von Redaktion
   

„Im Visier“ – Interview mit Gerald Asamoah

„Leute wie ich müssen Vorbild sein“, betont der deutsche Profifußballer Gerald Asamoah. Im Interview spricht er über Rassismus im Stadion und die Vorbildrolle der Profifußballer. Mit freundlicher Genehmigung vom „vorwärts“ übernommen.

Sie sind mit 12 Jahren aus Ghana nach Deutschland gekommen und in Hannover aufgewachsen. Sind Sie vor Ihrer Fußballkarriere schon mit Rassismus in Berührung gekommen?

Ja, aber in den 90er Jahren war das alles noch nicht so extrem. Natürlich sind da auf der Straße schon einmal Bemerkungen gefallen oder man wurde in der Schule als „Neger“ beschimpft.

Ihre Profilaufbahn haben Sie bei Hannover 96 begonnen. Ende der 1990er Jahre wurden Sie und Ihr Teamkollege Otto Addo rassistisch angefeindet. Was genau ist damals passiert?

Das war bei einem Spiel in Cottbus, bei dem es um den Aufstieg in die erste Liga ging. West-Mannschaft gegen Ost-Mannschaft. Otto und ich waren damals die herausragenden Spieler bei Hannover und es war klar, dass wir da im Mittelpunkt stehen würden. Wir wurden beim Spiel dann mit Bananen beworfen.

Was ist in dieser Zeit in Ihnen vorgegangen?

Ich war damals 18 Jahre alt und habe das überhaupt nicht verstanden, denn auch bei Cottbus saß damals ein farbiger Spieler auf der Bank. Was da passiert war, hat sehr weh getan, so etwas wollte ich nie wieder erleben, und es war mir klar, dass ich über diese Ereignisse immer wieder reden musste, damit sich das nicht mehr wiederholt.

Wodurch kommt es, dass Fremdenhass gerade im Stadion oft so offen ausgelebt wird?

Sehr viele Leute arbeiten die ganze Woche über hart und für sie ist der Stadionbesuch am Wochenende dann der Höhepunkt. Wenn dann der eigene Verein schlecht spielt, machen sie ihrem Ärger Luft. Das kann aber auch nur der Ärger über die eigenen Probleme sein. Viele bereuen danach, was sie gemacht haben. Letztendlich ist es für manche wohl immer einfacher, einen farbigen Spieler auszupfeifen, als einen weißen.

2001 debütierten Sie als erster aus Afrika stammender Spieler in der deutschen Nationalmannschaft. Wie wurden Sie damals von den Fans des DFB-Teams aufgenommen?

Ich wurde sehr gut von den Fans aufgenommen. Die Tatsache, dass ich bei meinem ersten Spiel in Bremen dann gleich ein Tor geschossen habe, hat das wahrscheinlich auch noch erleichtert. Ich habe bei diesem Spiel die Anerkennung der Fans gespürt. Damals wie heute gab es sicherlich Leute, die meinen Einsatz für die Nationalmannschaft nicht gut geheißen haben, aber die Mehrheit hat mich an diesem Tag positiv überrascht.

Mittlerweile scheinen rassistische Schmähungen wie z.B. Affenrufe auf den Tribünen seltener geworden zu sein. Hat sich die Situation im Fußball gebessert?

Ja, denn die Leute kapieren, dass man als „Ausländer“ trotzdem beispielsweise für die deutsche Nationalmannschaft spielen  kann. Wir alle sind Menschen und tun etwas für das Land. Die Bereitschaft, Ausländer zu integrieren, ist in Deutschland größer geworden, aber alle erreicht man immer noch nicht.

Gibt es Rezepte gegen Diskriminierung im Sport?

Es ist wichtig, zu alarmieren und viel darüber zu sprechen. Leute wie ich müssen Vorbild sein. Wenn ich als Fußballer sage, dass etwas nicht gut ist, hören die Leute vielleicht mehr zu, als wenn irgendjemand das sagen würde. Wir können als Sportler auf dem Platz zeigen, dass wir mit Leuten unterschiedlichster Herkunft zusammen arbeiten können, also kann das jeder andere auch.

