von Redaktion
   

Europawahl: Ex-NPD-Chef Voigt schafft es nach Straßburg

Die NPD konnte bei den Europawahlen ihre ehrgeizigen Ziele nur teilweise umsetzen. Bis zuletzt hatte die Partei auf zwei Mandate gehofft, nun schafft es nur Ex-Chef Udo Voigt nach Straßburg. Zufriedene Gesichter hingegen bei der AfD. Die Euro-Kritiker erreichten aus dem Stand 7,0 Prozent und damit sieben Sitze. Die ohnehin kaum noch präsenten REP scheiterten komplett.

Udo Voigt wird wie Ex-NPD-Chef Holger Apfel zukünftig im Ausland anzutreffen sein. Der eine in Straßburg, der andere in Palma de Mallorca (Foto: Oliver Cruzcampo)

Udo Voigt zieht ins Europaparlament ein. Die 1,0 Prozent seiner NPD reichen dem vorbestraften früheren Parteichef für einen Sitz in Straßburg. Allerdings wird der 61-Jährige, über dessen angeschlagenen Gesundheitszustand in den letzten Wochen vermehrt Gerüchte die Runde machten, die schwarz-weiß-roten Parteifahnen auf europäischer Bühne alleine vertreten müssen. Der blasse sächsische Historiker Olaf Rose – Nummer zwei der NPD-Liste – verpasste einen Sitz. Dass er Voigt trotzdem folgt, ist nicht ausgeschlossen: Immerhin stehen den Rechtsextremisten fortan rund 25.000 Euro für einen Mitarbeiterstab sowie als Kostenpauschale zur Verfügung. Das NPD-Mandat wurde erst durch den Fall der Drei-Prozent-Hürde möglich, die das Bundesverfassungsgericht kürzlich für verfassungswidrig erklärte. 

NPD Hochburgen im Osten

Bundesweit schnitt die NPD erneut in den neuen Bundesländern am besten ab. In Sachsen kam sie auf überraschend starke 4,1 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern reichte es für 2,5 Prozent und in Thüringen, wo in diesem Jahr wie in Sachsen ein neuer Landtag gewählt wird, entschieden sich 3,5 Prozent für die Rechtsextremisten. Im Westen hingegen bleibt die Partei ein zahnloser Tiger, insbesondere in Hamburg (0,4 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (0,6 Prozent) vermag sie überhaupt nicht zuzubeißen.


Der gescheiterte Olaf Rose, hier zusammen mit NPD-Chef Udo Pastörs

Beim letzten Urnengang vor fünf Jahren war die Partei nicht angetreten. Damals überließ sie ihrer Partnerorganisation DVU den Vortritt, die nicht über 0,4 Prozent der Stimmen hinaus kam. Das niederschmetternde Resultat sorgte für dicke Luft zwischen den beiden „Deutschland-Pakt“-Parteien, der Kontrakt wurde kurz darauf durch die NPD aufgekündigt. Nach einer Eiszeit schluckte die heutige Pastörs-Truppe schließlich die DVU, ohne jedoch nachhaltig davon zu profitieren.

AfD als Wahlsieger

Voigt bedauerte in einer ersten Stellungnahme, dass „sich bei ihrer Stimmabgabe so viele Menschen für eine Partei wie die “Alternative für Deutschland” entschieden haben“. Und tatsächlich – die AfD überrundete die NPD leicht und kam auf 7,0 Prozent. Bei den für die NPD wichtigen Landtagswahlen im Spätsommer und Herbst diesen Jahres könnten sich die Senkrechtstarter zu einem existenzgefährdenden Problem für die Mannschaft um den amtierenden Parteivorsitzenden Udo Pastörs entwickeln – beide fischen teilweise in einem ähnlichen Wählerreservoir.

Neben Parteisprecher Bernd Lucke und dem früheren BdI-Präsidenten Hans-Olaf Henkel dürfen Bernd Köme, Beatrix von Storch, Joachim Starbatty, Ulrike Trebesius und Marcus Pretzel Büros in Straßburg anmieten. Lucke erklärte die AfD, die erst im Februar 2013 ins Leben gerufen worden war, in einem Fernsehinterview bereits zu einer „Volkspartei“.

