von Redaktion
   

Ex-BDI-Präsident Henkel heuert endgültig bei AfD an

Nach Informationen des Focus verstärkt Ex-BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel die Reihen der eurokritischen Alternative für Deutschland. Zusammen mit dem amtierenden Sprecher Bernd Lucke soll der einstige Manager die AfD ins Europaparlament führen. Zuletzt hatte die Protestpartei vor allem mit innerparteilichen Grabenkämpfen für Schlagzeilen gesorgt.

AFD-Wahlplakat (Foto: Oliver Cruzcampo)

Nach dem knappen Scheitern bei der Bundestagswahl im Herbst letzten Jahres (4,7 Prozent) steht für die eurokritische Protestpartei Alternative für Deutschland (AfD) mit der Europawahl im nächsten Mai eine erste Bewährungsprobe an. Dann muss sich zeigen, ob die Sammlung unterschiedlichster politischer Kräfte mehr ist als eine politische Eintagsfliege.

 

Die Chancen der AfD, am 25. Mai die Drei-Prozent-Hürde zu nehmen, stehen nicht schlecht. Umfragen sehen die Euroskeptiker, denen Kritiker eine mangelnde Distanz zu rechtspopulistischem oder sogar rechtsextremistischem Gedankengut vorwerfen, bei einem Stimmenanteil von bis zu fünf Prozent. Zuletzt hatten allerdings immer wieder Meldungen über innerparteiliche Zerwürfnisse den Frieden gestört. Im hessischen Landesverband beispielsweise toben heftige Personalquerelen. Dessen Chef Volker Bartz hatte sich geweigert, einen Nachweis über die von ihm geführten akademischen Titel zu erbringen – und wurde daraufhin vom Bundesvorstand abgesetzt. Nun steht ihm ein Parteiausschlussverfahren bevor.

 

Dafür kann die AfD mit dem ehemaligen Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel, einen prominenten Neuzugang verzeichnen. Nach Informationen des Focus sei der Ex-IBM-Manager bereits vor einigen Wochen den Euroskeptikern beigetreten. Gemeinsam mit Sprecher Bernd Lucke soll der Dauergast in Talkshows die Partei in den Europawahlkampf führen und damit helfen, die Gräben zwischen eher liberalen und ultrarechten Parteianhängern zuzuschütten.

 

Über die endgültige Zusammensetzung der Liste soll ein Parteitag am 25. Januar in Aschaffenburg entscheiden. Wie das Blatt aus Führungskreisen erfahren haben will, soll Henkel dort einen Spitzenplatz bekommen.

Keine Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen