„III. Weg“ auf Wachstumskurs

Koblenz – Die Neonazi-Kleinpartei „Der III. Weg“ will in West- und Norddeutschland aktiver werden.

Donnerstag, 01. Dezember 2016
Redaktion

Mitte November wurde in Koblenz ein „Gebietsverband West“ gegründet, der offenbar die Mitglieder aus Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen umfassen soll. Zum neuen Verband gehören bisher fünf „Stützpunkte“, wie der „III. Weg“ seine untersten Organisationsgliederungen nennt: „Hermannsland“, dessen Einzugsbereich von Ostwestfalen bis ins südliche Niedersachsen reicht, Sauerland-Süd, Westerwald/Taunus, Rheinhessen und Pfalz. Zum Vorsitzenden wurde Julian Bender aus dem südwestfälischen Olpe gewählt. Wer außer ihm dem fünfköpfigen Vorstand angehört, teilte die Partei nicht mit.

Der offen neonazistischen Partei „Der III. Weg“ gehörten Ende 2015 nach einer Schätzung des Verfassungsschutzes  rund 200 Mitglieder an. Sie verbindet ein elitärer Anspruch, der nicht auf schnelles Wachstum der Organisation aus ist. „Einzig die Stimme des Blutes“ sei es, die die Partei führe, denn man sei „kein Auffangbecken für Egozentriker, Spalter, Mitläufer oder sonstige Minusmenschen“, erklärte Neu-„Gebietsleiter“ Bender in Koblenz.
In diesem Jahr hatte die Partei, die sich ideologisch mit ihrer Forderung nach einem „Deutschen Sozialismus“ an den „linken“ Flügel des Nationalsozialismus anlehnt, bereits „Gebietsverbände“ Mitte und Süd gebildet. Insbesondere in Bayern fungiert „Der III. Weg“ als Auffangbecken für frühere Akteure des im Sommer 2014 verbotenen „Freien Netzes Süd“ (FNS). Der „III. Weg“-Vorsitzende Klaus Armstroff kündigte an, im kommenden Jahr „Jahr verstärkt den Norden Deutschlands in Angriff nehmen“ zu wollen. (ts)

Kategorien
Tags