von Redaktion
   

Ex-NPD-Chef Apfel auf Mallorca abgestürzt

Auf Mallorca wollte Holger Apfel nach seinem spektakulären Abgang als NPD-Chef einen Neuanfang wagen. Nach einem Jahr als Kneipier scheint ihn das Glück verlassen zu haben. Probleme mit Geschäftspartnern, Angestellten und seiner Familie sorgten auf der Sonneninsel für Gesprächsstoff. Außerdem soll der einstige Spitzenfunktionär seinen Führerschein verloren haben – nach einer Fahrt unter Alkoholeinfluss.

Holger Apfel macht auf Facebook den Bachmann (Foto: Screenshot Facebook)

Möglicherweise fragte sich der ein oder andere Beobachter in den letzten Monaten: Was ist aus Holger Apfel geworden, dem langjährigen NPD-Spitzenfunktionär, der mit seinem vorgeblich weichgespülten Kurs der „seriösen Radikalität“ seine Partei aus der Schmuddelecke in die Mitte der Gesellschaft führen wollte? Die Informationen flossen spärlich, obwohl die Parteispitze der Rechtsextremisten noch unter ihrem Ex-Vorsitzenden Udo Pastörs angekündigt hatte, die „Affäre Apfel“ mit Nachdruck aufzuarbeiten. Was war passiert?

Seine früheren Parteifreunde warfen Apfel, der als Wahlkampf-Manager die Weichen für die beiden Landtagseinzüge der NPD in Sachsen 2004 und Mecklenburg-Vorpommern 2006 stellte, sexuelle Übergriffe auf junge „Kameraden“ vor. Der gab vor, sich an nichts erinnern zu können. Schuld sei der Alkohol gewesen. Jedenfalls knickte der vierfache Familienvater unter dem Druck ein, und stellte seine Ämter als Fraktionsvorsitzender im sächsischen Landtag und als Bundesvorsitzender der NPD zur Verfügung. Sein Landtagsmandat legte er ebenfalls nieder. Die NPD allerdings hüllte sich in Schweigen; weitere Angaben erfolgten nicht. Bis heute steht der Verdacht im Raum, es könnte sich um einige gezielte Intrige von Apfel-Gegnern gehandelt haben, um den ungeliebten Parteichef loszuwerden und seine politischen Vorstellungen zu beerdigen. Holger Apfel kehrte derweil Deutschland den Rücken und tauschte auf Mallorca – seine Affinität zu dieser Insel hatte ihm schon zu NPD-Zeiten einen entsprechenden Ruf eingebracht – das Rednerpult gegen den Zapfhahn.

Pechsträhne

Doch der Alkohol scheint den Arbeitsmigranten selbst in seiner neuen „Heimat“ eingeholt zu haben. „malleBZ“ berichtet, Apfel habe nach einer Trunkenheitsfahrt seinen Führerschein für neun Monate verloren. Außerdem sei eine Geldstrafe im vierstelligen Bereich verhängt worden.

In einem Jahr Mallorca kann echt viel passieren ....!!

Posted by malleBZ.net on Sonntag, 26. April 2015

 

Damit nicht genug. Das Online-Magazin schreibt weiter, Apfels Geschäftspartner sei bald nach Eröffnung der „Maravillas Stube“ aus dem Betrieb ausgeschieden. Außerdem habe der Koch das Weite gesucht, worunter die Qualität der Speisen leide. Grund seien „unüberbrückbare Probleme“ gewesen. Offenbar sei der Neugastronom mit dem Andrang „überfordert“ gewesen.

Partyinsel Mallorca - und Apfel mittendrin

Im privaten Bereich scheint es für den 44-Jährigen nicht rund zu laufen, wie „Malle BZ“ weiter enthüllt. Sein Frau Jasmin sei mit den gemeinsamen vier Kindern zurück nach Deutschland gezogen. Nicht zum ersten Mal, dass die Beziehung zwischen dem Ex-NPD-Spitzenfunktionär und seiner Frau, die an sich an führender Stelle des „Rings Nationaler Frauen“ (RNF) engagierte, für Schlagzeilen sorgt. Im Spätsommer verließ Jasmin ihren Mann, um bald zu ihm zurückzukehren. Die Szene reagierte mit Gespött. 

Plenum gegen Kneipe getauscht: Holger Apfel (Foto: ENDSTATION RECHTS.)

Auf Facebook kommentiere Holger Apfel den „malleBZ“-Artikel mit den Worten „Deutsches Sprichwort: Was stört es eine deutsche Eiche, wenn sich eine Sau daran reibt!“. Wenige Tage vorher stellte er in dem Sozialen Netzwerk ein Bild ein, das ihn mit „Hitler-Bärtchen“ und weiteren Bemalungen zeigte. Die Kommentare lassen darauf schließen, der einstige NPD-Mann war auf einer Feier eingeschlafen und entsprechen „verschönert“ worden. „Ich glaub, ich bring ihn um“, schrieb er dazu mit einem Smiley.

Kommentare(10)

Moe Montag, 27.April 2015, 15:49 Uhr:
Er hat nicht „Ich glaub, ich bring mich um“ geschrieben, sondern "„Ich glaub, ich bring ihn um“ Deutlich in eurem Screenshot zu erkennen
 
Die Redaktion Montag, 27.April 2015, 15:51 Uhr:
Richtig!
Wurde umgehend geändert.
 
Insider wissen mehr! Montag, 27.April 2015, 16:00 Uhr:
@ Die Informationen flossen spärlich, obwohl die Parteispitze der Rechtsextremisten noch unter ihrem Ex-Vorsitzenden Udo Pastörs angekündigt hatte, die „Affäre Apfel“ mit Nachdruck aufzuarbeiten.

Nachdruck? Ha, ha, ha! Der Witz ist wirklich gut!
 
Robert Montag, 27.April 2015, 16:46 Uhr:
"Ich war besoffen, kann mich an nichts erinnern, " den Spruch brachte ich mit 17 als ich mich nicht getraut habe mit meinem allerersten männlichen, daraufhin kurz enttäuscht dreinblickenden Sexpartner, die vergangene sehr geile Nacht zu besprechen... Homo- und bisexuelle Nazis tun mir echt ein bisschen leid. Obwohl, nee. Selbst schuld.
 
Antigone Montag, 27.April 2015, 20:07 Uhr:
... wenn er schon mit deutschen Sprichwörtern um sich wirft ... ich hab auch noch eins: Hochmut kommt vor dem Fall! ... und in dem "Fall" kann der "Fall" nicht tief genug sein :P
 
Fragemichnur Montag, 27.April 2015, 20:13 Uhr:
Warum interessiert ihr euch noch für den?
 
Der Archivar Montag, 27.April 2015, 20:37 Uhr:
Interessant auch die Eninger Bockwurst-Exzesse des heutigen „Mallorca-Hitlers“ [ vgl. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8674579.html]. Damals noch JN-Oberhäuptling von Udo Voigts Gnaden …
 
axel Montag, 27.April 2015, 20:45 Uhr:
fast schon wieder sympathisch.
 
Elvira Montag, 27.April 2015, 23:15 Uhr:
Warum kann ich mit dieser Person bloß kein Mitleid haben ?
 
Paul Dienstag, 28.April 2015, 21:36 Uhr:
.......die Neu-Nazi Lebensgeschichte erinnert an den Röhm-Putsch 1934
 

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