazichef den neuen Weg bekannt gibt. Mein lieber Mann ganz schön teuer. Aber man merkt bei den Nazis schon, dass Geld für Sie immer wichtiger wird.
 
Roichi Samstag, 18.Februar 2012, 12:25 Uhr:
@ Karl

Den ersten Teil kann man ja noch als interessant ansehen, wenn man die bisherigen Äußerungen Björns unberücksichtigt lässt.

Der zweite Teil ist nur mal wieder das Übliche gegen Linke und Muslime Gelaber. Leider.
 
Björn Samstag, 18.Februar 2012, 16:31 Uhr:
@Kabal

Endlich mal ein antirechter Kommentar mit tiefgründigen Fragen, der komplett auf Hetze verzichtet. Wenn wir alle auf diese Art diskutieren würden, da schließe ich mich ein, dann würde das Klima auf ER bedeutend angenehmer sein.

Zu ihren Fragen.

Ich fand die Rede von Herrn Pastörs nicht gut. Er hat zwar eine vernünftige politische Meinung und verfolgt die richtigen Ziele auf die richtige Art und Weise, nur leider redet er sich manchmal in Rage und schießt dann über das Ziel hinaus. Wie bei dieser Rede. Es hätte natürlich gereicht sachlich auf die demografischen Probleme usw. aufmerksam zu machen. Er ist aber manchmal sehr impulsiv und aufbrausend und dann überspitzt er seine Kritik schonmal und wird verallgemeinernd. Wenn man sich allerdings ruhig mit ihm unterhält oder auch mehr als nur diese eine Rede von ihm kennt, dann weiß man, das auch Herr Pastörs nichts pauschal gegen Ausländer hat oder gegen Juden usw. Herr Pastörs gehört zwar eher zum radikalen Flügel der Partei, er respektiert dennoch auch alle anderen Völker und weiß bei Migranten durchaus zu differenzieren.

Das Problem ist natürlich, dass man als Nicht-rechter im Normalfall nur Reden hört, die es in die Öffentlichkeit geschafft haben. Und in die Öffentlichkeit schaffen es natürlich nur Reden, mit denen die Medien die NPD schlecht aussehen lassen kann. Die 99% der anderen, normalen Reden hört man dagegen im Normalfall nicht, weil sich damit nicht gegen "Rechts" kämpfen läßt. Dafür müßte man dann schon aktiv die Seiten der NPD besuchen und sich dort die normalen Reden ansehen. Die allermeisten tun das aber nicht.

@Karl_Murx

"Generell würde mich mal interessieren, was er für ein Verhältnis zur NS-Zeit hat bzw. wie er zu den Vorwürfen steht, die NPD wäre eine Nazipartei?"

Ich habe ein differenziertes Verhältnis zur NS-Zeit. Ich schließe mich nicht der verallgeminerden Dämonisierung der Deutschen zur Zeit des NS an, die Deutsche, die nicht jüdischen Glaubens waren oder wenigstens Widerstandskämpfer, pauschal als Täter hinzustellen versucht. Auch eine NSDAP-Mitgliedschaft reicht mir für eine moralische Verurteilung nicht aus. Genausowenig sehe ich ein warum man nun keine Volksgemeinschaft fordern darf nur weil die Gesellschaft in der NS-Zeit von der Führung auch so genannt wurde. Das es keine Volksgemeinschaft war, sollte wohl allen klar sein.

Aber ich scheue mich auch nicht die Verbrechen die zu der Zeit auch von Deutschen begangen wurden scharf zu verurteilen. Das heißt für mich aber nicht, dass Verbrechen gegen Deutsche dadurch aufeinmal gerechtfertigt oder gar richtig waren. Im Gegenteil.

