von Oliver Cruzcampo
   

Identitäre sichern erneut AfD-Demo ab

In Rostock ist die AfD auf dem Weg, Montagsdemos in der Hansestadt zu etablieren. Nach der gestrigen Demo mit 600 Teilnehmern soll es im Mai bereits den nächsten Aufzug geben. Auch die Zusammenarbeit mit der Identitären Bewegung scheint sich zu verfestigen.

„Komm, wir retten Rostock“ und „Islamisierung stoppen“, was auch zeitgleich das Motto der Demonstration war, hieß es auf den beiden Fronttransparenten, als sich die AfD im Rostocker Stadtteil Evershagen in Bewegung setzte. Zuvor hatte Anmelder und Versammlungsleiter Steffen Reinicke die Veranstaltung eröffnet.

Das Kreisvorstandsmitglied ging in seiner Rede auf den ursprünglich in dem Stadtteil geplanten Gebetsraum ein: Die Moschee würde nicht für drei Jahre gebaut werden, die Menschen seien zudem nicht integrationsfähig, ließ Reinicke pauschal verlautbaren. Zudem würde die Regierung „Menschen mit all ihrer Gewalt hier behalten“ wollen. Wen genau der AfD-Mann meint, bleibt offen.

Identitäre als Ordner

Abgesichert in Ordnerfunktion wurde die anschließende Demonstration – wie bereits vor vier Wochen – von mehreren Mitgliedern der Identitären Bewegung. Auch die beiden IB-Kader Daniel Fiß und Thorsten Görke waren in der ersten Reihe anzutreffen. Vor zwei Monaten hatte die Ostsee-Zeitung über eine mögliche Zusammenarbeit der AfD mit der rechtsextremen Gruppierung berichtet, trotz offiziell weiterhin bestehendem Unvereinbarkeitsbeschluss scheint sich die AfD-Gliederung in der Hansestadt entschieden zu haben.

AfD-Demo Rostock

Selbst die Alternative Mitte Mecklenburg-Vorpommern hatte vor wenigen Wochen in einem Offenen Brief den Rostocker Kreisverband kritisiert. Dieser würde „offen mit Vertretern der `Identitären Bewegung´“ zusammenarbeiten . „Gerade Rostock ist ein deutliches Zeichen dafür, wie leicht man es militanten Bewegungen und Kameradschaften macht, in die Demo einzudringen und sich dort zu präsentieren, zumal man im Vorfeld kaum Berührungsängste mehr zu gewaltbereiten Kräften hat“, hieß es in der Veröffentlichung.

Eine Sitzblockade sorgte im weiteren Verlauf der Demonstration zudem dafür, dass die ursprünglich geplante Route geändert und verkürzt werden musste. Insgesamt nahmen nach Angaben der Polizei rund 700 Personen an den Gegenprotesten teil, 600 an dem AfD-Aufzug. Die Rostocker Gliederung scheint mit den Teilnehmerzahlen hingegen nicht zufrieden zu sein. Nachdem sie die Zahl bereits im März um das zweieinhalbfache erhöhte, wollte sie auch am gestrigen Montagabend doppelt so viele Anhänger gesehen haben.

Klare Feindbilder

Auf der ersten Demonstration im März waren mit dem in Vorpommern wohnhaften Ralph Weber und Leyla Bilge gleich zwei Redner vor Ort, die zur tatsächlichen Situation in Rostock wenig beitragen konnten. Diesmal half Johannes Salomon, wie Reinicke ebenfalls Beisitzer im Kreisvorstand, aus und fand deutliche Worte, als er sich an „der Antifa“ abarbeitete. Diese würde der SA „in nichts nachstehen“, so Salomon. Deren Anhänger seien „Schergen des Merkelfaschismus“. Reinicke holte später zu einem Rundumschlag gegen den Öffentlich-rechtlichen Rundfunk aus: Die Regierung würde den „Willen des Volkes“ manipulieren, das wäre dann „ein totalitäres System“. Mitarbeiter der Öffentlich-Rechtlichen nannte er „Lakaien und Schergen des Systems“.

In fünf Wochen will die AfD dann durch einen neuen Stadtteil laufen – in Lütten Klein sollen am 14. Mai so wohl neue Anwohner angesprochen werden. Einen Gebetsraum gibt es auch dort nicht – eine Moschee ist ebenso wenig in Planung. 

Kommentare(8)

Joachim Datko Dienstag, 10.April 2018, 22:25 Uhr:
Die AfD hat recht, wenn sie sich gegen die Masseneinwanderung und die Islamisierung stemmt.

Ich war bei uns in Regensburg bei einer AfD-Kundgebung gegen den Bau einer DITIB-Moschee. Mit den DITIB-Moscheen setzt uns Erdogan Kuckucke in die Gesellschaft.

Auf dem Bild bin ich mit einem Transparent zu sehen.

