von Redaktion
   

HoGeSa meldet sich mit Neonazi-Konzert und Demo-Ankündigungen zurück

Die letzten Wochen war es ruhig um die „Hooligans gegen Salafisten“. Untätig waren die HoGeSa-Macher offenbar aber nicht. Nach eigenen Angaben stehe die Gründung eines Vereins bevor, außerdem liefen die Vorbereitungen für eine Demonstration am 28. Februar im „Osten“. Die Finanzierung der Aktivitäten soll mit Hilfe einer „Solidaritäts-Veranstaltung“ gestemmt werden, für die das Neonazi-Rap-Duo „A3stus“ und der Sänger einer weiteren Rechtsrock-Kapelle zugesagt haben. Auch „Kategorie C“ sind mit an Bord.

HoGeSa-Teilnehmer in Hannover, (Foto: Thomas Rassloff, Archiv)

Im Nachgang der Kölner Hooligan-Randale sprachen einige Beobachter von einer „neuen Qualität“ der Gewalt. Ende Oktober zogen ungefähr 5.000 vielfach gewaltbereite Anhänger der Gruppierung „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) rassistische und nationalistische Parolen skandierend durch die Domstadt und lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei, die 50 verletzte Beamte zu beklagen hatte. Anschließend verebbte das Interesse an den HoGeSa-Aktivitäten, eine weitere Kundgebung in Hannover zog bereits deutlich weniger Gleichgesinnte an, was nicht zuletzt an einer unattraktiveren Veranstaltungsart – angemeldet war eine stationäre Kundgebung – und einer besser aufgestellten Polizei gelegen haben dürfte. Seitdem war es relativ ruhig um die Gruppierung.

Straßenschlachten? Aber bitte nur bei Sonnenschein

Nun melden sich die Hooligans zurück. Nach Angaben eines „HoGeSa Orga-Teams“ seien für den 28. Februar und für den April zwei weitere Aufmärsche geplant. Für den Februar-Termin befänden sich derzeit drei Orte im „Osten“ in der engeren Wahl, im April soll es in den „Süden“ gehen.

In der kalten Jahreszeit jedenfalls zieht es den gesundheitsbewussten Hooligan nicht auf die Straße. „Wir haben nun Winter und wenn wir uns im Schnee treffen oder totaler Kälte und dann unter Umständen eingekesselt werden und mit Wasserwerfern attakiert werden, riskieren wir die Gesundheit aller Teilnehmer“, erklären die Macher ihre mehrmonatige Pause. Bei den kommenden Demonstrations-Neuauflagen soll zusätzlich das Gespräch mit Vertretern von Städten und Gemeinden gesucht werden, um die „Planungen und Konzepte für Aufklärung und Sicherheit“ zu vermitteln, heißt es in einem Forumsbeitrag.

HoGeSa-Krawalle in Köln (Foto: Elmar Vieregge)

Neonazi-Kapellen sollen Geld einspielen

Unglücklich zeigten sich die HoGeSa-Organisatoren dort mit ihrer Einordnung als „Nazis“. Deshalb wollen sie ihre Kommunikation verbessern. Eine für den 24. Januar angesetzte „Solidaritäts-Veranstaltung“ dürfte der angestrebten Imagekorrektur indes nicht förderlich sein. Bislang haben die Veranstalter nämlich zwei mitwirkende Bands öffentlich gemacht. Gestern habe der Sänger der Rechtsrock-Gruppe „F.i.e.L“, die 2012 eine CD unter dem Namen „Fremde im eigenen Land“ beim einschlägig bekannten Label „PC Records“ aus Chemnitz heraus brachte, zugesagt. Auf dem Tonträger befinden sich Songs wie „Multi-Kulti ist tot“, „Sturm auf Berlin“ oder „Germanien erwache“.

Außerdem sollen die Berliner Rapper „A3stus“ auf der Bühne stehen. Laut dem Brandenburgischen Verfassungsschutz sind an dem Projekt der Liedermacher „R.a.W“ („Recht auf Wahrheit“) und Patrick Killat, auch bekannt als „Villain051“, beteiligt. Bekannt wurde Killat, der auf seiner Facebook-Seite massiv gegen das Flüchtlingswohnheim in Berlin-Hellersdorf trommelt, mit einem Musikvideo, das vor eben diesem Gebäude gedreht wurde.

Als vermeintlicher Headliner runden „Kategorie C“ aus Bremen das Billing ab. Die sich nach Außen gerne als unpolitisch präsentierende Hooligan-Gruppe spielte bereits zur Freude vieler „Fans“ auf der Oktober-Demonstration in Köln. Dort präsentierten sie Szenestars sogar ein eigenes Lied für die HoGeSa-Bewegung.   

Die Auswahl der Gruppen stößt bei den HoGeSa-Anhängern nicht nur auf Zustimmung. Ein Kommentator schreibt auf Facebook: „Wird vielleicht doch ein wenig zu rechtslastig so nehmen das viele nicht mehr ernst....“ [sic!]. Der Gewinn jedenfalls soll komplett in die Aktivitäten des Netzwerkes fließen. Gedeckt werden sollen die Kosten für Flyer, Plakate, ein neues Forum, aber auch für Gerichtsverhandlungen. Treffen werden sich die wahrscheinlich ca. 250 Teilnehmer im „Raum Ruhrgebiet“.

Vereinsmeierei

Darüber hinaus habe man beim zuständigen Amt den Schutz des Namens beantragt, teilte das „Orga-Team“ weiter mit. Mittlerweile liege zusätzlich die erste Version einer Satzung vor, die Grundlage einer Vereinsgründung sein soll. Beide Vorhaben sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.  

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