Grundlagenschulung für Kapuzenmänner

In Herzen der USA soll ein Sommercamp für Anhänger des Ku-Klux-Klan (KKK) stattfinden. Teilnehmen dürfen Jugendliche ab 16 Jahren.

Montag, 08. Juli 2013
Anton Maegerle

Der arisch-christlich-rassistisch geprägte Bund „Soldiers of the Cross Training Institute“ (SOTC), ein Ableger der Neonazi-Rassistengang „Knights of the Ku-Klux-Klan“ (Sitz: Harrison in Arkansas), veranstaltet erstmals ab dem 23. August ein siebentägiges Sommercamp auf dem Ozark-Plateau, der größten Bergregion der USA zwischen den Appalachen und den Rocky Mountains. Zum Preis von 500 US-Dollar sollen Klan-Aktivisten die Grundlagen der „Heiligen Mission der weißen christlichen Wiedergeburt“ nähergebracht und diese zu „Soldaten“ eines „Neuen Kreuzzugs für Rasse, Glaube und Vaterland“ geformt werden. An dem Sommercamp können Nachwuchs-Rassisten ab 16 Jahren teilnehmen.

Zu den „Lehrkräften“ des Camps gehören unter anderem Paul Fromm (Kanada), Tomislav Sunic (Kroatien) und Billy Roper (USA). Fromm (Jg. 1949) verkündet gebetsmühlenartig, dass der Holocaust eine „Religion“ sei, und wer ihn anzweifele als Ketzer verfolgt werde. Sunic war im August 2010 Redner beim Pressefest der NPD-nahen Deutschen Stimme Verlagsgesellschaft im sächischen Jänkendorf. Zuletzt referierte Sunic beim 39. Bundeskongress der Jungen Nationaldemokraten (JN) im Oktober 2012 im thüringischen Kirchheim über den „Auftrag der europäischen Jugend“. In den USA gehört der ehemalige kroatische Diplomat Sunic dem Vorstand der „American Third Position Party“ an. Der Neonazi Roper (Jg. 1972), ehemals Funktionär der „National Alliance“ (NA), ist Gründer und Kopf der in 16 US-Bundesstaaten aktiven militanten Gruppierung „White Revolution“.

Antisemit und Holocaust-Leugner an der Spitze

Zur Unterbringung der Teilnehmer und der Lagerung der „riesigen“ Bibliothek will das SOTC ein Wohnheim errichten. Die Kosten in Höhe von 40 000 US-Dollar sollen durch Spenden aufgebracht werden. An der Spitze des „Soldiers of the Cross Training Institute“ und der „Knights of the Ku-Klux-Klan“ (auch „The Knights Party“ genannt) steht Thomas Robb (Jg. 1946). Der Antisemit („Juden zerstören unsere Nation“) und Holocaust-Leugner Robb ist Pastor des 1998 gegründeten „Christian Revival Center“ (Motto: „Honor Your Birthright“ = „Ehre Dein Geburtsrecht“). Die Glaubenanhänger des „Christian Revival Center“ gehen davon aus, in der „Endzeit“ zu leben. Feindbilder der Glaubensvereinigung sind unter anderem Homosexualität und „Rassenvermischung“.

Die „Knights of the Ku-KluxKlan“ wurden 1975 von David Duke gegründet. Seit 1989 steht Robb der Kapuzen-Truppe, die als erste KKK-Vereinigung im Web vertreten war, als „National Director“ vor. Unter Duke nannte sich diese Position noch „Grand Wizard“ („Großer Drachen“).

Robb und die „Knights of the Ku-Klux-Klan“ sind auch der Bundesregierung namentlich bekannt, wie aus deren Antwort (Drucksache 17/10688 vom 13. September 2012) auf die Kleine Anfrage „Rassistischer Geheimbund Ku-Klux-Klan in Deutschland“ der Fraktion Die Linke hervorgeht. Neben Robb rechnet die  Bundesregierung noch Cole Thorton („Imperial Wizard of the United Northern & Southern Knights of the Ku-Klux-Klan“) und David Wayne Hull (Leiter der „White Knights of the Ku-Klux- Klan“) zu den Führungsgrößen des KKK. Pressemeldungen zufolge sollen seit 1995 mehr als 180 Kirchen afroamerikanischer Gemeinden in den USA durch Brandanschläge mit vermuteter KKK-Beteiligung zerstört worden sein, informiert die Bundesregierung.

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