Was müssen Vereine und Verbände gegen Diskriminierung tun?

Es gibt mittlerweile sehr viele Fanklubs, die sich offen gegen Diskriminierung und Rassismus aussprechen. Wichtig ist, dass die Fans genau das auch auf den Tribünen „vorleben“. Und dann sollte man im Notfall auch von Vereinsseite aussortieren.

Foto: xtranews.de, Lizenz: CC

Kommentare(18)

Kabal Donnerstag, 07.Juni 2012, 08:56 Uhr:
Es ist erfreulich, wie unaufgeregt Asamoah mit der Thematik umgeht - dass er sich nicht in die Opferrolle drängen lässt, die verbohrte Gegenrechtsler und Berufsbetroffene für Menschen wie ihn vorsehen. Kein Wort über einen "Extremismus der Mitte" oder sonstige Phantasmagorien. Es muss ein wenig enttäuschend gewesen sein für den Interviewer vom "vorwärts".

Einzig dass Asamoah sich - wenn auch nur in Anführungszeichen - als "Ausländer" bezeichnet, verstehe ich nicht ganz. Der Mann ist doch Deutscher, oder?
 
Chewie Donnerstag, 07.Juni 2012, 16:21 Uhr:
@ kabal:

"Es ist erfreulich, wie unaufgeregt Asamoah mit der Thematik umgeht"

Warum sollte er anders damit umgehen?

"dass er sich nicht in die Opferrolle drängen lässt, die verbohrte Gegenrechtsler und Berufsbetroffene für Menschen wie ihn vorsehen."

Dass die von Dir als verbohrt und berufsbetroffen bewerteten Leute sich für von Rassismus betroffene Menschen aus gutem Grunde eben genau die Haltung wünschen, wie sie Asamoah zu eigen ist, kommt Dir nicht in den Sinn?

"Kein Wort über einen "Extremismus der Mitte" oder sonstige Phantasmagorien."

Weder Begriff noch Bedeutung des "Extremismus der Mitte" war im Interview Thema. Was Du meinst, ist vielleicht die Problematik bestehender rassistischer Ressentiments in der sog. Mitte der Gesellschaft. Die allerdings hat Asamoah sehr wohl angesprochen.

"Es muss ein wenig enttäuschend gewesen sein für den Interviewer vom "vorwärts"."

Nein, muss es nicht. Hier jubelst du dem Interviewer eine seinerseits rassistische Rollenzuteilung und -vorstellung unter, die Du wohl kaum belegen kannst. Aus dem Interview geht das jedenfalls nicht hervor.

"Einzig dass Asamoah sich - wenn auch nur in Anführungszeichen - als "Ausländer" bezeichnet, verstehe ich nicht ganz. Der Mann ist doch Deutscher, oder?"

Die Anführungszeichen erklären das doch eigentlich ausreichend. Er zitiert die leider noch immer gängige Norm, nach der auch eingebürgete Menschen, die nicht in Deutschland geboren wurden, als Ausländer bezeichnet werden (und sei es nur abkürzend für bspw. ausländischstämmig o.ä.).
 
Wahr-Sager Donnerstag, 07.Juni 2012, 17:02 Uhr:
Naja, es lassen sich ja längst nicht alle Ausländer von unseren "bunten Demokraten" vereinnahmen. Und das ist gut so.
Welch Schock für die Musterdemokraten, würden sie erfahren, wie viele rechts eingestellte Ausländer es hierzulande gibt - ich kenne sogar einige.
 
