von Redaktion
   

Fünf Mann in Gewahrsam: Polizei verhindert Neonazi-„Besuch“ in Dortmunder Flüchtlingscamp

In Dortmund versuchten gestern Abend 25 Neonazis um Michael Brück zu einem Protestcamp syrischer Flüchtlinge vor der Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge zu gelangen. Da die Gruppe den Anweisungen der Polizei nicht Folge leisten wollte, verbrachten fünf von ihnen die Nacht in Gewahrsam.

Michael Brück auf einer Neonazi-Demo (Foto: Oliver Cruzcampo)

Seit Monaten wartet Fadi Khatib auf die Genehmigung seines Asylantrages, während seine Familie in der Hölle des Bürgerkrieges in seinem Heimatland festsitzt. Gemeinsam mit rund 100 anderen syrischen Flüchtlingen aus ganz Nordrhein-Westfalen hat der 30-Jährige, der im letzten Oktober nach Deutschland kam, deshalb vor der Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Dortmund Position bezogen – aus Protest. Einige von ihnen sind bereits in einen angekündigten Hungerstreik getreten.

Kurz nachdem die Nachricht bekannt wurde, machten sich rund 25 Neonazis unter lautem „Wir wollen keine Asylantenheime“ und „Deutschland den Deutschen – Ausländer raus!“-Gegröhle auf den Weg in die Huckarder Straße. Vor Ort hinderten die anwesenden Polizeikräfte die fast einheitlich in die bekannt-berüchtigten „T-Hemden“ des „Dortmunder Stadtschutzes“ gekleidete Gruppe um den stellvertretenden Vorsitzenden des Die Rechte-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen, Michael Brück, daran, sich „ein eigenes Bild von dem Spektakel“ zu machen, wie es auf einer parteinahen Internetseite heißt. In einem Video dokumentierten die Neonazis ihre misslungene Aktion, wenn auch mit ihrer ganz eigenen Interpretation.

Fünf Neonazis in Gewahrsam

Wie eine Polizeisprecherin den Ruhr Nachrichten bestätigte, nahmen die Beamten nach einem kleineren Handgemenge drei Neonazis in Gewahrsam, da sie dem erteilten Platzverweis nicht Folge geleistet hätten. Zwei weitere wurden ebenfalls abgeführt. Gegen sie lautet der Vorwurf Der Rechten zufolge auf Widerstand und versuchte Gefangenenbefreiung. Unter den von der Polizeimaßnahme betroffenen Personen war auch Michael Brück. Um eine Wiederholung der Aktion vorzubeugen, halten sich nach Angaben Der Rechten heute Polizisten bereit, die die Aktivitäten der Neonazis beobachten. 

Der Jura-Student nutzte den Vorfall sogleich, um einen „Eingriff in seine parlamentarische Arbeit“ zu konstruieren. Die Nacht hinter Gittern hätte es ihm unmöglich gemacht, so der ehemalige Kader des verbotenen „Nationalen Widerstand Dortmund“ (NWDO), sich auf die heutige Sitzung des Bezirksrates Dortmund-Huckarde „planmäßig vorzubereiten“. Wichtige Fristen zur Einreichung von Unterlagen könne er nun nicht mehr einhalten.

Ist Brück der richtige Mann?

Um Ausreden für ihren dürftigen Beitrag im „Hamsterrad des Parlamentarismus“, wie es Ex-NPD-Chef Holger Apfel einst nannte, waren Neonazis noch nie verlegen. Zuletzt hatte mit Dennis Giemsch erst der Frontmann der Splitterpartei im Stadtrat der Westfalenmetropole das Handtuch geworfen. Nachgerückt war mit Brück ausgerechnet ein schon jetzt offensichtlich überforderter Aktivist mit miserablem Zeitmanagement.

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