Freiheitsentzug für „Die Rechte“-Chef?

Dortmund - Nach einem neuen Urteil am Landgericht Dortmund rückt ein Haftantritt für den Bundesvorsitzenden der Neonazi-Kleinstpartei „Die Rechte“ (DR), Sascha Krolzig, näher.

Freitag, 05. Juni 2020
Redaktion

Das Gericht verurteilte Krolzig am gestrigen Donnerstag zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten. Hauptsache der Berufungsverhandlung war eine Verurteilung wegen einer Tat in Dortmund, wo der seinerzeit unter Bewährung stehende Krolzig im alkoholisierten Zustand im Jahr 2016 Kneipengäste rassistisch und antisemitisch beleidigt hatte. Zudem versuchte der heute 32-Jährige erfolglos, einen Mann mit einem Glas anzugreifen. Außerdem zeigte er den Hitler-Gruß. Das Urteil aus erster Instanz (bnr.de berichtete) bestätigte das Landgericht zwar inhaltlich, reduzierte die seinerzeit gegen den Neonazi-Kader verhängte Haftstrafe allerdings.

Rechtskräftig verurteilt worden war Krolzig bereits am Landgericht Bielefeld wegen Volksverhetzung und antisemitischer Beleidigungen gegen den Vorsitzenden einer jüdischen Gemeinde. Das Urteil (bnr.de berichtete) hatte das Oberlandesgericht Hamm im Februar bestätigt, weswegen Krolzig deswegen für sechs Monate in Haft soll.(bnr.de berichtete) Aus diesem und dem gestrigen neuen Urteil bildete das Dortmunder Landgericht nunmehr die Gesamthaftstrafe von 14 Monaten ohne Bewährung.

Krolzig, der Jura studiert hat und wegen seiner zahlreichen, oft einschlägigen Verurteilungen das zweite Staatsexamen zum Volljuristen nicht ablegen durfte, weist unterdessen mehr als zehn Einträge in seinem Vorstrafenregister auf. Weitere Verfahren gegen den DR-Bundesvorsitzenden sollen anhängig sein, unter anderem gegen ihn als Verleger der neonazistischen Zeitschrift „N.S.Heute“. (bnr.de berichtete) Obschon das Urteil von gestern noch nicht rechtskräftig, ist äußerte die DR in einer Mitteilung, ihr Parteichef werde wohl in den nächsten Monaten seine Haft antreten müssen. (mik)

Kategorien
Tags