Wahr-Sager Donnerstag, 07.Juni 2012, 17:57 Uhr:
@Showie:

Du möchtest Asamoah also vorwerfen, nicht zu wissen, dass er ein Deutscher ist, weil er sich selbst als Ausländer bezeichnet? Dass er sich tatsächlich als solcher sieht, kommt dir nicht in den Sinn, nur weil du es so nicht sehen möchtest?Schon erstaunlich, wie Leute wie du alles so viel besser wissen wollen als diejenigen, die selbst betroffen sind und von denen man eigentlich annehmen sollte, es besser zu wissen.

Euer fanatischer Aktionismus führt schnell zu Überreaktionen, die sich in einem Fall darin bemerkbar machten, dass ein kleiner, siebenjähriger Junge als Rassist gebrandmarkt wurde, weil er auf dem Spielplatz einen anderen Jungen gefragt hat, ob dieser “braun ist, weil er aus Afrika kommt”.
 
Schneider Donnerstag, 07.Juni 2012, 20:07 Uhr:
...und ich verstehe nicht, warum Herr Asamoha Deutscher sein sollte.
 
Roichi Donnerstag, 07.Juni 2012, 21:01 Uhr:
@ Kabal

"Der Mann ist doch Deutscher, oder?"

Frag mal den Björn.
Der wird das wohl nicht so sehen.
Und genau darauf spielt Asamoah an.

Auch sonst ist dein Kommentar leider wenig nachvollziehbar, wie Chewie schon anmerkte.
 
Kabal Freitag, 08.Juni 2012, 10:07 Uhr:
"Auch sonst ist dein Kommentar leider wenig nachvollziehbar, wie Chewie schon anmerkte."

Wenn man etwas nicht nachvollziehen kann, ist die mangelnde Nachvollziehbarkeit des Nachzuvollziehenden nur eine von zwei Möglichkeiten.

Der Punkt ist: Die Gegenrechtsler sehen für Migranten - egal ob Ausländer oder Neudeutsche - bestimmte Rollenbilder vor, die man auch gern als "rassistisch" bezeichnen kann - wenn man denn ohne das Wort gar nicht mehr leben mag.

Zugewanderte haben sich demnach immer als chancenlose Opfer einer "rassistischen" Mehrheitsgesellschaft zu verstehen und so laut als möglich darüber zu klagen. Die nötigen Nonsense-Vokabeln - "Extremismus der Mitte" z.B. - werden dafür von linken Sozialingenieuren bereitgestellt.

Wenn Migranten in Deutschland versagen können sie rein gar nichts dafür. Eigeninitiative, Fleiß - alles bürgerlich-kapitalistische Märchen. Sozialtsaat statt Einsatz heißt das Rezept, dass die grün-linken für Migranten vorsehen.

Wenn sie aber dennoch erfolgreich sind, wird von ihnen weiterhin weltanschauliche Treue verlangt. Gut angekommene Neudeutsche haben sich in die linke Intelligenzia einzureihen und im Prinzip in der Opferrolle zu verharren - jetzt stellvertretend für die Unterschicht.

Das beste Beispiel:
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13172763/Das-unsaegliche-Manifest-der-beleidigten-Muslime.html

Erfolgreiche Migranten, die zur Mehrheitsgesellschaft überlaufen und ihre - womöglich muslimischen - Herkunftsmilieus kritisieren, gelten als Verräter. Siehe Necla Kelek und Güner Balci.

Ich weiß nicht, ob Asamoah ein politischer Mensch ist. Aber die üblichen linken Klischees über Migranten bedient er nicht. Deshalb gehe ich davon aus, dass das Interview für manchen Leser eine Enttäuschung war.
 
Chewie Freitag, 08.Juni 2012, 11:15 Uhr:
@ Wahn-Sager:

"Du möchtest Asamoah also vorwerfen, nicht zu wissen, dass er ein Deutscher ist, weil er sich selbst als Ausländer bezeichnet?"

Ich wüsste nicht, wie sich das aus dem vorrausgehenden Zitat schliessen liesse. Lernen Sie lesen. Apropos lesen: den Rest lese ich besser wieder gar nicht erst durch.
 
