von Redaktion
   

JN-Sachsentag lockt über 700 Besucher an

Am vergangenen Samstag veranstalteten die Jungen Nationaldemokraten im vogtländischen Zobes ihren „Sachsentag“, zu welchem neben Auftritten von „Lunikoff Verschwörung“ und „Frontalkraft“ auch Holger Apfel und andere NPD-Prominenz geladen waren.

Nach drei Jahren Auszeit fand am Samstag trotz Hochwasser eines der größten Events der rechtsextremen Szene in diesem Jahr im vogtländischen Zobes statt. Laut Freier Presse sei noch bis zum Samstag versucht worden, das Ereignis zu verbieten. Kurz vorher sei allerdings „festgelegt worden, dass das Treffen, das auf einem Privatgrundstück abgehalten wurde, als geschlossene Veranstaltung stattfinden muss. Daher riegelten Ordner der JN das Dorf ab und entschieden, wen sie zu ihrem sogenannten Sachsentag durchlassen.“

Die 720 Teilnehmer wurden von „Lunikoff Verschwörung“, „Frontalkraft“, „Burn Down“ oder „Sachsenblut“ musikalisch unterhalten. Die NPD schickte ihren Chef Holger Apfel, den Berliner Landesvorsitzenden Sebastian Schmidtke sowie den stellvertretenden sächsischen Landeschef Maik Scheffler ans Rednerpult. Außerdem waren JN-Chef Andy Knape, sein sächsischer Kollege Paul Rzehaczek und Maria Frank von der NPD-Suborganisation Ring Nationaler Frauen (RNF) für politische Parolen verantwortlich. 

Auf die Einnahmen der ausverkauften Veranstaltung wollte man angesichts der Flutkatastrophe offensichtlich nicht verzichten. Stattdessen änderte die JN kurzerhand das Motto der Veranstaltung in „Wer feiert kann auch spenden“, um aus der Misere noch politisches Kapital zu schlagen. 

Die Polizei war mit 75 Beamten vor Ort und gab laut Freier Presse bekannt, dass es zu keinen Zwischenfällen gekommen sei. Der Plauener SPD-Bundestagskandidat Benjamin Zabel und die Jusos protestierten in Zobes gegen die Rechtsextremisten und hängten unter anderem Plakate im Dorf auf. „Das Vogtland hat ein rechtes Problem. Unsere Region wird mehr und mehr zum Treffpunkt gewaltbereiter Neonazis“, so Zabel.

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