Alles in allem hat die NS-Zeit für mich aber kaum Einfluß auf mein politisches Denken und Handeln. Ich wende mich gegen Imperialismus, den es im NS ja auch gab, und ich will eine Demokratie, in der das Volk mehr Entcheidungsmöglichkeiten hat als nur alle vier oder fünf Jahre zur Wahlurne zu gehen. Außerdem gelten für mich die Menschenrechte universell. Alles Dinge, die nicht mit dem historischen NS vereinbar sind. Im übrigen kenne ich auch keinen, der wirklich den historischen NS zurück haben will, so wie er war. Und ich kenne einige, die sich als "Nationale Sozialisten" bezeichnen. Ansonsten hat die NS-Zeit, wie gesagt, nur eine untergeordnete Bedeutung für mich. Sie ist halt ein Teil unserer Geschichte. Gegen die Problemen im Hier und Jetzt und für eine bessere Zukunft müssen neue Konzepte her aber auch alte Werte weiter gelebt werden. Ich finde eine Mischung aus bewährtem Alten und hoffnungsvollem Neuen ist der richtige Weg.

Die NPD ist natürlich keine Nazipartei. Allerdings ist sie, je nach Bundesland, mal radikaler und mal weniger radikal. Leider zieht die NPD auf Grund ihrer derzeitigen sozialen Randständigkeit auch wirklich sozial Randständige an, die sich dann in personenschwachen Verbänden austoben. Aber ich bin guter Hoffnung, dass mit dem neuen Parteivorsitzenden diese Leute merklich weniger werden. Ansonsten hat die NPD demokratische Ziele und geht den Weg der Demokratie. Nicht alle Forderungen finde ich zu 100% richtig aber inhaltlich sehe ich mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede mit meinen politischen Vorstellungen. Wenn der "bürgerliche" Flügel weiterhin an Einfluß in der Partei gewinnt wird die NPD auch im Westen aus der Randständigkeit herauskommen und die vielen Patrioten und Nationalisten, denen in der Partei noch zu viele Idioten sind, werden dann hoffentlich bald nicht mehr gegen, sondern mit der Partei arbeiten. Schaun wir mal.
 
Roichi Sonntag, 19.Februar 2012, 14:14 Uhr:
@ Björn

"nur leider redet er sich manchmal in Rage und schießt dann über das Ziel hinaus. Wie bei dieser Rede. Es hätte natürlich gereicht sachlich auf die demografischen Probleme usw. aufmerksam zu machen. Er ist aber manchmal sehr impulsiv und aufbrausend und dann überspitzt er seine Kritik schonmal und wird verallgemeinernd. "

Da unterschätzt du Pastörs.
Das war kein Zufall und auch nicht im Affekt gesprochen. Das war eiskalt kalkuliert.
Der Typ ist ja nicht doof, der weiß, was er tut. Und er hält solch eine Rede nicht aus dem Stehgreif.

"Und in die Öffentlichkeit schaffen es natürlich nur Reden, mit denen die Medien die NPD schlecht aussehen lassen kann."

Ah. Das böse Medienkartell etc.
Langweilig.
Wenn Pastörs es nur mit solchen Reden in die Medien schafft, könnte das wohl daran liegen, dass seine sonstigen Reden einfach zu unbedeutend sind.

"Aber ich scheue mich auch nicht die Verbrechen die zu der Zeit auch von Deutschen begangen wurden scharf zu verurteilen. "

Und deren Täter dann als Helden zu feiern.
Verurteilung sieht anders aus.

"Alles in allem hat die NS-Zeit für mich aber kaum Einfluß auf mein politisches Denken und Handeln."

Deshalb kommst du so oft auf dieses Thema. Na denn.

"Außerdem gelten für mich die Menschenrechte universell."

Außer für Ausländer, Kinderschänder, Linke etc. Soviel zu universell.
Schämst du dich nicht für diese Lüge.

"Die NPD ist natürlich keine Nazipartei."

Sie besteht nur großteils aus solchen.

"Ansonsten hat die NPD demokratische Ziele und geht den Weg der Demokratie."