Einen schwarzen Tag erwischten die Republikaner, die nur 0,4 Prozent der Wähler für sich mobilisieren konnten. Damit scheiterten die Hobbypolitiker um ihren Vorsitzenden Rolf Schlierer, für die vor allem „No Names“ in den Wahlkampf gezogen waren, an der wichtigen Grenze von 0,5 Prozent, um an der staatlichen Parteienfinanzierung teilhaben zu können.

Kommentare(17)

nur mal angemerkt Montag, 26.Mai 2014, 07:10 Uhr:
Trotzdem ein schwarzer Tag für Europa-Träumer. Und das ist gut so! Gutmenschliche Hetze wirkungslos! Ein guter Grund die Sektkorken knallen zu lassen.
 
Sue Montag, 26.Mai 2014, 08:55 Uhr:
Die "schwarz-weiß-roten Parteifahnen" der NPD beinhalten übrigens nur die Farben Weiss und Rot. Das mag marginal erscheinen (zudem die ja viel öfter SWR-Fahnen mit sich rumschleppen), aber bei den Leuten, denen eh schon immer eingeprägt wurde, dass "die Medien lügen", setzt bei jedem kleinen Fehler ein Reflex ein und der Rest des Artikels erscheint in ihren Augen unglaubwürdig.

"... schluckte die heutige Pastörs-Truppe schließlich die DVU, ohne jedoch nachhaltig davon zu profitieren..."

Njet, Pastörs hatte damit praktisch gar nichts zu tun - seine Truppe ebensowenig. Das war vor allem Jürgen Rieger geschuldet, der jahrelang auf eine Fusion hin arbeitete. Profitiert hat die NPD leider insofern, als dass sie keinen direkten Gegenpart am rechten Rand mehr hat (wenn wir die AfD außen vor lassen wollen *hust* Und natürlich "Die Rechte" als Neugründung, was zu dem Zeitpunkt aber nicht absehbar war und auf mittlere Sicht wohl auch keine Bedrohung für die NPD werden dürfte) - DVU und NPD jedenfalls traten bis dahin oft zum beiderseitigen Nachteil gegeneinander an und scheiterten oft beide parallel entweder an der Hürde zur Kostenerstattung, oder (seltener) sogar an der Fünfprozenthürde, so geschehen in ausnahmslos allen neuen Bundesländern. Da kam Jürgen Rieger und vermittelte eine Art von Waffenstillstand. Die erfolgversprechendsten Bundesländer wurden unter NPD und DVU aufgeteilt, der sog. Deutschlandpakt. Als die DVU überirdisch schlecht abschnitt, ergab sich die Fusion.
 
Dennis Montag, 26.Mai 2014, 14:56 Uhr:
@ nur mal angemerkt:

"Trotzdem ein schwarzer Tag für Europa-Träumer. Und das ist gut so! Gutmenschliche Hetze wirkungslos! Ein guter Grund die Sektkorken knallen zu lassen. "

Wenn für Sie ein Ergebniss von einem lächerlichen Prozent ein Grund ist, die Korken knallen zu lassen, dann mal los.
Für alle anderen bleibt es das, was es ist: Eine peinliche Niederlage der Nazis, ein verpassen der eigenen Ziele, weniger Stimmen als bei der letzten Bundestagswahl, ein einziger Neonazi in Straßburg, noch dazu ein vorbestrafter.

Ganz nebenbei, was will die NPD eigentlich im Europa-Parlament?
Für Nazis ist die EU doch eh eine Institution, die abgeschafft gehört. Schließlich sind das dort ja eh alles Juden........
 
nur mal angemerkt Montag, 26.Mai 2014, 17:39 Uhr:
@dennis
Wer lesen kann ist klar im Vorteil, Sie können es nicht. Mir ist das Abschneiden der NPD relativ egal. Viel interessanter ist das Ergebnis anderer Parteien, die europaweit den Kurs " Die einen bezahlen nur und die anderen nehmen nur" nicht mehr mit tragen wollen. Und diese Parteien werden immer stärker! Egal ob in Frankreich, Großbritanien, Finnland, Österreich oder hier in Deutschland.
Pech für Gutmenschen wie Dich! Jede Stimme gegen Euch ist eine gute Stimme. Und es werden zum Glück immer mehr. lol
Ansonsten war es wohl eher eine Niederlage der linksgrünen Gutmenschen, aber das haben Sie wie immer geflissentlich übersehen!

