von Redaktion
   

Justizpanne – Verfahren gegen NPD-Chef Pastörs eingestellt

Eine Gerichtsverhandlung gegen den amtierenden NPD-Vorsitzenden Udo Pastörs hat keine Konsequenzen. Die Staatsanwaltschaft warf dem vorbestraften Parteihardliner einen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz vor. Allerdings war es versäumt worden, beim Landtag von Mecklenburg-Vorpommern die Aufhebung seiner Immunität zu beantragen, weshalb das Verfahren nun platzte. Eine andere Gerichtsverhandlung gegen den NPD-Kommunalpolitiker Nils Matischent wurde derweil verschoben – der Angeklagte hatte sich krank gemeldet.

NPD-Frontmann Udo Pastörs profitiert von einer Justizpanne (Foto: Oliver Cruzcampo)

Peinliches Missgeschick vor dem Amtsgericht Hanau. Ein dort anhängiges Verfahren gegen den Bundesvorsitzenden der rechtsextremistischen NPD, Udo Pastörs, musste kürzlich eingestellt werden. Der Grund: Es sei vergessen worden, beim Landtag von Mecklenburg-Vorpommern einen Antrag auf Aufhebung der Immunität des 61-Jährigen zu stellen. „Das ist schon eine Panne“, räumte Gerichtssprecher Thomas Berner gegenüber der dpa ein.

Als Fraktionsvorsitzender und Mitglied des Parlamentes genießt der vorbestrafte Pastörs besondere Rechte, die ihn vor einer Strafverfolgung schützen.

Die Staatsanwaltschaft hatte den „völkischen Taliban“ (so der NPD-Aussteiger Andreas Molau) wegen eines Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz anklagen wollen. Als Versammlungsleiter soll Pastörs am 1. Mai in Hanau eine unangemeldete Demonstration abgehalten haben. Am gleichen Tag hatte der wegen „qualifizierter Holocaustleugnung“ verurteilte Spitzenkader auch auf einem Parteiaufmarsch in Duisburg gesprochen.

Verfahren gegen NPD-Nachwuchskraft verschoben

Verschoben wurde unterdessen der Prozess gegen den NPD-Kommunalpolitiker Nils Matischent. Der Kreistagsabgeordnete soll in zwei Fällen von einem Werkstoffhof Elektro- und Metallschrott sowie ca. 20 dort befindliche Waschmaschinen entwendet haben. Die Hauptverhandlung gegen den 24-Jährigen vor dem Amtsgericht Güstrow wurde gestern wegen Krankheit des Angeklagten auf den 17. Oktober, 8.00 Uhr verlegt.

Kommentare(6)

Gorm der Alte Dienstag, 12.August 2014, 16:37 Uhr:
" Das ist schon eine Panne " ? ? ?
Das ist Strafvereitelung im Amt durch Unterlassung, ob mit oder ohne Absicht ist doch wohl nur die Frage.

Diese klammheimliche Kumpanei der Justiz aller Bundesländer mit dem rechten Lager ist beängstigend und für das Vertrauen der Bürger in den Recht- Staat auf Sicht eine Katastrophe .
 
Amtsträger Mittwoch, 13.August 2014, 00:12 Uhr:
Strafvereitelung im Amt ist ein Vorsatzdelikt und kann niemals fahrlässig begangen werden...

Diese ständige Dramatisierungen nerven. Egal von welcher Seite sie kommen!
 
Jupp Mittwoch, 13.August 2014, 10:49 Uhr:
...die Rechten sind ja eher der Meinung, dass die Justiz mit den Linken kumpaniert... :) Vielleicht isses ja auch ne Doppelverschwörung?!
 
Schnitzel Mittwoch, 13.August 2014, 11:50 Uhr:
Wat...der Pastör hat eine Versammlung nicht angemeldet. Schlimm...schlimm diese Nazis. Sofort 2 Jahre Zuchthaus.

Fairerweise sollte man auch sagen WARUM diese Demo in Hanau abgehalten wurde und nicht wie ursprünglich vorgesehen in Frankfurt...
 
Bürger Mittwoch, 13.August 2014, 21:24 Uhr:
@ Gorm

"Diese klammheimliche Kumpanei der Justiz aller Bundesländer mit dem rechten Lager ist beängstigend und für das Vertrauen der Bürger in den Recht- Staat auf Sicht eine Katastrophe . "

Ihre Verschwörungstheorien sind wirklich sehr amüsant. ;)
 
MMM Donnerstag, 14.August 2014, 16:11 Uhr:
Wow! So eine unterwanderte Kommentarspalte habe ich ja lange nicht mehr gesehen!
 

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