von Mathias Brodkorb
   

Für Rebecca K. wird es ernst: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Im November 2007 berichtete Spiegel-online von einer grausigen Geschichte. Die 17-Jährige Rebecca K. wollte ein kleines Mädchen ausländischer Herkunft vor vier gewaltbereiten Neonazis bewahrt haben. Als kleines "Dankeschön" hätten diese der Helferin dann ein Hakenkreuz in die Hüfte geritzt. Doch die Staatsanwaltschaft mag an die Geschichte nicht mehr glauben.

Die Empörung war groß und die öffentliche Lust, der vermeintlichen Heldin etwas Gutes zu tun, nicht weniger. So entschloss sich das "Bündnis für Demokratie und Toleranz" tätig zu werden und hat am 01. Februar 2008 der jetzt 18-Jährigen den Ehrenpreis für Zivilcourage verliehen - obwohl schon damals ernsthafte Zweifel am Wahrheitsgehalt der aufgetischten Geschichte bestanden.

Dieser zivilgesellschaftliche Übermut hat sich nun spätestens mit dem heutigen Tag selbst blamiert. Wie die Staatsanwaltschaft in Chemnitz mitteilte, wird gegen Rebecca K. defintiv wegen Vortäuschens einer Straftat Anklage erhoben. Nach einem neuen Gutachten dürfte sie sich das Hakenkreuz selbst in den Körper geritzt haben.

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