von Oliver Cruzcampo
   

Feine Sahne Fischfilet vs. Verfassungsschutz: Eine unendliche Geschichte?

Vier Jahre sind mittlerweile vergangen, seit der Verfassungsschutz die Beobachtung von Feine Sahne Fischfilet einleitete. Im aktuellen Bericht wird die Band nun nicht mehr erwähnt, doch ob sie weiterhin beobachtet wird, ist unklar. Die Behörde windet sich.

Feine Sahne Fischfilet

Feine Sahne Fischfilet werde im aktuellen Verfassungsschutzbericht nicht aufgeführt, so Lorenz Caffier bei der Vorstellung der aktuellen Publikation am Dienstag in Schwerin. Weiter wollte sich der Innenminister dazu nicht äußern.

Ist das Kapitel Feine Sahne Fischfilet versus Verfassungsschutz nun offiziell beendet? Eine klare Beantwortung der Frage fällt schwer. „Die Nichterwähnung einer Gruppierung im Verfassungsschutzbericht lässt nicht den Schluss zu, dass diese nicht beobachtet wird“, erklärt eine Sprecherin der Innenministeriums.

Zwei Aussagen, die viel Interpretationsspielraum lassen – und das wohl nicht ohne Grund. Die beim Innenministerium angesiedelte Behörde musste in den vergangenen Jahren viel Kritik einstecken. Im Bericht wurde der Punkrock-Band mehr Platz gewidmet als dem NSU, der auch in Mecklenburg-Vorpommern mordete. Die Beobachtung durch die Sicherheitsbehörde brachte der Band viele Solidaritätsbekundungen und einen massiven medialen Schub.

„Manchmal ist es ein Kompliment“

Neben Feine Sahne Fischfilet wurden auch mehrere linke Institutionen in Rostock und Greifswald genannt, die dagegen Klage einreichten und vor Gerichten gewannen. Ein ausgegliedertes Verfahren verfolgte die Band jedoch nicht weiter. „Wir haben nicht weiter geklagt, da wir uns dazu entschieden haben, die zigtausenden Euros, die wir dafür bezahlten, lieber in coole Projekte zu stecken“, so Monchi, der Sänger der Band. „Manchmal ist es ein Kompliment, wenn Leute oder Behörden einen scheiße finden. Ob wir jetzt raus sind oder nicht, erscheint uns in gewisser Weise irrelevant, solange diese Behörde besteht und genau das weiterhin macht, was sie seit Jahren macht: Neonazi-Gruppierungen unterstützen und antifaschistische Organisationen kriminalisieren.“

Vor einem Monat startete die Band unter dem Motto „Noch nicht komplett im Arsch“ eine auf die anstehende Landtagswahl ausgerichtete Kampagne, mit der einem Rechtsruck in der Gesellschaft entgegengewirkt werden soll.

Kommentare(1)

Robert Mittwoch, 24.August 2016, 17:39 Uhr:
Wer "Deutschland verrecke" singt muss sich halt nicht wundern, wenn das die Behörden auf den Plan ruft.
 

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