Und was hat der "vorbestrafte" Nazi böses getan? Hatte er Kinderpornos auf dem PC, Steuern hinterzogen, mit Flugmeilen betrogen? Nö.
 
Roichi Montag, 26.Mai 2014, 19:40 Uhr:
@Sue

Die Fahnen sind weiß-rot-weiß mit einem schwarzen Kreis in der Mitte.
Weder Farben, noch Anordnung sind zufällig.
Und auch die alte Reichsflagge ist gerne gesehen bei der NPD.
 
Dennis Montag, 26.Mai 2014, 22:13 Uhr:
@ nur mal angemerkt:
"Viel interessanter ist das Ergebnis anderer Parteien, die europaweit den Kurs " Die einen bezahlen nur und die anderen nehmen nur" nicht mehr mit tragen wollen"

Am interessantesten ist eigentlich die Tatsache, dass es offensichtlich viele Menschen gibt, dazu zähle ich auch Sie, die dumm genug sind, auf so eine Parole hereinzufallen. Denn der Satz, "Die einen bezahlen nur und die anderen nehmen nur", ist schlicht Quatsch, eine Lüge. Aber um das zu kapieren, müsste man sich ja mal genauer mit den Finanzen und Zahlungsflüssen der EU auseinandersetzen.

"...eher eine Niederlage der linksgrünen Gutmenschen,..."

Da Sie ja alle als linksgrüne Gutmenschen bezeichnen, die nicht Ihre kranke Einstellung teilen, übertrage ich den Begriff einfach mal auf alle Parteien ausser der NPD. Jetzt lassen Sie mich kurz rechnen: Die NPD hat einen lächerlichen Prozentpunkt der Stimmen in Deutschland bekommen. Was bedeutet das??? Richtig, alle anderen Parteien teilen sich die übrigen 99 Prozent der gültigen Stimmen. Sie haben recht, dass ist wirklich eine Niederlage. Allerdings nicht für die demokratischen Wähler, sondern wie schon gesagt, für Ihre Nazi-Partei.

Ende Teil 1
 
Dennis Montag, 26.Mai 2014, 22:17 Uhr:
Teil 2
@ nur mal angemerkt:

"Und was hat der "vorbestrafte" Nazi böses getan?"

Sie können die Anführungsstriche ruhig weglassen. Er ist tatsächlich vorbestraft. Aber Urteile gegen die eigenen Mitstreiter, oder besser Kameraden, werden ja grundsätzlich nicht anerkannt.
Übrigens hat er die Taten der verbrecherischen SS gelobt und hat zum Hass gegen andere Menschen aufgerufen. Dafür ist er zu Recht verurteilt worden.

Zum Schluss:
Der Begriff lol ist eine sogenannte Anglizisme. Sind die im Naziland nicht verboten? Schließlich wollen Sie doch die deutsche Sprache retten...

Ende Kommentar
 
Roichi Montag, 26.Mai 2014, 23:03 Uhr:
@ nur mal angemerkt

Dass du nur nehmen willst, ist ja auch nicht neu.
Die egoistische Ader der Kamerraden ist bekannt. Du machst da keine Ausnahme.
Warum allerdings gerade du bejubelst, dass sich noch ein paar Kamerraden auf deine Kosten einen abpimmeln, bleibt wohl in den Sphären deiner "nationalen Realität" verborgen.

"Und diese Parteien werden immer stärker!"

So ein Pech aber auch, dass du mal wieder nicht in der Lage bist die Realität wahrzunehmen.
Weder sind sich diese Parteien irgendwie einig, noch ähnlich.
In den Zielen nicht und genausowenig in den Mitteln. Bist du da etwa auf die nationale Propaganda reingefallen?
Zumal es gerade in Griechenland einen massiven Linksruck gab.
Und auch hierzulande sind knappe 9% nicht wirklich ein Zeichen der Stärke. Und das sind schon alle zusammengenommen.

"Pech für Gutmenschen wie Dich!"

Und da schlägt auch schon wieder die "nationale Realität" durch.
Naja, für sinnvolle Analysen warst du ja noch nie zu haben. Dir reicht die Stammtischempirie deiner Kamerraden. Und die gibt dir nun solche Sätze vor.

