von Redaktion
   

Festerling kündigt Auftritt mit AfD-Kandidatin Federau und „Kategorie C“-Musiker an

Bei der Landtagswahl am 4. September tritt Petra Federau für die AfD als Direktkandidatin in Schwerin an. Selbst in der eigenen Partei ist die Rechtsaußlegerin nicht unumstritten, ein Sonderparteitag kippte sie von der Landesliste. Nun kündigt die frühere Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling Federau als Gast für den „Tag der Einheit der Bürgerbewegungen“ am 3. Oktober in Dresden an – gemeinsam mit den Sänger der umstrittenen Hooligan-Band „Kategorie C“, Hannes Ostendorf.

Petra Federau (Foto: Oliver Cruzcampo, Archiv)

Petra Federau wird dem völkisch-nationalen Flügel der Alternative für Deutschland zugerechnet. In der Vergangenheit stand die frühere Geschäftsführerin des AfD-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern mehrmals in der Kritik. Fremdenfeindliche Postings bei Facebook schadeten ihrem Ansehen zunächst kaum. Brenzlig wurde es für die Schwerinerin erst, als die eigene Partei ihr vorwarf, ihre mutmaßliche Tätigkeit für einen Escort-Service, der Frauen auch in den arabischen Raum vermittelt haben soll, verheimlicht zu haben. Auf einem Sonderparteitag sprach sich die Mehrheit der anwesenden AfD-Mitglieder dafür aus, Federau von der Landesliste zu kippen. Dort hatte sie bis dahin den sicheren dritten Platz inne. Von Seiten des Landesvorstandes hieß es, das Vertrauensverhältnis sei zerrüttet. Federau aber gab sich kämpferisch. Sie zog nicht zurück und ließ es auf eine Abstimmung über ihr Schicksal ankommen. Zuvor hatte sie den Parteifreunden in Binz versichert, sich „bis zu letzten Atemzug für dieses Land, für dieses Volk einsetzen“ zu wollen.

Selbst diese delikate Angelegenheit ließ Federaus Unterstützer aus den radikaleren Reihen nicht von der blauen Fahne gehen. In Schwerin macht sie in der Hoffnung auf viele Erststimmen unentwegt Wahlkampf. Das Klima zwischen ihr und der AfD-Führungsspitze um Leif-Erik Holm scheint eisig. Der Wind gegen die umstrittene AfD-Aktivistin könnte sich nun noch einmal verstärken. Denn auf der Webseite der früheren Pegida-Strippenzieherin Tatjana Festerling wird Federau für eine Veranstaltung am 3. Oktober in Dresden angekündigt. Der „Tag der Einheit der Bürgerbewegungen“ steht unter dem Motto „Komm Merkel. Hier erlebst du dein blaues Wunder!“. In der AfD selbst herrscht Uneinigkeit, wie mit Pegida und ihren Ablegern umzugehen sei. Auf Federaus Seiten findet sich bislang kein Hinweis auf einen Auftritt.

Ganz rechts kommt nur noch der Abgrund

Die Gesellschaft, in der Federau laut Webseite auftreten soll, hat es in sich. Festerling, einst als Pegida-Oberbürgermeisterkandidatin in Dresden mit zehn Prozent der Stimmen bedacht, steht nach Medienberichten im Visier der Behörden. Gegen sie liefen verschiedene Ermittlungen, etwa wegen einer unangemeldeten Demonstrationsserie in Berlin oder wegen des „Anwerbens für einen fremden Militärdienst“. Festerling, die einst selbst der AfD angehörte, bezweifelte, gegen Gesetze verstoßen zu haben. In Bulgarien habe sich die Aktivistin, die Pegida nach einem Streit den Rücken gekehrt hatte, einer Bürgerwehr angeschlossen, die Flüchtlinge jage, lautete ein weiterer Vorwurf. Bei Facebook waren Bilder dieser Aktionen einsehbar. Von den Ermittlungen sei teilweise auch ihr Mitstreiter Edvin Wagensveld betroffen, schreibt der Tagesspiegel. Wagenveld soll laut Werbung am 3. Oktober genauso in Dresden auftreten wie zwei Vertreter einer „Freiwilligen Grenzpatrouille Bulgariens“.

Tatjana Festerling, hier bei einem früheren Auftritt (Foto: Oliver Cruzcampo, Archiv)

Spannend ist in diesem Zusammenhang eine weitere Personalie. Angekündigt wird außerdem „Hannes von Kategorie C“. Gemeint ist damit vermutlich Hannes Ostendorf, Sänger der umstrittenen Musikband, auf die der Bremer Verfassungsschutz ein Auge geworfen hat. Die Gruppe unterhält enge Verbindungen ins Hooligan-Milieu, ihre Mitglieder gelten selbst als Szeneangehörige. Im Oktober trat „Kategorie C“ bei der Großdemonstration der „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) in Köln auf, die in heftigen Straßenschlachten mit der Polizei endete.  

Kommentare(2)

Therapeut Samstag, 27.August 2016, 00:38 Uhr:
Hannes, du solltest nicht nach Dresden kommen. Da du bei den Bremer Stadtmusikanten spielst sei dir gesagt: "Esel haben wir hier schon genug"!
 
Dresdner Montag, 29.August 2016, 20:19 Uhr:
Ich schließ mich an. Aber da o.g. Herrschaften anderswo kein Publikum haben, werden sie uns noch lange heimsuchen.
 

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