Wahr-Sager Freitag, 08.Juni 2012, 13:32 Uhr:
@Showie:

Du weißt so einiges nicht, deswegen stellst du dich auch gern mal dumm. Da nützt dann auch lesen nicht viel.
Aber vielleicht antwortet ja deine Nanny Rauschi für dich. ;)
 
Björn Freitag, 08.Juni 2012, 16:30 Uhr:
@Roichi

""Der Mann ist doch Deutscher, oder?"

Frag mal den Björn.
Der wird das wohl nicht so sehen."

Er ist Halbdeutscher und Halbkenianer, weil seine Mutter Deutsche ist und sein Vater Kenianer. Ist doch nicht so schwer zu verstehen oder? Er hat aber die deutsche Staatsbürgerschaft. Da hast du Recht.
 
WW Freitag, 08.Juni 2012, 23:46 Uhr:
"Er ist Halbdeutscher und Halbkenianer, weil seine Mutter Deutsche ist und sein Vater Kenianer."

Genau, der völkische Björn weiß nämlich, dass es deutsche und kenianische Gene gibt. Die unterscheiden sich bestimmt unter dem Mikroskop. So kann er aus dem Erbgut der Menschen die Staatsbürgerschaft ablesen :-)
Ich frage mich bloß, wie er wohl Vatikanier erkennt... ?
 
Amtsträger Samstag, 09.Juni 2012, 11:33 Uhr:
Und wieder trennt Björn zwischen Staatsbürgerschaft und "Deutscher sein".

Dumm nur das sonst Niemand so eine Trennung vollzieht, da "Deutscher zu sein" rechtlich nicht zu erfassen ist. Nicht einmal ein fanatischer Rechtsextremist wie Björn kann eine nachvollziehbare Erklärung für den Begriff geben.

Die Nazis im 3. Reich haben versucht diesen Begriff innerhalb des Blutschutzgesetzes in die Juristerei einzuführen und zu definieren. Der Versuch scheiterte und man ging dazu über willkürlich Menschen als Deutsche oder Nichtdeutsche zu definieren.

Wie soll man auch eine Grenze ziehen wo es keine klaren unterschiede gibt?

Wollen wir hoffen das Björns Familie in den letzten drei Generationen nicht irgendwie mit Ausländern zu tun hate. Sonst müsste er nach dem Gesetz auch ab nach Hause ;)
 
Roichi Samstag, 09.Juni 2012, 14:50 Uhr:
@ Kabal

Was sagst du eigentlich zu den Kommentaren vom Wahn-Sager, Björn und Schneider?

"Der Punkt ist: ..."

Das magst du so sehen, es entspricht nicht dem realen Umgang.

"Aber die üblichen linken Klischees über Migranten bedient er nicht. Deshalb gehe ich davon aus, dass das Interview für manchen Leser eine Enttäuschung war."

Die Klischees, die du hier aufführst sind allerdings deine Eigenen. Gegenüber den "grün-linken " "Gegenrechtlern".
Mehr allerdings auch nicht.


@ Wahn-Sager

"Naja, es lassen sich ja längst nicht alle Ausländer von unseren "bunten Demokraten" vereinnahmen."

Asamoah ist Deutscher.

"Du möchtest Asamoah also vorwerfen, nicht zu wissen, dass er ein Deutscher ist, weil er sich selbst als Ausländer bezeichnet? Dass er sich tatsächlich als solcher sieht, kommt dir nicht in den Sinn, nur weil du es so nicht sehen möchtest?"

Du bist offensichtlich nicht in der Lage die Anführungszeichen wahrzunehmen.
Diese sind aus gutem Grund da.
Er kokketiert mit der Einstellung rechter Kreise.


@ Björn

"Ist doch nicht so schwer zu verstehen oder?"

Und ist er damit jetzt Volkszugehöriger für dich, oder nicht?
Die Frage ist immernoch offen.
 
Wahr-Sager Samstag, 09.Juni 2012, 20:59 Uhr:
Rauschi, woher weißt du dass, das Asamoah mit der Einstellung rechter Kreise kokettiert? Kennst du ihn persönlich? Oder handelt es sich einfach um Wunschdenken?

