von Robert Scholz
   

„Helfen kann die Bundespartei hier nicht“ – Wulff (NPD) schaut skeptisch auf Wahl in Hamburg

Der bekannte Rechtsextremist Thomas Wulff, der zurzeit in Hamburg den Wahlkampf organisiert, zeigt sich wenig zuversichtlich für die Wahl des Hamburger Abgeordnetenhauses. Unterstützung von der Bundespartei gibt es nicht. NPD-Spitzenkandidat Thorben Klebe glaubt daher auch nicht an das Meistern der Fünf-Prozent-Hürde – ein Prozent plus X sei nun das Minimalziel und damit die Teilhabe an der staatlichen Parteienfinanzierung. 

Die Bundes-NPD hat Hamburg bereits abgeschrieben. Wie in allen anderen alten Bundesländern bekommen die Rechtsextremisten nirgendwo einen Fuß auf den Boden bzw. in den Landtag. In den Wahlkampf in Hamburg hat sich die Bundespartei daher erst gar nicht eingebracht: „Die Partei steht im Schwerpunktwahlkampf in Sachsen-Anhalt und ist auch sonst in andere Landtagswahlkämpfe eingebunden“, entschuldigt Wahlkampfleiter Wulff, der selbst als Beisitzer im Bundesvorstand sitzt. Man sei auf „bescheidene Eigenmittel“ angewiesen, so Wulff im Interview mit der „Deutschen Stimme“.

So bescheiden sollen die Eigenmittel indes gar nicht sein, wie das Hamburger Abendblatt berichtet. Rolf Hanno, ein alter Bekannter Wulffs, der zudem Gründungsmitglied der Hamburger NPD ist und mit mittlerweile 90 Jahren seinen Lebensabend in Marbella genießt, soll die NPD mit einem „größeren Geldbetrag“ unterstützt haben. Unter Berufung auf den Verfassungsschutz berichtet die Zeitung, dass die NPD beabsichtige, mit dem Geld 100.000 Flugblätter zu verteilen und 7.000 Wahlplakate aufzustellen.

Die erste größere Info-Veranstaltung floppte allerdings in der Hansestadt. Zu einer Kundgebung am vergangenen Wochenende im Stadtteil Harburg vermochte das „Bergedorfer Urgestein“ Wulff kaum mehr als 60 Leute zu mobilisieren. Das zehnfache an Gegendemonstranten verhinderte zudem, dass auch nur ein neuer Wähler hätte angesprochen werden können.

NPD-Spitzenkandidat Klebe gibt als „Minimalziel“ ein Prozent plus X aus, prognostiziert der NPD in Hamburg aber schon eine düstere Zukunft: „Durch jeden neuen Wähler mit Migrationshintergrund schwinden natürlich unsere Chancen“. Die Wahlbevölkerung werde in Hamburg „sei zwölf Jahren Stück für Stück ausgetauscht“. Mehr als ein Prozent der Wählerstimmen würden der NPD allerdings genügen, um Mittel aus der staatlichen Parteienfinanzierung zu erhalten. Dass ein Einzug „revolutionären Verhältnissen“ gleichkäme, bestätigen auch Experten.

An Traumergebnisse wie das der DVU aus dem Jahr 1997 sei nicht mehr zu denken. Seinerzeit fehlten der „Volksunion“ nur 190 Stimmen zum Einzug in die Hamburger Bürgerschaft. Die NPD trat seinerzeit konkurrierend an. Rechtsextremismusexperten werteten das gute Ergebnis der DVU als eine Spätfolge des Reimers-Effekts – benannt nach dem DVU-Mann, der einen neuen Typ des Politikers maßgeblich prägte.

Kommentare(1)

mertens Sonntag, 13.Februar 2011, 07:54 Uhr:
manche finden es geil, wenn das Deutsche Volk kaputtgeht. Dann gibt es aber auch kein Geld mehr, da das deutsche Volk eines der fleißisten und strebsamten in der Welt ist.
 

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