von Mathias Brodkorb
   

HDJ-Camp ohne rechtliche Konsequenzen

Noch am 8. August 2008 war die Aufregung groß, als die Polizei ein HDJ-Camp im Kreis Güstrow auflöste. Doch nun stellte die Staatsanwaltschaft Rostock die Ermittlungen gegen die Verantwortlichen ganz ein.


42 Kinder im Alter von 8-14 Jahren sollen sich in dem Camp aufgehalten haben, teils in Uniform, obwohl gerade dies vom Bundesinnenministerium verboten worden ist. Die "Heimattreue Deutsche Jugend" (HDJ) gilt dabei als wichtigste Nachfolgeorganisation der verbotenen Wiking-Jugend und Kaderschmiede für junge Neonazis.

Bei und nach Auflösung des Camps sollen nicht nur Fahnen mit Hakenkreuzen sicher gestellt, sondern auch bemalte Geschirrtücher mit Odal-Rune und Swastika gefunden worden sein - wie Fotoaufnahmen der Polizei belegen. Zu strafrechtlichen Konsequenzen bei den Verantwortlichen führt dies nun offenbar aber nicht. Wie der Rostocker Staatsanwalt Lückemann gestern der Nachrichtenagentur dpa sagte, habe es sich bloß um eine interne Veranstaltung gehandelt. "Wir haben keine Anzeichen dafür, dass öffentlich Nazi-Symbole verwendet wurden», so der Oberstaatsanwalt.

Keine Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen