von Marc Brandstetter
   

Frankreich: Rechtsextremer Publizist begeht Selbstmord

In der gut besuchten Pariser Kathedrale Notre-Dame nahm sich gestern der bekannte franzözische Publizist Dominique Venner das Leben. Mit seiner Aktion wollte der Rechtsextremist ein Zeichen setzten, getreu seinem Credo „Taten statt Worte“. Dafür feiert ihn nun die Szene.

Dominique Venner bezeichnete sich selbst als „europäischen Nationalisten“. Der Veteran des Algerienkrieges bekämpfte später als Aktivist der terroristischen Organisation OAS die Unabhängigkeitsbemühungen des afrikanischen Landes von Frankreichs. Die Süddeutsche Zeitung nennt den 78-Jährigen eine „bekannte Figur in rechtsextremistischen Kreisen“.

Gestern erschoss sich Venner in der Kathedrale von Notre-Dame, in der sich zu diesem Zeitpunkt 1.500 Menschen befunden haben sollen. Zuvor hatte er in einem Blog-Eintrag neue Formen des Widerstandes beschworen. Konkret richtete sich sein Protest gegen die Homo-Ehe, über die in Frankreich derzeit heftig gestritten wird.

In einschlägigen Kreisen bekommt Venner Respekt und Anerkennung für seinen Selbstmord, den die Chefin des Front National, Marine Le Pen eine „zutiefst politische Tat“ nannte. Die Junge Freiheit hat gar ein Sonderthema aus dem Boden gestampft.

Kommentare(1)

Paul.Pa. Donnerstag, 23.Mai 2013, 10:24 Uhr:
Wenn er sich als buddhistischer Mönch umgebracht hätte ( Ältere erinnern sich noch an das Geschehen in Südvietnam ), wären die Medien voll gewesen.
So bleibt nur ein Zeichen von Verzweiflung über den Untergang eines Volkes, das kaum einer zur Kenntnis nehmen wird.
 

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