von Oliver Cruzcampo
   

Holocaustleugner Günter Deckert bei NPD-nahem „Bildungszentrum“

Günter Deckert, Ex-NPD-Bundesvorsitzender, tritt am morgigen Mittwoch im so genannten „Nationalen Begegnungszentrum Anklam“ in Erscheinung. Mit freundlicher Genehmigung des „blick nach rechts“ übernommen.

Das NPD-nahe „Nationale Begegnungszentrum Anklam“ in Mecklenburg-Vorpommern veranstaltet am 11. September eine politische Vortrags- und Diskussionsrunde. Als Referent ist Günter Deckert (Jg. 1940) aus dem nordbadischen Weinheim geladen.

Deckert war von 1991 bis 1996 NPD-Bundesvorsitzender, von 1991 bis 1999 NPD-Landesvorsitzender in Baden-Württemberg und gehört zu den Gründungsmitgliedern der 1969 ins Leben gerufenen NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN). 2005 wurde Deckert wegen Störung des Parteifriedens aus der NPD ausgeschlossen. Der mehrfach einschlägig wegen Volksverhetzung verurteilte und knasterfahrene Holocaust-Leugner soll in Anklam über „Meinungsfreiheit“ referieren.

Deckert saß in diesem Jahr bereits eine fünfmonatige Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Bruchsal ab. Er war im Februar 2012 vom Landgericht Mannheim rechtskräftig wegen Beihilfe zur Volksverhetzung in Tateinheit mit Beihilfe zur Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener verurteilt worden. Deckert hatte unter anderem an Übersetzungsarbeiten der deutschen Fassung des Buches „Auschwitz – Die erste Vergasung. Gerüchte und Wirklichkeit“ des italienischen Holocaust-Leugners Carlo Mattogno mitgearbeitet. In dem Buch, das durch ein Urteil des Landgerichts Mannheim wegen Volksverhetzung eingezogen wurde, wird der Holocaust insgesamt geleugnet. Zuvor verbüßte Deckert von November 1995 bis Oktober 2000 eine Haftstrafe.

Im „Nationalen Begegnungszentrum Anklam“, einem ehemaligen Möbelstudio, das 2007 von den NPD-Funktionären Alexander Wendt und Enrico Hamisch ersteigert wurde, befinden sich die Kanzlei und das Bürgerbüro des NPD-Landtagsabgeordneten Michael Andrejewski sowie der Firmensitz des „Pommerschen Buchdienstes“, der mit „diskreter und neutraler Verpackung“ für sich wirbt.

Foto: Screenshot YouTube

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