„HoGeSa“-Soli-Konzert geplatzt

Ein für Samstagabend geplantes „HoGeSa“-Konzert mit der extrem rechten Hool-Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ in Duisburg endete, bevor es überhaupt begonnen hatte. Die Besucher erlebten nur einen Soundcheck.

HoGeSa-Aktivisten in Köln (Foto: Christian Martischius, R-mediabase)

Mit freundlicher Genehmigung des „blick nach rechts“ übernommen

Mit der Veranstaltung hatten die „Hooligans gegen Salafisten“ ihre Kasse aufbessern wollen. Das dürfte nun schwierig werden – jedenfalls, wenn die verhinderten knapp 250 Konzertbesucher tatsächlich den Eintrittspreis erstattet bekommen, wie es ihnen in einem „HoGeSa“-nahen Internetform versprochen wird. 22 Euro hatten sie auf den Tisch blättern müssen, um – so jedenfalls die Planung – „Kategorie C“ sowie dem Sänger der Rechtsrock-Combo „F.i.e.L.“ („Fremde im eigenen Land“) und dem ebenfalls aus diesem Spektrum stammenden Liedermacher-Duo „A3stus“ lauschen zu können.

Im „Ruhrpott West“ werde die „Solidaritätsveranstaltung“ stattfinden, hatte „HoGeSa“ Ende Dezember mitgeteilt – und sich dann auf eine möglichst konspirative Vorbereitung konzentriert. Den genauen Veranstaltungsort erfuhren die Konzertbesucher erst am Samstagnachmittag per Telefon. Doch allen

Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz: Am Abend schlug der Pächter des „Medienbunkers“ im Duisburger Stadtteil Marxloh, wo das Konzert stattfinden sollte, Alarm und untersagte die Nutzung seiner Räume. Die Halle war bei ihm unter einem falschen Vorwand für eine angebliche Geburtstagsfeier angemietet worden. Rund 200 Besucher mussten nach dem Rausschmiss unter den Augen eines Großaufgebots der Polizei wieder abziehen. Ein Teil der Besucher grölte dabei die Parole „Nationaler Sozialismus jetzt!“

Undurchsichtiger Umgang mit Finanzen vorgeworfen

In Hool-Kreisen setzt es derweil Kritik an den Veranstaltern. „Wir haben uns gewundert, warum es nicht los ging aber keiner fühlte sich genötigt mal eine Info zur Lage zu geben“, beklagt sich einer der Besucher. Selbst als der „HoGeSa“-Stand „mit den ganzen Merchandising Artikel hastig eingepackt wurde“, seien die Besucher immer noch nicht informiert worden, dass der Abend ein abruptes Ende haben würde. „Hier kommts mir so vor, geld im Sack alles andere ist egal“, meint ein anderer. Da mag sogar einer der Organisatoren nicht widersprechen, der sich von seinen „Kameraden“ nun im Stich gelassen fühlt: Er habe Leute, die ihr Geld zurückbekommen wollten, vertrösten müssen, „da unsere Mitglieder der orga ja mit der Kasse schon über alle Berge waren!!“ Die Veranstalter seien „Abzocker“, meint ein weiterer Besucher. Und ein anderer schwelgt in historischen Erinnerungen: „Im Krieg“, meint er, „hätte man den hogesa Organisator des Konzertes gehängt.“

Der Umgang mit Geld sorgt nicht zum ersten Mal für Streit im Lager von „HoGeSa“. Eine Abspaltung der rechten Hool-Truppe, die nun unter dem Namen „Gemeinsam-Stark-Deutschland“ firmiert, warf „HoGeSa“ bereits Ende letzten Jahres einen undurchsichtigen Umgang mit den Finanzen und einen zu deutlich ausgeprägten Geschäftssinn beim Verkauf von Merchandising-Artikeln vor.

„Gemeinsam-Stark“ plant im Februar und März zwei Demonstrationen: Eine soll am 8. Februar in Ludwigshafen stattfinden, die andere am 15. März in Erfurt. Auch „HoGeSa“ hatte für die kommenden Wochen zwei Demos angekündigt: Ob es dazu tatsächlich kommt, ist nach dem geplatzten Konzert und der Absage eines Aufmarschs eine Woche zuvor in Essen noch offen.

Kommentare(1)

Dennis Mittwoch, 28.Januar 2015, 11:33 Uhr:
Tja liebe Nazis, mit tarnen, täuschen, lügen und betrügen kommt man eben nicht weit.....
 

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