Illustrer Kandidat

Plön/Neumünster – Einzelbewerber zur Bundestagswahl in Schleswig-Holstein ist in der Vergangenheit für die NPD angetreten. Heute wirbt er für die regionale Alternativwährung „KannWas“.

Freitag, 09. August 2013
Redaktion

Im Bundestagswahlkreis 6 Plön/Neumünster in Schleswig-Holstein findet sich auf dem Stimmzettel am 22. September auch der Name eines illustren Einzelbewerbers. Zum wiederholten Mal bemüht sich Dr. Frank Schepke aus dem kleinen Örtchen Löptin (Kreis Plön) als Direktkandidat um einen Parlamentseinzug. Der 78-Jährige nahm 2009 bereits solch einen Anlauf und erzielte 0,7 Prozent. Bei der Landtagswahl 2012 in Schleswig-Holstein kam er im Wahlbezirk Plön-Süd/Eutin auf 1,3 Prozent der Stimmen.

Schepke kandidierte zur Bundestagswahl 1965 im Wahlkreis Stormarn/Herzogtum Lauenburg für die NPD und erhielt 5,1 Prozent. Vier Jahre später  verließ er die Nationaldemokraten. In Niedersachsen war er während seiner aktiven NPD-Zeit auch einmal Landesvorstandsmitglied. Früher bekannte er sich auch zur Mitgliedschaft in der rechtsextremen „Gesellschaft für freie Publizistik“. Der Bio-Landwirt war Leistungssportler und holte 1960 in Rom olympisches Gold im Ruderachter. Seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten engagiert er sich für die freiwirtschaftlichen Ideen des seinerzeit immer wieder mit antisemitischen Äußerungen auffallenden Silvio Gesell (1862 – 1930). Weil Schepke und seine Anhänger das hiesige Wirtschaftssystem samt gesetzlicher Zahlungsmittel und einer Kapitalverzinsung ablehnen, haben sie sich mit einem Regionalgeld ihren eigenen Kosmos geschaffen. Nach eigenen Angaben kursiert die Alternativwährung „KannWas“ im Norden mit einem Umfang im Wert von 20 000 Euro. (hf)

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