Haftstrafe für Neonazi-Funktionär

München – Das Amtsgericht München hat den bekannten Neonazi Philipp Hasselbach (Jg. 1987) wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung zu einem Jahr und acht Monaten Haft verurteilt.

Donnerstag, 11. November 2010
Redaktion

Bei Rechtskraft der Entscheidung muss Hasselbach, der seit vier Monaten wegen Fluchtgefahr im Gefängnis einsitzt, zudem zwei zur Bewährung ausgesetzte Strafen von insgesamt zweieinhalb Jahren verbüßen.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der mehrfach verurteilte Hasselbach, Kopf der Neonazi-Truppe „Freie Nationalisten München“ (FNM) und vormals Geschäftsführer und Schatzmeister des bayerischen Landesverbandes der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN), am 8. Mai während seiner Bewährungszeit auf dem Gelände der Münchner „Kultfabrik“ mit seiner Clique zwei gegnerische „Kameraden“ attackiert habe. Hasselbach wurde auch wegen Beleidigung einer Staatsanwältin schuldig gesprochen.

Eigenbekunden zufolge ist Hasselbach seit 2001 in der „heimattreuen Opposition“ politisch aktiv. 2009 war er Bundestagskandidat der NPD im Bezirk München-Land.

Zuletzt war Hasselbach Pressesprecher der NPD-nahen Münchner „Bürgerinitiative Ausländerstopp“ (BIA). Als Rechtsanwalt stand Hasselbach der Szene-Anwalt Andre P. zur Seite. P. war einst Funktionär der Republikaner und ist nun bei der Rechtspopulisten-Truppe „pro NRW“ aktiv. (am)

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