von Mathias Brodkorb
   

"Junge Freiheit" will "Rheinischen Merkur" übernehmen

Bereits seit mehreren Jahren hat die rechtskonservative Wochenzeitung "Junge Freiheit" (JF) das Ziel ausgegeben, die zweitgrößte deutsche Wochenzeitung, den "Rheinischen Merkur", in der Rangliste abzulösen.

Unverhoffter Weise muss die JF hierzu jedoch nicht einmal die verkaufte Auflage steigern, da der "Rheinische Merkur" nun von selbst aufgibt. "Wegen eines erheblichen Zuschussvolumens der Gesellschafter und der gesunkenen Abonnentenzahl ist der Entschluss gefallen, ein neues Konzept in einer Zusammenarbeit mit der Wochenzeitung 'Die Zeit' zu realisieren", heißt es in einer Pressemitteilung. Spätestens ab dem 1. Januar 2011 soll die "Zeit" demnach eine sechsseitige Beilage für die Abonnenten des "Rheinischen Merkur" beinhalten.

Für den JF-Chefredakteur Dieter Stein ist das allerdings ein"Skandal". Damit würden die Abonennten des "Rheinischen Merkur" einer Zeitung ausgeliefert, die aus "i
hrer Gegnerschaft gegenüber der Kirche selten einen Hehl gemacht hat", so Stein. Nach Angaben der JF hat Stein in einem Brief an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, daher ein Übernahmeangebot für den "Rheinischen Merkur" übermittelt, das aufgrund der selbst hergestellten Öffentlichkeit wohl in erster Linie als PR-Maßnahme in eigener Sache bewertet werden muss.

Kommentare(1)

Apeiron Dienstag, 21.September 2010, 15:29 Uhr:
Sehr drollig,
vor allem, dass die JF auf Ihrer Seite den Wechsel von Günter Zehm zur JF als Grund für die Übernahme des Merkur verkauft. Musste der nicht gehen, nachdem er 1994 im Merkur geschrieben hatte: "Auch die Helden des ›D-Day‹ ... haben sich bei der Ausgestaltung ihres Sieges in den anschließenden Jahrzehnten bekanntlich nicht mit Ruhm bekleckert, haben Millionen von Kriegsgefangenen zu Tode gehungert, Zehntausende von Frauen vergewaltigt, haben schließlich die halbe Welt in ein einziges, über vierzig Jahre lang betriebenes Dauer-KZ verwandelt"? (Die KONKRET ist sonst ja nicht so meine Quelle) Für mich nicht gerade ein publizistisches Ruhmesblatt.
 

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