„Jüdisches Sonderverhältnis zum Geld“

Dresden - Der sächsische NPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Gansel hat einen Text mit dem bezeichnenden Titel „Die Völker in der Geißelhaft des Finanzkapitals“ verfasst.

Sonntag, 11. Oktober 2009
Redaktion

Gansel, ehemals NPD-Bundesvorstandsmitglied, wird vom Verfassungsschutz als „einer der wichtigsten Vordenker“ seiner Partei gewertet. Gansels Text, in dem die Juden als Verursacher der derzeitigen Weltwirtschaftskrise bezeichnet werden, ist auf diversen NPD-Homepages nachzulesen. „Ausgelöst“, so Gansel, „wurde die Kernschmelze auf dem globalen Finanzmarkt durch die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers“, die „von aus Deutschland ausgewanderten Juden gegründet“ worden sei. Gansel weiter: „Auch bei der Zocker-Konkurrenz wähnte man seine goldenen Schäfchen im Trockenen. Alan Greenberg, Aufsichtsrat von Bear Stearns und Lloyd Blankfein, Vorstandsvorsitzender von Goldman Sachs, vertrauten auf ihr jüdisches Sonderverhältnis zum Geld und gaben gegenüber der amerikanischen Öffentlichkeit die Parole ‚alles koscher‘ aus.“ Gansels Text vom 6.Oktober endet folgendermaßen: „Eines ist so sicher wie das Dollar-Zeichen in den Augen der Wall-Street-Mafiosi: Die Krankheitserreger des Finanzkapitalismus sind weiter virulent und können jederzeit erneut ausbrechen, bis das Wirtschaftssystem endgültig dahingerafft wird“. Gansel wurde 1974 im nordrhein-westfälischen Opladen geboren. Zeitweilig gehörte er früher der CDU und der Jungen Union an. (am)

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