"Ansonsten war es wohl eher eine Niederlage der linksgrünen Gutmenschen, aber das haben Sie wie immer geflissentlich übersehen!"

Wenn man sich die Ergebnisse hierzulande ansieht, haben die sogar dazugewonnen.
Tut schon weh, wenn die Realität mal wieder zuschlägt.

Ende Teil 1
 
Roichi Montag, 26.Mai 2014, 23:05 Uhr:
Teil 2

"Und was hat der "vorbestrafte" Nazi böses getan?"

Straftaten begangen. Sonst wäre er nicht vorbestraft.
Aber für euch Kamerraden gibt es ja immer gute und weniger gute Straftäter.
Und überhaupt können Kamerraden ja nicht Kriminell sein. Das ist das Privileg der Ausländer und Linksgrüngutmenschen. Ihr seid schließlich genetisch nicht dazu in der Lage.

Ende Kommentar
 
qual Dienstag, 27.Mai 2014, 09:01 Uhr:
lieber nur mal angemerkt
"Wer lesen kann ist klar im Vorteil" Ja da haben Sie recht. Leider haben Sie schon oft bewiesen das Sie dazu nicht in der Lage sind.
"Und was hat der "vorbestrafte" Nazi böses getan? Hatte er Kinderpornos auf dem PC, Steuern hinterzogen, mit Flugmeilen betrogen? Nö." Sonst gibt es nichts Böses?
 
JayBee Dienstag, 27.Mai 2014, 09:02 Uhr:
@ nur mal angemerkt

"Die einen bezahlen nur und die anderen nehmen nur" nicht mehr mit tragen wollen. Und diese Parteien werden immer stärker! Egal ob in Frankreich, Großbritanien, Finnland, Österreich oder hier in Deutschland."

In den Niederlanden kann man aber sehr gut sehen, was passiert, wenn solche Parteien in Parlamente gewählt werden. Sie haben nicht außer ihren Parolen und werden deshalb auch schnell wieder abgestraft.
 
kritiker Dienstag, 27.Mai 2014, 21:12 Uhr:
@ dennis 26.5.
"Schließlich sind das dort ja eh alles Juden....."
Oh, oh, hat Dennis etwa etwas gegen Juden ? Das riecht ja so ein bischen nach
Volksverhetzung. In Zukunft bitte besser aufpassen, werter Herr Dennis, was
man so schreibt.
 
Dennis Mittwoch, 28.Mai 2014, 11:27 Uhr:
@ kritiker:

Mehr haben Sie nicht zu bieten? Ist ja armselig...
Wenn das der nationale Widerstand ist, dann wird das nichts mit dem neuen deutschen Reich!!!
 
John Mittwoch, 28.Mai 2014, 12:20 Uhr:
@ kritiker 27.5.

Oh, oh, hat unser kritiker etwas gegen Sarkasmus und Ironie? Das riecht ja so ein bischen nach himmelschreiender Dummheit. In Zukunft besser aufpassen, werter Herr Kritiker, wenn einem die eigene Dämlichkeit ironisch vorgeführt wird. Wegtreten.
 
kritiker Mittwoch, 28.Mai 2014, 23:58 Uhr:
@Dennis und @John
Sarkasmus und Ironie ja, aber bitte nicht, wenn es um Juden geht !!
Wenn ein "Rechter" den Satz "Schließlich sind das dort ja eh alles Juden" ge-
äußert hätte, wären Sie vor Aufregung im Dreieck gesprungen und hätten
seitenlang den Antisemitismus der Rechten angeprangert.
"Wenn einem die eigene Dämlichkeit..." und "...himmelsschreiende Dummheit.."
Ohne persönliche Beleidigungen geht es bei Ihnen, werter John, wohl nicht.
Das zeigt mir Ihren Charakter und Ihre Disskussionskultur.
Schade, daß die ER-Redaktion so etwas immer wieder zuläßt.
 
Roichi Freitag, 30.Mai 2014, 14:04 Uhr:
@ Kritiker

Volltreffer, muss man schon sagen.
 
Kabal Samstag, 31.Mai 2014, 13:48 Uhr:
Hast du einen Opa, schick ihn nach Europa! In dieser Hinsicht ist die NPD dann ja doch eine "ganz normale" Partei ...
 

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