von Oliver Cruzcampo
   

Eine Neonazi-Pilgerstätte weniger: Grab von Hitlers Eltern aufgelöst

Das Grab der Eltern von Adolf Hitler ist aufgelöst worden, nachdem es in der Vergangenheit von Neonazis immer wieder als Pilgerstätte missbraucht worden war. Ganze Busse mit Hitler-Verehrern sollen angereist sein.

Bereits seit Jahren wird in der nordösterreichischen Gemeinde Leonding über einen geeigneten Umgang mit der Grabstätte von Alois und Klara Hitler diskutiert. Adolf Hitlers Eltern liegen auf dem dortigen Friedhof seit ihren Tod 1903 bzw. 1907 begraben. Seitdem wurde dort niemand mehr bestattet.

Immer wieder wurde das Grab jedoch als Pilgerstätte von Rechtsextremen genutzt. „Man weiß, dass das Grab schon länger von Neonazis als Pilgerstätte missbraucht worden ist“, sagte Robert Eiter, Sprecher eines österreichischen Netzwerkes gegen Rechtsextremismus. Einwohner von Leonding hätten berichtet, dass gelegentlich Busse mit Hitler-Verehrern oder Neonazi-Sympathisanten vorbeigekommen seien. Auch neugierige Touristen hätten das Grab besucht.

Letzten November tauchte an der Grabstätte eine Vase mit der Aufschrift „Unvergessen“ mit dem Doppel-S in herausgehobenen Runen vor dem großen und gut gepflegten Grabstein mit goldener Inschrift auf. Seitdem hatte die nutzungsberechtigte Person die Erlaubnis gegeben, dass Grabschmuck von der Gärtnerei entfernt werden dürfe.

Jetzt hat die Person, bei der es sich um eine „ferne ältere Verwandte“ handeln soll, jedoch ihr Einverständnis gegeben, das Grab aufzulösen. Dies sei Medienberichten zufolge bereits geschehen. Die Grabstätte soll nun neu vergeben werden, laut Aussage des Pfarrers sei allerdings nichts exhumiert worden.

Pfarrer Pittertschatscher zitierte aus einer Erklärung der entfernten Verwandten Hitlers, die anonym bleiben will: „Die Pflege des Grabs wird immer schwieriger. Dazu gibt mir zu denken, dass das Grab meiner Vorfahren immer wieder für Sympathiekundgebungen missbraucht wird. Das alles bedenkend habe ich mich zum Verzicht auf die Nutzungsrechte entschlossen.“

Im Juli 2011 war bereits die für Neonazis aus ganz Europa wohl attraktivste Pilgerstätte weggebrochen. Im bayerischen Wunsiedel wurden die Gebeine des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß exhumiert, die Asche wurde auf dem offenen Meer verstreut. In den Jahren zuvor war es in der oberfränkischen Gemeinde immer wieder zu Rudolf-Heß-Gedenkmärschen gekommen, an denen Tausende Neonazis teilnahmen.

Foto: Screenshot YouTube

Kommentare(9)

Alfons Freitag, 30.März 2012, 12:26 Uhr:
Eltern haften für ihre Kinder?
 
WW Freitag, 30.März 2012, 20:39 Uhr:
Tja, wenn den religiösen Fanatikern die Reliquien verlustig gehen... :-)
 
Moritz Samstag, 31.März 2012, 01:31 Uhr:
@Alfons
Der richtige Begriff heisst "Sippenhaft", wobei hier ein relativ harmloser Fall vorliegt, denn die Leute sind ja bereits tot. Anders als diese Nazi-Sippe, bei der das gesunde BRD-Empfinden die Kinder für ihre Eltern bestraft:
http://www.endstation-rechts.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=5616:neonazi-gro%C3%9Ffamilie-bundespr%C3%A4sident-soll-ehrenurkunde-zur%C3%BCckziehen&Itemid=840
 
Chewie Samstag, 31.März 2012, 09:20 Uhr:
Jetzt kommt wieder dieses dämliche "Sippenhaft"-Gebrabbel.
Wenn Neonazis dieses Grab als Pilgerstätte missbraucht hatten, waren es schliesslich sie, die die Eltern Hitlers in den Kontext eingebunden haben.
Im übrigen wird fast jedes Grab irgendwann einmal aufgelöst.
 
Roichi Samstag, 31.März 2012, 16:39 Uhr:
@Moritz

DEin Beitrag fängt eigentlich gut an, lässt dann allerdings den Zusammenhang zum ersten Satz vermissen.

Die Eltern und mit ihnen die gesamte Familie wurde offensichtlich von Neonazis in Sippenhaft genommen. Dagegen würde ich mich aber auch verwahren.
Die Auflösung des Grabes ist nur ein Schritt dahin.

Was nun der Rest deines Kommentars soll, so ist das einfach unklar.
 
Alfons Sonntag, 01.April 2012, 09:54 Uhr:
@Roichi
"Die Eltern und mit ihnen die gesamte Familie wurde offensichtlich von Neonazis in Sippenhaft genommen."

Nach Ihrer Logik nähmen die Katholiken Maria in Sippenhaft...
 
Roichi Freitag, 06.April 2012, 11:30 Uhr:
@ Dörflinger

Hä?
Was haben sie dir denn in den Tee getan?

@ Alfons

Ablenken?
Fehlgeschlagen.
 
Dörflinger André Donnerstag, 18.Oktober 2012, 20:23 Uhr:
An Roichi und (teilweise ?) Alfons : Wenn du oder Ihr nicht fundierte Meinungen öffentlich darlegen könnt, habt ihr in so einem Forum nichts zu suchen!
Und das ist noch - entgegen meinem Naturell - sehr gelinde gesagt !
A.Dörflinger 18X12
(Politbetrachter seit 1955)
 
Roichi Freitag, 19.Oktober 2012, 11:19 Uhr:
@ Dörflinger

Also erstmal ist es ja schon erstaunlich, dass du für so eine Antwort ein halbes Jahr brauchst.
Dann ist es noch wesentlich erstaunlicher, dass du dich als Politbetrchter bezeichnest, aber nicht über ein gut-böse-Schema hinauskommst.
Und schlussendlich zeugt deine Forderung nach starker Hand nicht davon, dass du deinen eigenen Text ernst nimmst. Auch wenn das dann schon ein Punkt für dich wäre.
Fundiert ist dieser jedenfalls nicht, bestenfalls kryptisch.
 

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