KAL-Kader erneut vor Gericht

Aachen – Vor dem Landgericht Aachen beginnt am Montag ein Prozess gegen führende Kader der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) wegen des Angriffs auf eine Demonstration von Nazigegnern und eines Körperverletzungsdeliktes gegen einen Polizisten.

Freitag, 25. November 2011
Redaktion

Das Amtsgericht Aachen hatte Denis U. aus Düren und Joachim G. aus Aachen im Januar verurteilt. Dem schon mehrfach strafrechtlich aufgefallenen U. droht nun wegen des Urteils (bnr.de berichtete) eine längere Haftstrafe. Gegen das Urteil aus erster Instanz hatten die Neonazis jedoch Rechtsmittel eingelegt.

Verhandelt wird jetzt ab dem 28. November also erneut die Teilnahme von U. und G. an einem Angriff von rund 30 bis 40 überwiegend vermummten Neonazis im März 2008 auf eine Demonstration von rund 150 bis 200 Nazigegnern in Aachen. U. und G. wurden deswegen wegen Landfriedensbruch und Verstoß gegen das Versammlungsgesetz verurteilt. G. sollte eine Geldstrafe von 1.350 Euro zahlen.

U. war zudem in dem erstinstanzlichen Verfahren in einem weiteren Fall wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden, weil er 2008 in der Nordeifel einen Polizisten, der ein Volksfest privat mit seiner Lebensgefährtin besuchte, als „Scheiß Bulle“ tituliert und mit einer Bierflasche ohnmächtig geschlagen haben soll. Auch dieser Fall wird ab Montag neu mitverhandelt. Ein Richterspruch wird nach drei Verhandlungstagen am 5. Dezember erwartet.

Bestätigt das Landgericht das Urteil aus erster Instanz, droht U. eine Gesamthaftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten ohne Bewährung. U. war Monate später zudem wegen eines weiteren Körperverletzungsdeliktes gegen einen Nazigegner zu 14 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt worden (bnr.de berichtete). (mik)

 

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