von Oliver Cruzcampo
   

Kader der Identitären zu Geldstrafe verurteilt

Im Nachgang zum G20-Gipfel in Hamburg kam es zu einer Aktion der Identitären vor der Staatskanzlei in Schwerin, bei der ein Autowrack abgestellt wurde. Landeschef Hannes Krünägel musste sich dafür nun vor Gericht verantworten – und wurde zu einer Geldstrafe verurteilt.

Der sogenannte Regionalleiter für M-V, Hannes Krünägel

Vor dem Amtsgericht Schwerin musste sich am Montag Hannes Krünägel verantworten. Gegen einen Strafbefehl hatte der Landesvorsitzende der Identitären Bewegung Mecklenburg-Vorpommern Einspruch eingelegt, somit kam es zur Verhandlung in der Landeshauptstadt.

Die Richterin verurteilte den Rostocker Studenten, der bereits Einträge im Bundeszentralregister aufweist, zu einer Geldstrafe in Höhe von 30 Tagessätzen à 10 Euro wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz. Sie sah es als erwiesen an, dass es sich um eine Versammlung gehandelt habe. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine Höhe von 50 Tagessätzen gefordert, Krünägels Verteidiger hingegen Freispruch. Vertreten wurde der IB-Aktivist vom Osnabrücker Anwalt Eberhard Frohnecke. Kennen dürften sie sich über die Burschenschaft Arkadia-Mittweida zu Osnabrück, zu der beide Verbindungen haben.

Während des Prozesses wurden auch fünf Zeugen gehört, u.a. ein Sicherheitsmann und eine zu dem Zeitpunkt in der Staatskanzlei tätige Person. Diese beschrieben die IB-Aktion, Banner seien entrollt worden, nach rund fünf Minuten seien alle Beteiligten verschwunden. Auf Facebook veröffentlichten die Identitären, wie üblich, Fotos davon, mittlerweile ist jedoch auch die Seite der Gruppierung aus M-V von Facebook gelöscht worden.

Bundeschef als Zeuge vor Gericht

Als weitere Zeugen traten drei weitere Identitäre vor Gericht auf, die an jenem Tag ebenfalls zugegen waren. So wurde u.a. mit Daniel Fiß auch einer der beiden Bundeschefs gehört. Der 25-Jährige gab an, an dem Tag für die Medienarbeit zuständig gewesen zu sein. Es folgte der Rostocker Daniel Sebbin. Der Mann gilt als Reisekader, der bereits an unzähligen Aktionen deutschlandweit beteiligt war und auch Mieter einer Immobilie in Rostock ist, die Identitäre immer wieder für verschiedenste Zwecke nutzen. Als letzter Zeuge trat Volker Zierke auf, ebenfalls umtriebiger IB-Aktivist, der seit Kurzem auch für das rechte Ein Prozent-Netzwerk auftritt.

Aktionen der Identitären Bewegung, die auch immer wieder Sympathien aus Reihen der AfD finden, sind oft eine Gratwanderung bezüglich der Einordnung als Straftat. Dennoch fallen die Rechtsextremen immer wieder genau damit auf, wie eine Kleine Anfrage deutlich macht. Dort werden die IB-Aktivitäten für M-V zusammen mit den polizeilich ermittelten Straftaten aufgelistet.

Das Urteil gegen Krünägel ist nicht rechtskräftig.

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