Welche Anführungszeichen, Rauschi? Befindest du dich wieder mal in einem Vollrausch?


@Amtsträger:

Na, wenn es keine Grenze gibt, dann sollten Sie mal als Jurist den Begriff der "Ausländerfeindlichkeit" definieren. Oder dient dieser - wieder mal - nur politischen Interessen?
 
Chewie Sonntag, 10.Juni 2012, 00:35 Uhr:
@ Wahn-Sager:

"Du weißt so einiges nicht,"

Na Dunnerschlach! Sowas aber auch! Das trifft auf jeden zu und ist daher eine völlig überflüssige Bermerkung.

"deswegen stellst du dich auch gern mal dumm."

Und - Überraschung! - gleich die nächste intellektuelle Havarie des Meisters der "Argumente". Ich würde ja jetzt nach Belegen für Ihre Behautung fragen (und stattdessen wie üblich nur noch mehr Ihres als "Argument" etikettierten, haltlosen und beleidigenden Geschwätzes ernten), aber "interessanter" finde ich die diesem Blödsinn zugrundeliegende Implikation: Ich weiss nicht alles, also stelle ich mich dumm? WTF? Aus der Axiomatik welchen Kasperkalküls deduzieren Sie denn bitte jetzt schon wieder dieses hirnrissige "Theorem"? Ach, Mist, jetzt habe ich auch noch danach gefragt... Wie sagt man gleich: mea culpa. (Diese Entschuldigung gilt übrigens nicht Ihnen, selbsternannter Prophet der Wahrheit, sondern allen anderen hier, die versehentlich Ihre eventuelle Antwort darauf durchlesen). Ich bitte nochmals ergebens um Entschuldigung.

"Da nützt dann auch lesen nicht viel."

Wozu auch lesen, wenns spätestens am Denken scheitert. Tun Sie uns allen doch den Gefallen und stellen Sie auch noch das Schreiben ein.

"Aber vielleicht antwortet ja deine Nanny Rauschi für dich. ;)"

Roichi mag dafür auch die erforderliche "Nanny"-Geduld aufbringen. Ich dagegen bin z.B. nicht grundlos KEIN Sonderschulpädagoge. Unbezahlt also werde ich mich mit unterbelichteten Schreihälsen demnach erst recht nicht beschäftigen.
 
Björn Sonntag, 10.Juni 2012, 13:49 Uhr:
@WW

"Genau, der völkische Björn weiß nämlich, dass es deutsche und kenianische Gene gibt."

Wie kommst du auf Gene? Der völkische Björn weiß aber, dass es ein deutsches Volk gibt und eines, welches in Kenia beheimatet ist.

"Die unterscheiden sich bestimmt unter dem Mikroskop."

Nö. In Herkunft, Kultur, Geschichte, Werte- und Moralvorstellungen und Aussehen.

"So kann er aus dem Erbgut der Menschen die Staatsbürgerschaft ablesen."

Mal wieder Volkszugehörigkeit mit Staatszugehörigkeit verwechselt? Mach dir nichts draus. Da bist du hier nicht der einzige.

"Ich frage mich bloß, wie er wohl Vatikanier erkennt."

Der Hellste bist du aber auch nicht. Sonst wüßtest du, dass es kein vatikanisches Volk gibt. Aber Danke für das Beispiel. Damit kann ich vielleicht Roichi etwas deutlicher machen, dass Staatsbürgerschaft nicht zwangsläufig etwas über eine Volkszugheörigkeit aussagt. Oder, @Roichi, gibt es für dich ein vatikanisches Volk?

@Roichi

"Das magst du so sehen, es entspricht nicht dem realen Umgang."

Das sehe ich aber ganz anders. Ausländer haben für euch die Opfer der bösen deutschen Gesellschaft zu sein. Wie man auch immer wieder sieht, wenn du den Grund für die Integrationsunwilligkeit vieler Ausländer bei den bösen Deutschen suchst und nicht etwa bei denen, die hier einwandern.

