von Julian Barlen
   

Hitler-Schinken "Nächtliche See" für 32.000 Euro versteigert – weltweite Auktionen mit Führer-Kunst

32.000 Euro war ein "Kunst"-Liebhaber bereit, auf den virtuellen Tisch zu legen, als er am Sonntag bei einer Auktion im Internet das Bild "Nächtliche See" von Adolf Hitler ersteigerte. Das Auktionsunternehmen "Darke" aus der Slowakei hatte das Werk aus dem Jahr 1913 für ein Anfangsgebot von 10.000 Euro angeboten.

Hitler, an dem seine Ablehnung an der Kunstakademie in jungen Jahren wohl sein gesamtes Leben lang nagte, wurde nicht müde, allerhand Zeichnungen, Aquarelle und Ölbilder – meist mit Naturmotiven – anzufertigen. Die "Nächtliche See" hat eine Abmessung von 60 x 48 cm und zeigt – Überraschung – einen vollen Mond über einer funkelnden Wasserfläche.

Das Bild stamme aus dem Besitz eines slowakischen Malers, so der Inhaber des Auktionshauses,Jaroslav Krajnak, laut Medienberichten. Dieser Maler sei dem jungen Hitler unter Umständen persönlich begegnet, als dieser erfolglos versuchte, sich in Wien als ernstzunehmender Künstler einen Namen zu machen. 

Die aktuelle Auktion ist nicht die erste ihrer Art. Bereits letzten Monat hatte das Auktionshaus "Das Geheimtreffen" unter den Hammer gebracht. Und auch andere Händler profitieren immer wieder von der Tatsache, dass Bilder des NS-Diktators im In- und Ausland auf reges Interesse stoßen. So verkaufte das Auktionshaus Weidler Ende 2009 die Bilder "Zerschossene Mühle", "Weißenkirchen in der Wachau" und "Haus mit Brücke am Fluss" für zusammen rund 42.000 Euro.

Die 2006 auf einem belgischen Dachboden aufgetauchten 21 Bilder von Hitler aus dem Ersten Weltkrieg wechselten einige Zeit später in Großbritannien für umgerechnet etwa 170.000 Euro die Besitzer.

Foto: Screenshot, Bundesarchiv

Kommentare(14)

Jutta Sonntag, 29.Januar 2012, 15:36 Uhr:
Man sollte sich heute mal einige Bilder in Deutschland ansehen, da könnte man von " Schinken" sprechen. Man hat sogar einmal Bilder von Affen malen lassen und hat diese ausgestellt. Die Bevölkerung sollte den Maler benennen, es wurden viele aufgezählt, nur nicht der Maler " Affe".Soviel zu der Bewertung des obigen Bildes
 
Fraxinus Sonntag, 29.Januar 2012, 16:07 Uhr:
Wer diese Stimmung kennt, die der Mond über einem nächtlichen See auslöst, den Gruß des Lichtes auf dem Wasser, gerichtet an den Betrachter, der kann dieses Bild nur als schön empfinden.
 
WW Sonntag, 29.Januar 2012, 17:04 Uhr:
"Das ist allerechtester Hitler!"
Schtonk!
 
WW Sonntag, 29.Januar 2012, 17:09 Uhr:
Jutta, Ihr Kunstverständnis ist sicher weder repräsentativ, noch qualifiziert, noch relevant. Von daher kommt es nicht über eine primitive Pöbelei hinaus. Sie haben aber noch die Vokabel "entartete Kunst" vergessen, auf die Sie so treffsicher abzielen.

Kunst ist sicher immer eine Geschmackssache, aber ich werde das üble Gefühl nicht los, dass hier der Maler mehr zählt als sein Werk.
 
Jutta Sonntag, 29.Januar 2012, 20:11 Uhr:
@WW
Richtig : Kunst ist Geschmacksache, sagte der Affe und hat in die Seife gebissen.
 
