von Claudia Naujoks
   

Hakenkreuz bei HDJ-Camp ohne Strafe?

Die Staatsanwaltschaft Rostock untersucht die Vorgänge um das aufgelöste HDJ-Zeltlager bei Neu Mistorf und prüft, wie die Straflage ist, wenn Kindern im Privaten rechtsextremistisches Gedankengut vermittelt wird.


Wie die „Schweriner Volkszeitung“ berichtet, laufe neben diesen Untersuchungen parallel ein Bußgeldverfahren wegen illegalen Zeltens. Die Staatsanwaltschaft prüfe, ob das Zeltlager öffentlich war oder nicht. Seit der Auflösung des Zeltlagers der Heimattreuen Deutschen Judgend (HDJ) im August 2008 bei Güstrow, befragt die Staatsanwaltschaft Rostock nun Eltern der Kinder, die an dem Lager teilnahmen.

Bei der Razzia von Polizei und Landkreis wurden 39 Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren angetroffen. Die Polizei beschlagnahmte Fähnchen mit Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Auf einem Fähnchen soll nach SVZ-Informationen ein Hakenkreuz aufgesprüht gewesen sein.

Oberstaatsanwalt Peter Lückemann zufolge seien die Ermittlungen „im Wesentlichen“ abgeschlossen. Nun erfolge die Auswertung, mit einem Ergebnis werde in „ein, zwei Wochen“ gerechnet. Für eine Anklage müsse nachgewiesen werden, dass das Camp zumindest teilweise öffentlichen Charakter hatte. Dies treffe zu, wenn die anwesenden Kinder nicht alle dem Verein der HDJ angehörten.

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