von Oliver Cruzcampo
   

Hooligans im Stadion – Israelischer Bundesliga-Spieler antisemitisch beleidigt

Während einer Trainingseinheit am Sonntag wurde der israelische Spieler Itay Shechter vom 1. FC Kaiserslautern rassistisch und antisemitisch beleidigt. Obwohl Polizei vor Ort war, schritt sie nicht ein – die Fanszene zeigt sich erbost.

Der 1. FC Kaiserslautern hat es nicht leicht dieser Tage. Der Bundesliga-Verein ist seit 13 Spielen sieglos, verlor viermal in Folge und ist Tabellenvorletzter mit drei Punkten Rückstand zum rettenden Ufer. Nun sieht sich der FCK auch noch mit Rassismus-Vorwürfen konfrontiert.

Eine Gruppe von knapp 10 Hooligans soll den israelischen Spieler Itay Shechter beim Training am vergangenen Sonntag heftig beschimpft und mit antisemitischen Parolen beleidigt haben. Auch der Hitlergruß soll gezeigt worden sein, berichtet „Der Westen“. Bei den Personen soll es sich um Mitglieder einer alten Hooliganszene handeln, die seit Jahren mit einem Stadionverbot belegt seien.

An dem Tag war auch Polizei vor Ort – eingegriffen haben sie jedoch nicht. Laut Vereins-Pressesprecher Christian Gruber hätten die Polizeibeamten aus „deeskalierenden Gründen“ auf eine Entfernung der Personen vom Stadiongelände verzichtet.

Diese Aussage des Pressesprechers kursiert mittlerweile quer durch die Medienlandschaft und hat für allerlei Unverständnis in der Fanszene gesorgt. Dabei hat sich die Situation möglicherweise gar nicht so zugetragen.

Ein Polizeisprecher wies gegenüber dem „SWR“ die Berichte, die Polizei hätte nicht eingegriffen, um einer Eskalation vorzubeugen, zurück. „Von uns waren zwei mit der Fanszene vertraute Beamte im Stadion. Sie waren etwa 100 Meter entfernt, als am anderen Ende des Stadions ein Tohuwabohu entstand.“ Da sie die Urheber aber nicht lokalisieren konnten, hätten die Beamten nicht gleich vor Ort eingreifen können.

Den Berichten zufolge hätten am Sonntag zwischen 150 und 200 Fans das Training verfolgt – eine recht überschaubare Menge. Warum die beiden Polizeibeamten nicht noch vor Ort versuchten, weitere Schritte einzuleiten, bleibt unklar. Der „SWR“ hat die Gruppe Hooligans zudem auf Filmmaterial festgehalten.

In der Fanszene sorgt die Aussage des Pressesprechers des FCK dennoch vor allem für Enttäuschung und Wut. In Hunderten Beiträgen in Internetforen werden die Geschehnisse thematisiert. „Auf dem rechten auge blind - mal wieder“, schreibt ein Nutzer eines Fußballforums. Andere sprechen von einem „Skandal“ und fordern gar eine „Dienstaufsichtsbeschwerde“.

Der FC Kaiserslautern will dem Vorfall offensiv begegnen. In einer Stellungnahme distanziert sich der Verein von jedweder Form von Rassismus, Diskriminierung oder Antisemitismus. Polizei und Strafverfolgungsbehörden würden unterstützt werden, Video- und Tonmaterial auszuwerten, um die Täter zu identifizieren. Zeugen sollen sich mit der Polizei in Verbindung setzen., um die Täter zu identifizieren und der Strafverfolgung zuzuführen.

Foto: Screenshot FC Kaiserlautern

Kommentare(8)

Philipp Weis Montag, 27.Februar 2012, 18:24 Uhr:
Ist bekannt zu welchen Fanclub die Beschuldigten gehören?
 
Peter Montag, 27.Februar 2012, 21:56 Uhr:
Was wurde denn gerufen?
Was waren denn antisemitische Beschimpfungen ? Im Text ist nichts zu lesen.
 
Bertl Dienstag, 28.Februar 2012, 00:34 Uhr:
@Peter:

Was antisemitische Beschimpfungen sind,überlassen Sie mal bitte den "Amtsträger" und seinen Genossen!!
Nicht dass Sie hier noch gegen die "heilige FDGO" verstoßen,sonst sind Sie nämlich ein Extremist ;)
 
b.c. Dienstag, 28.Februar 2012, 09:55 Uhr:
@peter
wozu ist das wichtig? - man muss ja nicht jeden schund doppelt und dreifach verbreiten.

@bertl
"Nicht dass Sie hier noch gegen die "heilige FDGO" verstoßen,sonst sind Sie nämlich ein Extremist ;)"

es gibt auch andere kategorien, die einem zum extremisten machen koennen. bei ihnen faellt mir da sowas wie "auffassungsgabe" ein. ;)
 
Amtsträger Dienstag, 28.Februar 2012, 12:47 Uhr:
Ob eine Beleidigung rassistisch, antisemitisch, fäkal, persönlich oder lustig ist, spielt keine Rolle. Es bleibt eine Beleidigung nach §185 StGB, die nur auf Antrag des Geschädigten verfolgt wird.

Solange der Geschädige keinen keinen Strafantrag gestellt hat (Ein zuruf wie "machen Sie doch was" in Richtung der Polizei genügt) trifft die Polizei keine Maßnahmen.

P.S.: Ach und Bertl, ich habe keine Genossen. Nur Kollegen und Bürger ;)
 
Chewie Dienstag, 28.Februar 2012, 16:07 Uhr:
@ b.c.:

"man muss ja nicht jeden schund doppelt und dreifach verbreiten."

DA werden Dir Peter, Bertl & Co. sicherlich zustimmen: 2 bis 3 mal reichen bei weitem nicht aus. ;)
"Wahrheit durch hypnotische Endloswiederholungen" lautet doch deren Credo. So wie bei fast allen Sekten.
 
WW Dienstag, 28.Februar 2012, 19:25 Uhr:
Peter, der Hinweis auf Anitisemitismus grenzt die Wortwahl schon ein.
Mich hätte aber auch interessiert, ob es das U-Bahn-Lied oder andere Wortschöpfungen waren.
 
WW Dienstag, 28.Februar 2012, 19:30 Uhr:
Bertl, alter Holocaust-Leugner, es mag Ihrem Weltverschwörungsfeindbild nicht entsprechen, aber unsere FDGO kennt keinen Antisemitismus.
Hier geht es um Beleidungung.

Und wenn Sie Probleme mit der "heiligen FDGO" haben, hinter der die übergroße Mehrheit der Deutschen steht, dann sollten Sie über Ihr problematisches Verhältnis zur Demokratie nachdenken. Aber die lehnen Sie ja sowieso ab.
 

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