Thomas Eckert Sonntag, 29.Januar 2012, 23:23 Uhr:
"Kunst"-Liebhaber? Klar, dass man das in Anführungszeichen setzen muss, um seine politisch-korrekte antifaschistische Gesinnung zum Ausdruck zu bringen. Denn was ein Nazi gemalt hat, kann natürlich schon per definitionem keine echte Kunst sein. Das ist völkischer Kitsch. Wie man eindrucksvoll an dem düsteren Seestück sieht. Und damit wäre das Weltbild wieder in Ordnung.
 
Kabal Montag, 30.Januar 2012, 08:28 Uhr:
Ja, warum nicht?
In Zeiten, in denen abgehalfterte Stars und Sternchen eigene Gesichtscremes und Parfume-Kollektionen auf den Markt werfen, darf auch der Führer ein paar Bilder verkaufen.
Wie die Geschichte wohl gelaufen wäre, wenn man ihm schon zur Entstehungszeit so viel für seine Werke auf den Tisch gelegt hätte?
 
b.c. Montag, 30.Januar 2012, 08:50 Uhr:
@thomas eckert
und was bringt das deutsche volk jetzt ihre polemik voran? sollte man ihrer meinung nach dem kuenstler adolf hitler mehr anerkennung zollen? koennen sie ihr negativ statement so umwandeln, das wir wissen, was man besser machen kann?
 
b.c. Montag, 30.Januar 2012, 08:59 Uhr:
@jutta
was ist fuer sie kunst? wenn es dem maler gelingt ein motiv moeglichst photorealistsisch darzustellen? eigentlich outen sie sich in ihrem kommentar eher als kunstveraechter, denn als kunstliebhaber. was aber wiegt ihr kommentar, wenn sie nicht verstehen, worueber sie urteilen? warum richten sie ihre kritik nicht an den betreffenden kuenstler oder kunstliebhaber. oder meinen sie ernsthaft, deutschland hat seit adolf hitler keinen bedeutenden kuenstler mehr hervorgebracht?
 
Gunnar Montag, 30.Januar 2012, 11:55 Uhr:
..Hitler-Schinken "Nächtliche See" (...)
.."Kunst"-Liebhaber bereit (...)
..und zeigt – Überraschung – einen vollen (...)

Actio - Reactio? Ein Reflex auf den anderen? Vielleicht fehlt es auch einfach an der brodkorbschen Ausgewogenheit, die erst kürzlich Breker und co. bewertete.
Also ich find unser rotes Käthchen ja auch ziemlich doof!
 
Scheider Montag, 30.Januar 2012, 18:14 Uhr:
Es gibt wesentlich schlechter gemalte Bilder, die sich Kunst nennen!
Aber Fakt ist eines, mit dem Führer wird immer noch reichlich Geld verdient. Nicht nur Auktionäre , auch Psydohistoriker wie Gido Knopp verdient sicher nen schönen Groschen...
 
Hilde Montag, 30.Januar 2012, 21:44 Uhr:
Was hätten wohl die Kunstkenner zu dem Bild gesagt , wenn ihnen der Mahler namentlich nicht bekannt gewesen wäre ?
 
b.c. Dienstag, 31.Januar 2012, 08:36 Uhr:
@hilde
nix. er haette es neben den roehrenden hirsch an die wand gehaengt.
ps: der psychoanalytiker haette eine fruehe umnachtung hitlers diagnostiziert.
 
knorke Dienstag, 31.Januar 2012, 13:47 Uhr:
@hilde
Ich vermute dass sie es als nett gemalt aber künstlerisch wenig anspruchsvoll gewertet, genau wie die Bilder von hunderttausenden Leuten, die sich erfolglos bei Kunstakademien beworben haben - so wie Hitler damals (wenn auch eher, weil er anscheinend keine Leute malen konnte).

Letztlich ist die Frage wurscht. Genauso könnte man fragen, ob die Hilter Fans das Bild verteidigen würden, wenns sie nicht wüssten dass es von ihm ist.

Dabei hat das Bild durchaus einen Wert, nicht zwingend muss der jedoch künstlerisch begründbar sein sondern z.B. weil von einer Person der Zeitgeschichte stammend. Genauso könnte man bestimmt auch die gesammelten Konfirmationsfotos von Elvis Presley oder die Zahnspange von Ayrton Senna für teuer Geld an den Mann bringen.
 

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