Offiziell zumindest. Aber das kann man auch im Programm nachlesen.
Die Taten sprechen dann wieder eine andere Sprache.
 
Karl_Murx Sonntag, 19.Februar 2012, 14:32 Uhr:
@Björn:
"Auch eine NSDAP-Mitgliedschaft reicht mir für eine moralische Verurteilung nicht aus."


Da hätte man bei ca. 10 Mio NSDAP-Mitgliedern während der NS-Zeit ja auch viel zu tun gehabt. Ebenso wie mit den 2 Mio SED-Mitgliedern nach 1989.

Richtig ist, daß selbstverständlich diese NSDAP-Mitglieder nicht alle Täter gewesen sein können, ebenso wie die in der SED. Genau genommen war das immer nur ein kleiner Teil, meistens die Funktionäre, wo man aber ebenfalls abstufen müßte nach dem Stand in der Hierarchie bzw. dem Grad der Verstrickung. Also eine differenzierte Betrachtungsweise, auf die jeder Mensch einen Anspruch hat, der nicht in einer totalitäten Diktatur lebt. Denn Kollektivschuld und -verantwortung gibt es nicht, sondern Schuld ist immer individuell und konkret.


"Genausowenig sehe ich ein warum man nun keine Volksgemeinschaft fordern darf nur weil die Gesellschaft in der NS-Zeit von der Führung auch so genannt wurde. Das es keine Volksgemeinschaft war, sollte wohl allen klar sein."

Ob das nun anders gemeint ist und wie es in der NS-Zeit konkret war: Dieser Begriff hat in den Ohren der gesamten Bevölkerung, nicht nur der Linken, eine negative Konnotation erhalten, die nun einmal da ist. Wohlgemerkt: Ich bin absolut ein Gegner dieses politisch-korrekten, jakobinischen Bilderstürmertums, das am liebsten Deutsch verbieten würde, nur weil es Adolf Hitler und die NSDAP auch benutzt haben. Daher auch diese unsäglichen "Autobahn"-Diskussionen um Eva Hermann und viele andere Personen des öffentlichen Lebens, die schärfstens abzulehnen sind. Aber bei bestimmten Dingen kommt man bei der Benutzung solcher Begriffe nicht daran vorbei, daß sie bei der Bewertung durch die Bevölkerung, und das allein zählt, einen negativen Klang haben.


"Aber ich scheue mich auch nicht die Verbrechen die zu der Zeit auch von Deutschen begangen wurden scharf zu verurteilen. Das heißt für mich aber nicht, dass Verbrechen gegen Deutsche dadurch aufeinmal gerechtfertigt oder gar richtig waren. Im Gegenteil."

Ich bin der Meinung, daß man Verbrechen nicht gegeneinander aufrechnen soll, und schon gar keine Einteilung der Opfer in solche 1., also beklagenswerter, und 2. und damit weniger oder gar nicht beklagenswerter Kategorie vornehmen soll. Absurderweise macht genau das die von außen herangekarrte Antifa und die von diesen Leuten aufgewiegelte hiesige Achse des Guten, wenn sie den Dresdnern das Recht bestreitet, um ihre Opfer zu trauern und sich als ein Opfer eines alliierten Kriegsverbrechens zu fühlen, weil vom NS-Regime britische Städte und holländische Städte bombardiert wurden.

Aufrechnen soll man also nicht, dafür aber vergleichen. Das will mir die Antifa allerdings auch verbieten. Aber bei der historischen Beurteilung bestimmter Ereignisse vergleiche ich selbstverständlich und muß vergleichen, weil ich sonst keine Kategorisierung und Einschätzung dieser Dinge erreichen kann. Ohne Vergleiche hätte es in der Geschichte der Menschheit nie einen Erkenntnisfortschritt gegeben. Wer mir also Vergleiche verbieten will oder sie als "unmoralisch" einstuft, hat ganz konkrete Absichten.