Siehe: https://images.scribblelive.com/2018/3/24/92fdef47-723c-44a4-9a43-d8b15b6b82ff_800.jpg
DITIB = ERDOGAN
"MOSCHEEN SIND UNSERE KASERNEN
GLÄUBIGE UNSERE SOLDATEN"

In den anderen europäischen Ländern hat man, aus übler Erfahrung heraus, die von islamischen Einwanderern ausgehenden Gefahren erkannt. Die dänischen Sozialdemokraten wollen Asylanträge von Menschen aus nicht-europäischen Ländern in Zukunft in Dänemark nicht zulassen.
Link:
http://www.luzernerzeitung.ch/nachrichten/international/rechte-forderung-von-links;art9640,1196276

Joachim Datko - Ingenieur, Physiker
 
Sven-Peter Mittwoch, 11.April 2018, 11:35 Uhr:
Auf dieser Seite werden die Gesichter von AfD-Demonstranten offen gezeigt -- die von Linken oder Antifalern sind weggepixelt. Was soll das? Gibt es darauf eine Antwort? Natürlich: die Linken sind feige und haben Angst -- oder??
Der mutige Ingenier und Physiker Herr Datko gibt offen seinen Namen an! Und wird auch freigeschaltet.
Die Macher dieser Seite müssen die Widersprüche ihres Tuns: reflektieren und abstellen. Oder wollen sie ihre Seriösität verspielen?
 
Irmela Mensah-Schramm Mittwoch, 11.April 2018, 15:52 Uhr:
@ Joachim Datko

Nun geben Sie preis, wofür Sie stehen..... Wir können es auch!
Nun spreche ich für mich:
Dass Sie - offensichtlich sehen Sie sich als Intellektueller - von derart Verblendeten Hetzern bereinflussen lassen, wundert mich ja schon. Oder auch nicht mehr in diesem Lande!
Nicht nur ich sehe ein - andere - Gefahr in diesem Lande, nämlich die, die von der AfD & Co, sowie den sogen. Reichsbürgern ausgeht.

NACHDENKEN wäre wirklich mal angebracht - auch bei Ihnen!
 
Roichi Donnerstag, 12.April 2018, 00:09 Uhr:
@ Joachim

Die AfD hat nicht viel mehr zustande gebracht, als rassitische Parolen zu nutzen, um den latenten Rassimus der Gesellschaft für sich zu nutzen.
Wenn du also stolz auf deine Zusammenarbeit und Unterstützung von Rassisten bist, bist du auch nicht mehr.
Da hilft dir dein Wiederholen von Behauptungen und Parolen nicht weiter.

@ Sven-Peter

Nachdenken ist auch nichts für dich, oder?
Allein die Widersprüche deines Kommentars, von der Rechtschreibung abgesehen, sind schon abenteuerlich. Deine Schlüsse daraus nicht besser.
 
Joachim Datko Donnerstag, 12.April 2018, 09:47 Uhr:
Zu Irmela Mensah-Schramm 15:52: "NACHDENKEN wäre wirklich mal angebracht - auch bei Ihnen!"

Die AfD wurde in der Anfangsphase sogar etwas spöttisch Professoren-Partei genannt. Ich habe im Bundestagswahlkampf 2017 zwei Veranstaltungen der AfD besucht. In Neutraubling sprach Herr Prof. Meuthen, in Schwandorf waren Frau Dr. Weidel und Herr Boehringer (Autor von "Holt unser Gold heim") die Hauptredner. Die AfD argumentiert sachkundig und umfassend.
 
Björn Donnerstag, 12.April 2018, 13:49 Uhr:
Selbst das ehemalige SED-Zentralorgan, die heutige Ostseezeitung, spricht von je 1000 Menschen auf beiden Demos. Liegt die AfD wohl doch nicht so falsch...
 
Daniel Donnerstag, 12.April 2018, 17:02 Uhr:
@Björn Sich auf die Lügenpresse berufen!? Das ist ein Witz, oder? Ganz im Ernst: Was bewegt Sie konkret dazu, die offiziellen Zahlen der Polizei anzuzweifeln? Und kommen Sie jetzt nicht wieder mit Phrasen wie "Befehl von ganz oben" usw.
 
Dennis Freitag, 13.April 2018, 11:53 Uhr:
Schau an, Björn ist wieder aus seinem braunen Bunker gekommen...

"Selbst das ehemalige SED-Zentralorgan, die heutige Ostseezeitung, spricht von je 1000 Menschen auf beiden Demos."

Aber Björn, Sie werden sich doch wohl nicht auf die Lügenpresse berufen?
Als anständiger Nazi macht man sowas nicht.
Aber wahrscheinlich passen Ihnen die Zahlen ganz gut in den Kram, da muss dann eben auch mal die verhasste Presse herhalten. Hauptsache, die Ideologie wird bedient.....

 

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