Grenzüberschreitende Zusammenarbeit der IB

Am Samstag soll in Oberösterreich die vierte „Jahreskonferenz“ der „Identitären“ stattfinden – am 9. Februar ist der deutsche Rap-Sänger „Komplott“ im Linzer Veranstaltungszentrum angekündigt.

Mittwoch, 23. Januar 2019
Horst Freires

Die „Identitäre Bewegung“ (IB) in Österreich kündigt für den 26. Januar ihre Jahresversammlung in Oberösterreich an. Zwei Wochen später wird zu einem rechten Rap-Konzert nach Linz eingeladen. In beiden Fällen sind auch Aktivisten aus Deutschland maßgeblich beteiligt.

In der Reihe ihrer Jahreskonferenzen kommen die „Identitären“ zum mittlerweile vierten Mal zusammen. Die genaue Örtlichkeit der Zusammenkunft wird nicht preisgegeben, dafür aber ein grober Programmüberblick und eingeplante Referenten. Zu denen zählt auch der zum Deutschland-Chef der „Identitären“ aufgestiegene Daniel Fiß aus Rostock. Sein Vortragsthema lautet „Social Media-zensur und mögliche Gegenstrategien“. Auf der Liste der Vortragsredner stehen außerdem der Kopf der österreichischen IB Martin Sellner, sowie mit Patrick Lenart und Roland Moritz zwei weitere IB-Führungspersonen der Alpenrepublik.

Medienprojekte aus dem IB-Umfeld

Den Teilnehmern, denen für sechs Stunden Tagung 15 Euro abgeknüpft werden, sollen unter anderem drei Medienprojekte vorgestellt werden: Das rechtspopulistische Nachrichtenportal „Tagesstimme“ (TS), das Kulturorgan „Anbruch“ sowie der Rechercheverbund „AK Nautilus“. TS existiert seit Februar 2018, bezeichnet sich als patriotisch und will durch Abdeckung des deutschsprachigen Raums auch eine Leserschaft in Deutschland und in der Schweiz ansprechen. Passend zum IB-Aktivistenkreis gehören Studierende und Burschenschaften zur Zielgruppe. Sitz ist eine Kleinstadt in der Weststeiermark unweit von Graz. „Anbruch“ soll im Frühjahr erstmals als Printmagazin erscheinen. „AK Nautilus“ versteht sich als multimediale Sammlungsbewegung. Unter anderem sollen Lesekreise ein Bestandteil sein, aber auch der Aufbau einer Bibliothek vorangebracht werden. Lektüre für einen ersten Lesekreis bildet eigenen Angaben zufolge ein von dem neurechten Vordenker und Verleger Götz Kubitschek herausgegebener Band.

Rahmenprogramm mit Kopf von „Kontrakultur Halle“

Mit Mario Müller wird beim Rahmenprogramm zur IB-Jahreskonferenz der maßgebliche Kopf des regionalen IB-Ablegers „Kontrakultur Halle“ vorgestellt. Er soll über das Hilfsprojekt „Alternative Help Association“ in Syrien berichten, was mit ethnisch-rassistischer Motivation Migration von dort verhindern soll. Im vergangenen Jahr beteiligten sich laut Veranstalter 160 „Identitäre“ an der Konferenz in Graz, darunter Gäste aus anderen europäischen Ländern.

Für den 9. Februar haben die „Identitären“ Patrick Uli Bass nach Linz in ihr zusammen mit der Burschenschaft „Arminia Czernowitz“ genutztes Veranstaltungszentrum eingeladen. Der tritt als deutscher Rap-Sänger unter dem Namen „Komplott“ auf. Bass startete seine ersten musikalischen Gehversuche noch unter dem Namen „Subverziv“. Er tauchte aktiv bei der rechten „Burschenschaft Germania“ in Marburg auf. 2017 erschien eine EP von ihm zusammen mit Christoph Zloch alias Chris Ares. Im Stück „Speerspitze“ wird von beiden der Begriff Hochfinanz benutzt, ein bekannter antisemitischer Terminus aus dem extrem rechten Sprachgebrauch.

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