"Gefährliche Person"

USA verweigern polnischem Holocaust-Leugner die Einreise für Konferenz.

Donnerstag, 01. April 2004
Michael Funk

Mit dem Amerikaner Ted O’Keefe und dem Deutschen Hans Schmidt ist das Programm der internationalen Revisionistenkonferenz, die am letzten Aprilwochenende im kalifornischen Sacramento stattfinden soll, um zwei prominente Namen erweitert worden. O’Keefe arbeitete bis 1995 zusammen mit dem Tagungskoordinator Mark Weber in der Redaktion des "Journal of Historical Review". Der 80-jährige Schmidt, ehemaliges Mitglied der Waffen-SS, der auf der Website des Veranstalters als ein "Gigant des Revisionismus" angekündigt wird, ist Autor einer Reihe antisemitischer Schriften und entzog sich einer Haftstrafe wegen Volksverhetzung in Deutschland 1996 erst durch die Flucht in die USA. Die Konferenz ist dem in Kanada inhaftierten Ernst Zündel gewidmet und wird vom australischen Adelaide Institute und dem European American Culture Council organisiert.
Verschiedene Quellen berichteten derweil auch über die geplante Teilnahme von Stormfront-Mitgliedern an der Konferenz. Entsprechende Gespräche werden vom Veranstalter im Internet bestätigt. Die "white-power"-Organisation tritt ebenso wie das "Institute for Historical Review" und das Sprachrohr der National Alliance, "Vanguard News Network", als Unterstützer der Veranstaltung auf. Als Teilnehmer werden einschlägig bekannte Holocaust-Leugner wie Fredrick Toben, Paul Fromm, Germar Rudolf, Gerhoch Reisegger oder der David Duke-Vertraute Stan Hess erwartet (BnR 2/04). Gespannt sein dürfen die Gäste auch auf den israelischen Verschwörungstheoretiker Barry Chamish.

Während "Stargast" Horst Mahler dem Adelaide Institute sein Kommen bestätigte, wurde nach Tomislav Sunic auch der polnische Historiker Dariusz Ratajczak von der Rednerliste gestrichen. Der Kroate Sunic zog, wie der "Informationsdienst gegen Rechtsextremismus" (IDGR) unlängst berichte, seine Zusage nach dem Regierungswechsel in seinem Heimatland zurück, da er sich dort Hoffnungen auf einen Kabinettsposten macht. Ratajczak wurde die Einreise in die USA aufgrund der von den amerikanischen Behörden vorgenommenen Einstufung als "gefährliche Person" verweigert.

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