Inhaftierte Neonazis kommen frei

Koblenz – Die letzten sieben Angeklagten, die sich im Zusammenhang mit dem Prozess gegen das neonazistische „Aktionsbüro Mittelrhein“ noch in Untersuchungshaft befanden, sollen offenbar heute auf freien Fuß gesetzt werden.

Dienstag, 07. Januar 2014
Redaktion

Dies melden diverse Neonazi-Gruppen per Twitter und Facebook. Die sieben Männer waren zuletzt in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Koblenz inhaftiert. Seit März 2012 saßen sie in U-Haft. Zu den nun Freigelassenen zählen mit Christian Häger, der als Gründer des „Aktionsbüros“ gilt, und Sven Lobeck, einem früheren Mitglied des rheinland-pfälzischen NPD-Landesvorstands und Kreisvorsitzenden der Partei in Koblenz, zwei mutmaßliche Hauptdrahtzieher der Neonazi-Gruppierung. Die JVA verlassen kann auch der Düsseldorfer Neonazi Sven Skoda. Er fungiert als „Spitzenkandidat“ von Christian Worchs Partei „Die Rechte“ für die Europawahl im Mai. (bnr.de berichtete)

Im Verfahren vor dem Landgericht Koblenz waren ursprünglich 26 Neonazis angeklagt. Ihnen wurde unter anderem die Bildung beziehungsweise Unterstützung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Gegen vier Angeklagte sprach das Gericht im November die ersten Urteile. Die Männer hatten im Verfahren Geständnisse abgelegt und versichert, mit der rechtsextremen Szene nichts mehr zu tun zu haben. Zwei von ihnen wurden zu Bewährungsstrafen von 21 und 18 Monaten verurteilt. Wegen Sachbeschädigung und Landfriedensbruchs schuldig gesprochen wurden zudem ein 20-jähriger und ein zwei Jahre älterer Angeklagter. Jugendstrafen verhängte das Gericht in diesen Fällen aber – bei einer zweijährigen Bewährungszeit – zunächst nicht. (bnr.de berichtete) Das Verfahren gegen die 22 anderen Angeklagten soll voraussichtlich Ende Januar fortgesetzt werden. (ts)

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