Gedenken an Rechtsrock-Ikone

Für den 9. September sind musikalische Events in Südschweden und in Polen angekündigt.

Freitag, 25. August 2017
Horst Freires

Was die Gedenkkonzerte für die am 24. September 1993 bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommene Rechtsrock-Ikone Ian Stuart Donaldson von der britischen Band „Skrewdriver“ angeht, ist es weltweit ein jährliches Déjà-Vu: Ein Memorial-Konzert reiht sich an das nächste, und dabei sind nicht selten auch deutsche Bands beteiligt. Das gilt am 9. September für das braune Musikspektakel der „Blood&Honour“-Sektion Skandinavien in Südschweden ebenso wie für die parallel stattfindende Veranstaltung in Polen, die offiziell mit „Eastern Europe“ beworben wird. Genaue Örtlichkeiten oder Schleusungspunkte dorthin werden den interessierten Teilnehmern erst unmittelbar vor dem angesetzten Termin mitgeteilt.

Das Meeting in Schweden trägt das Motto „Walhalla Calling“. Dafür wurden ausschließlich deutsche Bands eingeladen. Das lässt das Fortführen und Funktionieren der deutsch-skandinavischen Achse im internationalen B&H-Netzwerk mutmaßen, obwohl die von Donaldson gegründete Organisation seit dem Jahr 2000 hierzulande verboten ist. Mit der Bandauswahl sollen wohl auch viele deutsche Besucher angelockt werden. Demnach sollen „Sachsenblut“ aus Freiberg, „Faust“ aus dem Raum Frankfurt/M. sowie „Sturmwehr“ um Jens Brucherseifer aus Gelsenkirchen auftreten.

Erinnerung an polnischen Neonazi

Für die Combo „Blutzeugen“ geht es am 9. September gen Osten. Dort treten die Sachsen zusammen mit „Whitelaw“ aus Nottingham und den Polen von „Obled“ und „Odwet“ auf. Gegen den „Blutzeugen“-Sänger laufen Ermittlungen, weil er beim „Rock gegen Überfremdung“-Konzert am 15. Juli im thüringischen Themar von der Bühne laut „Sieg Heil“ gerufen haben soll. Von „Whitelaw“ ist übermittelt, dass die Band in der Vergangenheit mit Sänger Benny Bullman ebenfalls lautstark auf der Bühne „Adolf Hitler – Sieg Heil“ intoniert haben soll. Das Gedenken in Polen umfasst neben der Huldigung von Donaldson auch die Erinnerung an den polnischen Neonazi Mariusz Szczerski. Dieser war Sänger der polnischen Rechtsrock-Band „Honor“ (Ehre) und starb Anfang August 2005 an den Folgen eines Autounfalls.

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