Frank Franz bleibt NPD-Bundeschef

In einer Kampfabstimmung gegen den Thüringer Landesvorsitzenden Thorsten Heise ist der NPD-Chef Frank Franz in seinem Amt bestätigt worden. Für einen radikaleren Kurs votierten beim Bundesparteitag am Wochenende in Saarbrücken jedoch rund 40 Prozent der Delegierten.

 

Montag, 13. März 2017
Redaktion

Für Frank Franz stimmten am Samstagabend 102 von 172 Delegierten (59,3 Prozent). Auf Heise entfielen 69 Stimmen. Vertreter der Medien waren vor Beginn der Personaldebatte ausgeschlossen worden.

Hinter verschlossenen Türen warb Franz um Unterstützung auch bei jenem Teil der Partei, der seinen Kurs als zu gemäßigt ablehnt. Die NPD sei die „Speerspitze des nationalistischen Kampfs für die Freiheit des deutschen Volkes“, rief er. Gegenkandidat Heise meinte hingegen, die NPD werde „nicht entschieden genug geführt“. Sie habe „keine Vision“. Ihm fehle „die deutliche Unterscheidung zwischen der Alternative für Deutschland und der NPD. Der Bürger kann uns fast überhaupt nicht mehr voneinander unterscheiden“. Heise klagte, die „aktivistische Basis“ sei „abgehauen  aus der Partei“. Die NPD müsse wieder „Großveranstaltungen auf der Straße“ organisieren und den Anspruch haben, „die führende Kraft der nationalen Bewegung zu sein oder zu werden“.

Appell an „alte Kämpfer“

Auch sein Personaltableau hätte eine deutliche Radikalisierung der NPD zur Folge gehabt. Für die engere Parteiführung hatte Heise den Ex-NPD-Vorsitzenden Udo Voigt, den Berliner Landeschef Uwe Meenen und den Unnaer Kreisvorsitzenden Hans-Jochen Voß vorgesehen.

Nach seiner Niederlage gegen Franz wurde Heise am Sonntag als einer der Stellvertreter von Franz neu in die Parteiführung gewählt. Er bat daraufhin „alle meine alten Kämpfer und alten Kameraden, wieder in die Partei einzutreten oder wieder mit der Partei zusammenzuarbeiten“. Denn er stehe „für den Weg der komplett nationalen Einheitsbewegung“. In ihren Ämtern bestätigt wurden die stellvertretenden Vorsitzenden Ronny Zasowk und Stefan Köster. (ts)

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