"Ansonsten hat die NS-Zeit, wie gesagt, nur eine untergeordnete Bedeutung für mich. Sie ist halt ein Teil unserer Geschichte. Gegen die Problemen im Hier und Jetzt und für eine bessere Zukunft müssen neue Konzepte her aber auch alte Werte weiter gelebt werden. Ich finde eine Mischung aus bewährtem Alten und hoffnungsvollem Neuen ist der richtige Weg."

Ich habe hier im Forum mehrfach gepostet, daß die NS-Zeit für die heute lebende Generation keine Relevanz mehr in der Beziehung hat, daß man aus ihr konkrete politische oder materielle Forderungen an die deutsche Politik und Bevölkerung ableiten kann. Sie ist ein Teil der deutschen Geschichte, sicher ein schrecklicher Teil, aber eben Geschichte, für die die heute lebenden Menschen weder Schuld noch Verantwortung übernehmen können, weil man die Geschichte weder ändern noch beeinflussen kann. Auch habe ich immer wieder gesagt, daß Deutschland eine große europäische Nation ist mit einer vielhundertjährigen Geschichte inklusive allen Höhen und Tiefen, die auf keinen Fall auf die Zeit von 1933-45 verengt werden darf.

Leider haben inzwischen in der offiziellen Geschichtsschreibung die 68er bzw. deren geistigen Nachkommen nach ihrem Langen Marsch durch die Behörden die Deutungshoheit erlangt. Diese geschichtsklitternde a posteriori-Deutung sieht inzwischen die gesamte deutsche Geschichte als einen unheilvollen Weg und interpretiert ihn als einen direkten Weg nach Auschwitz. Der Rassismus und die pauschale Diskriminierung, wie hier ein gesamtes Volk als Tätervolk dargestellt wird und der im Grunde ein Fall für die Justiz wegen Volksverhetzung ist, scheint diesen Leuten gar nicht mehr zu Bewußtsein zu kommen. Auf eine geheimnisvolle Weise soll den Deutschen, also auch mir, die Neigung zu Antisemitismus, Rassismus oder gleich Nazismus in den Genen liegen. Daß man ein solche Volk dann auch am besten abschafft oder zerstört, liegt das als nächstliegender Schluß einer solchen Sichtweise auf der Hand. Allerdings wüßte ich nicht, warum ich mich einzig auf Grund einer solchen selbstzerstörerischen und im Grunde menschenverachtenden Ideologie zerstören lassen soll.

Ich denke, wir müssen, und zwar alle gemeinsam, wieder an die Zeit vor 1933 anknüpfen, als es diesen geschichtlichen Bruch der NS-Zeit, der er ja war, noch nicht gab. Diesen Bruch, aus dem alle Ereignisse abzuleiten sind, die dann zur inneren und äußeren Spaltung des Landes geführt haben, gilt es geistig zu überwinden und an die Zeit von vor 1933, der Weimarer Demokratie, anzuknüpfen. Sicher hat sich das Geschichtsrad inzwischen weitergedreht, und wir leben im Jahr 2012. Aber entweder wir finden zu unseren eigenen historischen und kulturellen Wurzeln zurück, oder es wird uns irgendwann nicht mehr geben, und diese Periode wird nicht friedlich, sondern unter immer schärferen gewaltsamen ethnischen Konflikten ablaufen, die das Land zerreißen könnten.

"Wenn der "bürgerliche" Flügel weiterhin an Einfluß in der Partei gewinnt wird die NPD auch im Westen aus der Randständigkeit herauskommen und die vielen Patrioten und Nationalisten, denen in der Partei noch zu viele Idioten sind, werden dann hoffentlich bald nicht mehr gegen, sondern mit der Partei arbeiten. Schaun wir mal."

