von Marc Brandstetter
   

Kampfabstimmung um sächsischen NPD-Landesvorsitz?

Am kommenden Wochenende will sich die sächsische NPD einen neuen Landesvorsitzenden geben. Neben dem designierten Holger Szymanski, der selbst in der NPD als „graue Maus“ gilt, scheint der Kopf des „Freien Netzes“ Maik Scheffler im Gespräch. Außerdem sorgt die Terminwahl – der Parteitag findet zeitgleich mit dem Magdeburger „Trauermarsch“ statt – für Verwirrung in der Szene.

Irgendwo im „Großraum Leipzig“. So lautet die offizielle Ortsangabe für den Landesparteitag der sächsischen NPD, der am kommenden Wochenende stattfinden soll. Auf der Tagesordnung steht dabei nicht nur die Wahl der Landesliste für die Bundestagswahl im Herbst dieses Jahres, sondern auch die Neubesetzung des Landesvorsitzenden. Vor wenigen Wochen hatte der amtierende Chef Mario Löffler seinen Rücktritt angekündigt. Wie es heißt, aus „persönlichen Gründen“. Den musikalischen Teil der Veranstaltung wird der Neonazi-Barde Frank Rennicke gestalten.

Doch aus der Partei sei durchgesickert, dass sich der Landtagsabgeordnete Löffler mit seinem Vorgänger, dem sächsischen Fraktionschef Holger Apfel, überworfen habe, berichtete seinerzeit der stets gut informierte Leipziger Blog „gamma“. Ihm missfalle, dass Apfel weiterhin die Zügel in Sachsen fest in der Hand habe. So kontrolliere der Bundesvorsitzende die Kasse des Landesverbandes und habe begonnen, finanzielle Rücklagen für die nächste Landtagswahl 2014 zu bilden, was einige Kreisverbände in die Bredouillie gebracht haben soll.

Als schmerzlichen Verlust werden die wenigsten NPD-Anhänger Löfflers Abgang ansehen. Eigene Akzente setzte der als verhältnismäßig „bürgerlich“ geltende 49-Jährige nämlich nicht. Einige militante Fußtruppen sahen in seiner Wahl die endgültige Manifestation der von ihnen abgelehnten „seriösen Radikalität“, und kehrten der Partei den Rücken.

Als designierter Nachfolger wird mit Holger Szymanski der Leiter des „Parlamentarischen Beratungsdienstes“ der NPD-Fraktion gehandelt. Ob sich die Partei, die von der neurechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ im Dezember als „Versammlung spinnerter Sektierer“ bezeichnet worden war, mit dem ehemaligen Fraktionspressesprecher und stellvertretenden Chefredakteur der hauseigenen Postille Deutsche Stimme so viel besser aufstellen wird, scheint ausgeschlossen. Denn der 39-Jährige übertrifft Löffler sogar in seiner Farblosigkeit. Eines ist aber sicher: Von dem gebürtigen Sachsen wird Apfel kaum Gegenwind erwarten können. Vielmehr scheint offensichtlich, dass der NPD-Bundes-Chef „schwache“ Persönlichkeiten an der Spitze „seines“ Landesverbandes installiert, um die Kontrolle zu behalten.

Auch deshalb werden die Hardliner wohl einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken. Wie „der kürzlich in der Dresdner Fraktion angestellt wurde, dürfte kaum gefallen, dass sein Chef Apfel einen Teil des umworbenen Potentials an diesem Tag im Freistaat bindet. Neuer Zwist scheint vorprogrammiert.

Kommentare(3)

L.B. Donnerstag, 10.Januar 2013, 13:10 Uhr:
Dem Bild nach zu urteilen, nahm ich an, im Artikel ginge es um Yetis.
 
L.B. Donnerstag, 10.Januar 2013, 17:26 Uhr:
Oder ging es doch um Big Foot?

http://cineplex.media.baselineresearch.com/images/301735/301735_large.jpg

*rofl*
 
WW Donnerstag, 10.Januar 2013, 23:42 Uhr:
L.B., sie fühlen sich als Herrenrasse und dieser Begriff beweist schon, dass man sich der Tierwelt näher fühlt als den Menschen.
 

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