"Die Klischees, die du hier aufführst sind allerdings deine Eigenen. Gegenüber den "grün-linken " "Gegenrechtlern"."

Leider hat Kabal recht. Und du höchst persönlich beweist es jedesmal auf´s Neue.

"Asamoah ist Deutscher."-Staatsbürger. Richtig. Ansonsten ist er Halbdeutscher.

"Und ist er damit jetzt Volkszugehöriger für dich, oder nicht?
Die Frage ist immernoch offen."

Er ist zum Teil deutscher Volksangehöriger und zum anderen Teil "kenianischer". (Wie auch immer das dort lebende Volk heißt.)

Er gehört keinem Volk ganz an. Das ist ja das Problem der sogenannten Mischlingskinder.
 
Roichi Sonntag, 10.Juni 2012, 18:13 Uhr:
@ Wahn Sager

"woher weißt du dass, das Asamoah mit der Einstellung rechter Kreise kokettiert?"

Textverständnis.
Anführungszeichen sind ein Mittel in der Sprache.
Dass du das nicht verstehst, zeigt, dass du nochmal die Schule besuchen solltest.

"Welche Anführungszeichen,"

Die im Text.
Das sind zwei kleine Striche vor und hinter dem Wort, meist oben oder unten auf der Zeile.


@ Kabal

"Gleichzeitig muss aber auch der abwegigen Behauptung von unserm Amtsträger widersprochen werden, es gebe keine von der Staatsangehörigkeit gelöste Volkszugehörigkeit."

Der Amtsträger ist mit SIcherheit in der Lage, das zu sehen.
Du musst ihm da nicht widersprechen.
Ich will das mal so ausführen.
Und allen ist bewusst, welche Definitionen es für den Begriff Volk gibt, ebenso, unter welchen Prämissen und in welchen Bereichen diese gelten.
Nur Björn und co. vermischen diese.
Daher ist eine Agrumentation mit Ethnischen Begriffen im Zusammenhang mit anderen Dingen nicht hilfreich, wie du ja auch schon ausgeführt hast.
Ich bin mal auf die Antwort des Björn gespannt.
Amtsträger argumentiert hier bisher rein auf der staatsrechtlichen Ebene.


@ Björn

"Der völkische Björn weiß aber, dass es ein deutsches Volk gibt und eines, welches in Kenia beheimatet ist."

Womit der Björn wiedermal zeigt, dass er nichts weiß.

"Ausländer haben für euch die Opfer der bösen deutschen Gesellschaft zu sein. Wie man auch immer wieder sieht, wenn du den Grund für die Integrationsunwilligkeit vieler Ausländer bei den bösen Deutschen suchst und nicht etwa bei denen, die hier einwandern."

Was nicht viel mehr, als deine üblichen Behauptungen ist.
Falsch.

"Er gehört keinem Volk ganz an. Das ist ja das Problem der sogenannten Mischlingskinder."

Was ist denn das für ein Schmus.
Erst behauptest du, jeder gehörte zu einem Volk und nun weißt du mal wieder nichts mit dem Standardbeispiel anzufangen.
Deine völkische Ideologie kann nichtmal diesen einfachen Fall erklären, und dennoch hängst du ihr weiter an.
Asamoah ist Deutscher. Ganz einfach, weil er sich entschieden hat einer zu sein.
Das geht bei dir nicht und führt dann zu solch absurden Konstruktionen.
 
Björn Montag, 11.Juni 2012, 19:33 Uhr:
@Roichi

"Und allen ist bewusst, welche Definitionen es für den Begriff Volk gibt, ebenso, unter welchen Prämissen und in welchen Bereichen diese gelten."

Da bin ich mir bei dir nicht so sicher. Du hast bis jetzt immer abgestritten, dass Völker und Staatsangehörige nicht das gleiche sind.