Ich halte es für möglich, daß sich die NPD irgendwann einmal als nationalkonservative bis nationalistische Kraft etablieren wird, ähnlich wie das der Front National in Frankreich inzwischen getan hat. In einer normalen bürgerlichen Gesellschaft, und da ist Deutschland keine Ausnahme, gibt es dieses politische Spektrum. Ob das aber die NPD oder eine andere Partei sein wird, bleibt abzuwarten.
 
Roichi Sonntag, 19.Februar 2012, 19:14 Uhr:
@ Karl

"Ich bin absolut ein Gegner dieses politisch-korrekten, jakobinischen Bilderstürmertums, das am liebsten Deutsch verbieten würde, nur weil es Adolf Hitler und die NSDAP auch benutzt haben. "

Du würdest dafür am liebsten ein jakobinisches Regime errichten, in dem die ganzen Linken und Gutmenschen zusammen mit den Muslimen hinausgeworfen werden.

"Absurderweise macht genau das die von außen herangekarrte Antifa und die von diesen Leuten aufgewiegelte hiesige Achse des Guten, wenn sie den Dresdnern das Recht bestreitet, um ihre Opfer zu trauern und sich als ein Opfer eines alliierten Kriegsverbrechens zu fühlen, weil vom NS-Regime britische Städte und holländische Städte bombardiert wurden. "

Du machst das gerade in diesem Satz und echauffierst dich darüber.
Und merkst es noch nicht einmal.

"Ich habe hier im Forum mehrfach gepostet, daß die NS-Zeit für die heute lebende Generation keine Relevanz mehr in der Beziehung hat, daß man aus ihr konkrete politische oder materielle Forderungen an die deutsche Politik und Bevölkerung ableiten kann."

Na und? Was du hier postest interessiert jetzt nicht wirklich die Welt.
So wichtig ist diese Seite nicht.

"Leider haben inzwischen in der offiziellen Geschichtsschreibung die 68er bzw. deren geistigen Nachkommen nach ihrem Langen Marsch durch die Behörden die Deutungshoheit erlangt. Diese geschichtsklitternde a posteriori-Deutung sieht inzwischen die gesamte deutsche Geschichte als einen unheilvollen Weg und interpretiert ihn als einen direkten Weg nach Auschwitz."

Achja, die bösen 68er und diese Linken. Wenn es die nur nicht gäbe, wär die Welt doch schön.
Hast du eigentlich mehr zu bieten, als deinen Hass auf alles, was dir als Links erscheint, oder Moslem ist?

"und der im Grunde ein Fall für die Justiz wegen Volksverhetzung ist"

Stell eine Anzeige.

"Aber entweder wir finden zu unseren eigenen historischen und kulturellen Wurzeln zurück, oder es wird uns irgendwann nicht mehr geben, und diese Periode wird nicht friedlich, sondern unter immer schärferen gewaltsamen ethnischen Konflikten ablaufen, die das Land zerreißen könnten. "

Der Untergang ist nah. Wir werden alle sterben. Irgendwann.
Und dein Szenario ist weder neu, noch bisher eingetreten. Denn dieses wurde schon zu Zeiten der Weimarer Republik aufgestellt.
Eingetreten ist die Katastrophe des Nationalismus. Und diesen befeurst du wieder. Sollte man nicht aus der Geschichte lernen?
 
Björn Sonntag, 19.Februar 2012, 20:11 Uhr:
@Roichi

"Da unterschätzt du Pastörs.
Das war kein Zufall und auch nicht im Affekt gesprochen. Das war eiskalt kalkuliert."

Ja genau. Du kennst Herrn Pastörs ja auch so gut. Schau dir doch das Video an, da sieht man wie seine Rede immer emotionaler wird und er sich in Rage redet, woraufhin er unbedachte, verallgemeinernde Worte wählt.

"Und er hält solch eine Rede nicht aus dem Stehgreif."

Genau das tut er. Oder hast du ihn schonmal eine Rede ablesen sehen?

