von Redaktion
   

Ich bin dann mal (wieder) weg – Patrick Brinkmann zieht sich zurück

Patrik Brinkman galt als Hoffungsträger deutscher Rechtspopulisten. International im antiislamischen Milieu vernetzt und ausgestattet mit einem beträchtlichen Vermögen, wollte er nichts weniger als eine deutsche Rechte ohne Antisemitismus etablieren. Doch nun kehrt der Unternehmer der Politik scheinbar endgültig den Rücken. Übernommen mit freundlicher Genehmigung des „blick nach rechts”.

Am Montag meldete das renommierte antirassistische Magazin „Expo” aus Schweden auf seiner Internetseite, dass Patrik Brinkmann sich aus der Politik zurückziehen wird. In einer E-Mail habe der deutsch-schwedische Unternehmer gegenüber „Expo“ erklärt, nach 10-jährigem politischen Engagement, wohlüberlegt gehandelt und bereits vor einem Jahr über einen Rückzug nachgedacht zu haben.

Daher habe seine Entscheidung, nur wenige Wochen nach dem Massaker in Norwegen, auch nichts mit der aktuell weltweit verbreiteten Kritik an antimuslimischen Akteuren zu tun. Ausschlaggebend seien neben privaten, vor allem geschäftliche Gründe gewesen. Darüber, ob sein Rückzug folgen für die politische Rechte in Deutschland haben wird, wollte er nicht spekulieren. Für „Expo“-Redakteur Anders Dalsbro kam der Rückzug des Millionärs völlig „überraschend“, wie er bnr.de auf Anfrage mitteilte. „Nichts habe auf einen derartigen Schritt hingedeutet“.

Kontakte zur israelischen Rechten ausgebaut

Zuletzt engagierte sich Brinkmann innerhalb der „Pro-Bewegung,“ für die er den Posten eines „Internationalen Sekretärs“ bekleidete. Ursprünglich war er als Spitzen- später als Bezirkskandidat für die „Bürgerbewegung pro Deutschland“ in Berlin im Gespräch und kurzzeitig im März dieses Jahres auch Landesvorsitzender der Partei. Sein erklärtes Ziel war der Aufbau einer „deutschen Rechten ohne Antisemitismus“. Daher suchte er in den vergangenen Monaten verstärkt auf internationaler Ebene den Kontakt zu Gleichgesinnten und baute auch seine Kontakte zur israelischen Rechten aus.

Seit Patrik Brinkmann im Jahr 2007 seinen Wohnsitz von Schweden nach Berlin verlegte, stand er mit vielen Parteien und Personen am rechten Rand in Kontakt. Bekannt geworden ist er durch die von ihm 2004 gegründete extrem rechte „Kontinent Europa Stiftung“ (KES), deren offizielles Ziel die „Vernetzung identitätsbewusster Europäer“ war. Die Behörden stellten damals fest, dass innerhalb der KES, „Angehörige des national-konservativen bis rechtsextremistischen Spektrums vertreten“ seien.

Finanzier in politischen Zusammenhängen

Die KES verlor Stück für Stück an Bedeutung und Brinkmann suchte kurz nach seinem Umzug nach Deutschland die Nähe zur NPD, wurde jedoch im Jahr 2009 Mitglied der DVU. Nach kurzer Zeit kehrte er dieser den Rücken und suchte sein Glück seit Anfang 2010 bei der rechtspopulistischen „Pro-Bewegung“. Wo er auch auftauchte, galt er als Finanzier und „Hoffnungsträger“. So unterstützte er „pro NRW“ zum Beispiel mit mehreren zehntausend Euro beim Wahlkampf im letzten Jahr.

Immer wieder sorgte der Deutsch-Schwede bei seinen Freunden und Gegnern mit nicht vorhersehbaren Entscheidungen für Verwirrung. Laut „Expo“, sei es nicht ausgeschlossen, dass Brinkmann in Zukunft wieder als Finanzier in politischen Zusammenhängen in Erscheinung trete. Damit hält sich der umtriebige Unternehmer eine Hintertür offen. Auch Anders Dalsbro möchte keine abschließende Prognose geben. „Man sollte darauf vorbereitet sein, dass er unerwartete Schritte tut.“

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