von Marc Brandstetter
   

In bester SA-Tradition: NPD-Landeschef Schmidtke plant Bürgerwehr

In Berlin-Hellersdorf hebt die NPD die Auseinandersetzung um eine Asylberwerberunterkunft auf eine neue Eskalationsstufe. Der Chef der Rechtsextremisten in der Bundeshauptstadt, Sebastian Schmidtke, fordert die Bildung einer „Antigewalt-Bürgerwehr“, um den Kiez von „Linken, Gewalt und Asylanten zu befreien“.

Sebastian Schmidtke – der Berliner NPD-Landesvorsitzende galt Spiegel Online erst vor wenigen Tagen als „Unablässig befeuert er den Protest fremdenfeindlicher Anwohner.

Nun hat Schmidkte offenbar beschlossen, die Eskalationsschraube des Konfliktes weiter anzuziehen. Auf der Webseite seines Landesverbandes sucht er Mitstreiterinnen und Mitstreiter zur Bildung einer „Antigewalt-Bürgerwehr Marzahn-Hellersdorf“. Als Grund nennt er die seit dem 19. August in der Nähe der Asylbewerberunterkunft kampierenden „Linksextremisten“. Seitdem würden im Kiez zahlreiche Straftaten verübt, Überfälle seien an der Tagesordnung.

Der Politik wirft der NPD-Landeschef vor, die Vorkommnisse unter den Teppich kehren zu wollen. Die Polizei würde sich zurückhalten, sie habe womöglich Anweisung von oben, orakelt der Neonazi, gegen den selbst zahlreiche Ermittlungen, u. a. wegen Volksverhetzung, liefen und laufen. Deshalb soll eine braune Bürgerwehr in bester SA-Tradition für Sicherheit und Ordnung im Bezirk sorgen. Linke Straftäter sollten von den „Hilfspolizisten“ unter „antikriminellen Druck“ gesetzt werden – was immer das auch heißen mag. Hellersdorf, so Schmidtke weiter, solle befreit werden. Und zwar von „Linken, Gewalt und Asylanten“. Nach Informationen des Leitfaden zum Umgang mit Asylanten“, den der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern kürzlich veröffentlichte. Darin hetzt derselbe Michael Andrejewski gegen eine „regelrechte Asylantenflut“, der bereits vor 20 Jahren zum „Widerstand gegen die Ausländerflut“ aufgerufenen hatte. Das Ergebnis ist bekannt: Der Pogrom von Rostock-Lichtenhagen. 

Kommentare(2)

Irmela Mensah-Schramm Mittwoch, 04.September 2013, 15:18 Uhr:
Tja, wer selbst kriminell und straffällig geworden ist wie Sebastian Schmidke, muss es wissen, das die Menschen vor solchen Typen geschützt werden müssen.
Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.
Offensichtlich hegt er gute Kontakte zur Polizei.......
 
Amtsträger Mittwoch, 04.September 2013, 20:25 Uhr:
"Offensichtlich hegt er gute Kontakte zur Polizei......."

Es sind solche Kommentare, die aus Ihnen eine unglaubwürdige Person machen. Ansatzlose Behauptungen, in verschwörungstheoretischem Mantra vorgetragen, sorgen davor, dass die Menschen Sie nicht mehr für voll nehmen.
 

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