Geht „Altermedia“ der rechtsextreme Nachwuchs aus?

Ihre ehemalige Reichweite hat die Neonazi-Webseite „Altermedia“ längst verloren. Nach dem Haftantritt ihres früheren Betreibers Axel Möller recycelt die Plattform oftmals nur noch Hetz-Meldungen anderer Portale. Wie knapp offenbar "brauchbare" Aktivisten für solche Angebote der Neonazi-Szene sind, zeigt ein aktueller "Hilferuf".

Montag, 30. Juni 2014
Redaktion
Altermedia auf der Suche nach Journalisten mit "` Wissen´ im Bereich Geschichte"
Altermedia auf der Suche nach Journalisten mit "` Wissen´ im Bereich Geschichte"
Was der frühere Betreiber der rechtsextremistischen Internetseite „Altermedia“, Axel Möller, über seine Nachfolger denkt, ist nicht bekannt. Die Entwicklung seines Projektes in den letzten Monaten und Jahren dürfte dem Neonazi, der derzeit eine mehrjährige Haftstrafe in der JVA Bützow u. a. wegen Volksverhetzung, der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten verbüßt, allerdings sauer aufstoßen. Kämpft die Hetzseite doch mit einem stetigen Bedeutungsverlust, was nicht nur an der gestiegenen Attraktivität der Sozialen Medien für die Szene liegt. Eigene Artikel der anonymen Möller-Nachfolger sind Mangelware, vielmehr nutzten verschiedene Parteien, Gruppierungen und Einzelpersonen die Webseite, um ihre menschenfeindliche Weltsicht zu verbreiten. Meist finden diese zudem nur wenige Hundert Leser. Was macht Axel Möller? Nun, von Möller ist seit Monaten nichts mehr zu hören. Zuletzt verbreitete das von David Petereit, seines Zeichen NPD-Vize von Mecklenburg-Vorpommern und Landtagsabgeordneter, verantwortete Nachrichtenportal „MUPinfo“ zu Weihnachten 2013 einen vermeintlichen Brief Möllers. Dort hieß es, die „erzwungene Auszeit“ komme dem 50-Jährigen „in jeder Hinsicht entgegen“. Er sei „ideologisch gefestigter denn je“. Dem Abwärtstrend in seiner ehemaligen Redaktion dürfte dies wenig helfen. Händeringend werden nun per öffentlicher "Stellenanzeige" Schreiberlinge gesucht, die des Schreibens und Lesens einigermaßen mächtig sind. Aus für die Konkurrenz von „Ex-K3-Berlin“ „Altermedia“ hatte in der jüngeren Vergangenheit immer wieder mit technischen Problemen zu kämpfen, erst letzte Woche waren die Hetzer für einige Tage stumm. Mit ihrem Vorstoß, das eigene Angebot zu retten, reagieren die Neonazi-Blogger womöglich auf das Aus der Konkurrenz von „Ex-K3-Berlin“. Dem Portal aus der Hauptstadt war nach Ermittlungen und Hausdurchsuchungen der Boden zu heiß geworden – die Verantwortlichen schmissen hin.

Foto: Bruce Thomson, Lizenz: CC

Kategorien
Tags