"Ah. Das böse Medienkartell etc.
Langweilig."

Es entspricht leider der Wahrheit. Zeig mir einen objektiven Bericht über die NPD. Warum bringen die Medien wohl nur Reden, die sie im Kampf gegen Rechts gebracuhen können? Warum bringen sie nie eine der vielen guten und aufklärerischen Reden. Du kennst die Antwort. Und du versuchst die Diskussion darüber zu ersticken indem du jegliche Kritik an den Medien als "Verschwörungstheorie" zu verunglimpfen versuchst. Zeig mir eine objektive Reportage über die NPD.

"Wenn Pastörs es nur mit solchen Reden in die Medien schafft, könnte das wohl daran liegen, dass seine sonstigen Reden einfach zu unbedeutend sind."

Genau. Die sonstigen Reden sind für den Kampf gegen Rechts unbrauchbar. Im Gegenteil. Die würden die Bürger aufklären und wachrütteln. Da wartet man lieber solange bis man mal eine emotionale Rede, bei der man verbal über das Ziel hinausschießt, nutzen kann um den Menschen zu suggerieren das wäre eine typische "rechte" Rede und die normale Meinung der "Rechten".

Das ist der typische Versuch Ausnhamen als Regel hinzustellen. Bei euren einschlägigen Propagandasendungen wird über eine "rechte" Gewalttat berichtet und suggeriert, dass sei ja bei denen ganz normal und alle würden das gut finden, es werden Gewalttaten von besoffenen Bahnhofskins mit der Hetze gege die NPD vermischt um dem Zuschauer zu suggerieren, dass ja lles eine "braune Soße" wäre. Differenzierte Berichterstattung gibt es so gut wie nicht. Einmal habe ich jüngst einen MDR-bericht gesehen, der tatsächlich größtenteils auf billige Hetze und die üblichen Phrasen verzichtete. Das war es in den letzten 20 Jahren auch schon gewesen.

"Und deren Täter dann als Helden zu feiern."

Hä? Hast wieder das falsche Gras geraucht? Ich glorifiziere Verbrecher nicht als Befreier. Im Gegensatz zu dir.

"Deshalb kommst du so oft auf dieses Thema. Na denn."

Wer fängt denn mit diesem Thema immer an? Ich nicht. Ihr könnt doch nicht ohne den historischen NS. Wer keine Argumente hat muss halt mit Hitler und Co "argumentieren". Oder zumindest die Morde des VSU instumentalisieren.

"Außer für Ausländer, Kinderschänder, Linke etc. Soviel zu universell."

Ja, ja. Der Roichi. Wenn die billigen Phrasen nicht mehr reichen dann greift er auch gerne mal zu Lügen. Auch für diese gelten die Menschenrechte. Auch wenn ich es für verständlich halte die Todesstrafe für Kinderschänder zu fordern. Du verstehst nur nicht den Unterschied zwischen dem verständnis für eine Forderung und dem Durchsetzen einer Forderung. Da sprengt mal wieder deinen Intellekt. Na komm, bring mal ein Zitat, wo ich jemandem keine Menschenrechte zubillige.

Im gegensatz zu dir kämpfe ich nicht gegen Menschenreche und grundrechte, wie du es letztes Jahr in Dresden getan hast als du mit linken gewalttätern zusammen, die grundrechte Andersdenkender mit Füßen tratst. Du bist und bleibst ein Heuchler, der mit Lügen, Verunglimpfungen und billigen KGR-Phrasen versucht über seine argumentative Armseligkeit hinwegzutäuschen.

"Sie besteht nur großteils aus solchen."

Du beweist es gleich wieder. Keine Argumente, keine Quellen, keine Ahnung. Nur Hetze, Lügen und Heuchelei. Es lebe der Kampf gegen Rechts und sein treuer Fusssoldat Roichi.

"Die Taten sprechen dann wieder eine andere Sprache."

Belege?
 

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