JA-Austritte in Niedersachsen

Nach der Wahl eines Rechtsextremen an die Spitze der JA Niedersachsen haben Vorstandsmitglieder ihren Austritt erklärt.

Donnerstag, 06. Juli 2017
Redaktion

Nach der Wahl von Lars Steinke als niedersächsischer Vorsitzender der „Jungen Alternative“ auf dem Landeskongress haben einige hochrangige Funktionäre wie der Bezirksvorsitzende in Lüneburg ihren Austritt aus der Nachwuchsorganisation der AfD erklärt. Mario Olsson erklärt in einem internen Schreiben  Steinke und insbesondere der Bezirk Braunschweig der JA würden gemeinsam mit dem rechtsextremen „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ agieren, zudem hätte ein Braunschweiger Mitglied öffentlich den Hitlergruß gezeigt. Allein 20 Ordnungsmaßnahmen liefen gegen diesen Bezirksverband, zum wiederholten Male seien in der JA-WhatsApp-Gruppe Braunschweig verbotene Symbole gepostet worden. Olsson zufolge sollen auch Aussagen wie „Wir sollten Tierversuche stoppen und Flüchtlinge dafür nehmen“ oder „Wir sollten endlich über eine Endlösung für die Musels in Deutschland nachdenken“ gefallen sein. Olsson verkündet, mit solchen Postings würde der rechtsextreme Rand erreicht, aber nicht die Nichtwähler.

Gemeinsam mit ihm traten nach der Wahl ein Teil des Bezirksvorstands Hannover sowie weitere Mitglieder des Bezirksvorstands Lüneburg aus. Mario Olsson warnt die Parteimitglieder,  durch die Wahl von Steinke werde eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz „unvermeidbar“. Mit Hinblick auf den Landeskongress urteilt er: „Gestern wurde die JA Niedersachsen zum Sammelbecken für politische Autisten und Mitgliedern des rechtsextremen Spektrums“.

Olsson selbst bezeichnete in der Vergangenheit die „Identitäre Bewegung Deutschland“ als „wundervolle Menschen“, einen ehemaligen Mitstreiter als „dicker fetter Troll mit Titten“ oder die Sängerin Conchita Wurst als „Biologischer Müll“. Der staatlich geprüfte Sozialassistent arbeitet nach eigenen Angaben in einem Kindergarten. (ar)

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