Geldgierige Ratsherren
Dortmund – NPD und DVU in Dortmund werfen sich gegenseitig den Versuch finanzieller Manipulationen vor.
Die NPD behauptete, nach dem Wechsel des vormaligen DVU-Ratsmitglieds Axel Thieme zu den „Nationaldemokraten“ seien ihr „unmoralische Angebote“ unterbreitet worden. 400 Euro im Monat habe die DVU geboten, wenn Thieme doch noch dafür sorge, dass die Fraktion bis zum Ende der Wahlperiode Bestand habe. Davon seien 100 Euro „für den Wahlkampf der Kameraden“ gedacht gewesen – „damit sie still halten“. In Neonazi-Foren wird ergänzend eine persönliche Motivation des Fraktionsvorsitzenden Max Branghofer für ein solches Angebot angedeutet: Mit einem Erhalt des Fraktionsstatus wäre ihm seine erhöhte Aufwandsentschädigung erhalten geblieben. Die DVU konterte nun mit dem Vorwurf, die NPD habe „absurde und ungesetzliche Forderungen“ erhoben. Ihr Kreisvorstand habe „tatsächlich für das Verbleiben Axel Thiemes in der Fraktion verlangt, ein Drittel der städtischen Zuschüsse zu bekommen“. Dies wären von Jahresbeginn bis zum Ende der Wahlperiode etwas mehr als 10 000 Euro gewesen – allein für das Quartal bis Oktober rund 3400 Euro. Die DVU gibt sich empört: Städtische Zuweisungen dürften „lediglich für die Fraktionsarbeit verwendet werden, keinesfalls als Zulagen für Ratsmitglieder oder Alimentierung der Parteikasse“. (ts)