"Nur Björn und co. vermischen diese."

Ach ja? Ich habe deutlich gemacht, dass er halb Deutscher und halb Kenianer ist, aber die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. Ich habe es klar getrennt. Etwas wozu du offensichtlich nicht fähig bist. Schließlich hängt für dich die Volkszugehögikeit alleine von der Staatszugehörigkeit ab. Alles schön in einen Topf und kräftig umgerührt.

"Womit der Björn wiedermal zeigt, dass er nichts weiß."

So so. Es gibt also kein deutsches Volk und keines, dass in Kenia behaimatet ist? Realität ist schon doof, wenn die eigene Ideologie auf einem simplen, linken schwarz-weiß-Denken aufgebaut ist.

"Was nicht viel mehr, als deine üblichen Behauptungen ist.
Falsch."

Deswegen verzichtest du auch ganz auf Argumente.

"Erst behauptest du, jeder gehörte zu einem Volk und nun weißt du mal wieder nichts mit dem Standardbeispiel anzufangen."

Aha? Wann denn das? Ich habe dir schon mehrere Male versucht begreiflich zu machen, dass Kinder aus gemischt völkischen Beziehungen zu einem Teil dem einen Volk angehören und zum anderen dem Anderen. Hast du also immernoch nicht verstanden.

"Deine völkische Ideologie kann nichtmal diesen einfachen Fall erklären, und dennoch hängst du ihr weiter an."

Andersherum wird ein Schuh draus. Du bist nicht in der Lage zu verstehen, dass nicht alles auf der Welt fein säuberlich in schwarz und weiß eingeteilt werden kann. Die Komplexität dieser Welt macht dir weiterhin zu schaffen, weshalb du dich in ein einfach gestrickte Weltbild flüchtest. Das gibt dir den Halt, den du in dieser Welt unbedingt brauchst. Aber dein einfaches Weltbild, wonach die Volkszugehörigkeit lediglich von der Staatsbürgerschaft abhängt, kann immer noch nicht erklären, warum es denn ein kurdisches Volk gibt aber keine kurdischen Staatsangehörigen. Warum es zwei verschiedene koranische Staatsangehörigkeiten gibt aber nur ein koreanisches Volk. Warum in Bonsien-Herzegowina drei Völker lebten, die aber nur eine Staatsbürgerschaft hatten. Warum es in Amerika indianische Völker gibt, die aber die US-amerikanische Staatsbürgerschaft haben. Warum es ein vatikanishen Staat gibt aber kein vatikanisches Volk. Warum es in Afrika bedeutend mehr Völker gibt als Staaten. Warum es in China nur eine Staatsbürgerschaft aber mehre chinesische Völker gibt. Deine Ideologie geht einfach an der Wirklichkeit vorbei. Trotzdem hängst du ihr weiter an.

"Asamoah ist Deutscher."-Staatsangehöriger. Richtig. Ansonsten ist er Halbdeutscher.

"Ganz einfach, weil er sich entschieden hat einer zu sein."

Und du bist Prinzessin, weil du dich entschieden hast eine zu sein oder was? Das Leben ist kein Wunschkonzert. Die Realität geht eben weit über linke Erklärungsmuster hinaus. Richtig wäre deine Aussage, wenn du gesagt hättest: Er ist Deutscher Staatsangehöriger, weil er eine Deutsche Mutter hat und sich für diese Staatsangehörigkeit entschied.

"Das geht bei dir nicht und führt dann zu solch absurden Konstruktionen."

Absurde Konstruktionen? Was ist daran absurd, wenn ein Kind einer Deutschen und eines Kenianers ein Halbdeutscher und Halbkenianer ist? Du sagst er sei Deutscher, weil er sich dazu entschieden habe. Hätte er sich anders entschieden wäre er dann Kenianer für dich? Und was wäre dann der Unterschied? Wäre er nicht der gleiche Mensch? Wonach richtet sich dann also deine Einteilung?
 

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