von Redaktion
   

Ehrensache: V-Leute wollen auch ohne Bezahlung in der NPD bleiben

Die von den Innenministern von Bund und Ländern geplante „Abschaltung“ der vom Verfassungsschutz bezahlten V-Leute in der NPD könnte sich schwieriger gestalten als erwartet. Führende Neonazis, die bisher für ihre Tätigkeit in den Vorständen und Gremien der Radikalenpartei regelmäßige Zuwendungen bekamen, sehen in dem Ministerbeschluss keinen Grund zum Ausstieg. Für sie ist es Ehrensache weiterzumachen.

In Hintergrundgesprächen räumten etliche V-Leute ein, dass es außer den Zuwendungen vom Verfassungsschutz für sie noch andere Gründe gäbe, weiterzumachen. „Die Bewegung“ sei ihnen in den letzten 15 Jahren „doch irgendwie ans Herz gewachsen“.

„Ich bin jetzt seit über zehn Jahren Nazi“, erklärt etwa ein Mitglied der NPD-Führungsspitze. „Früher habe ich Ausländer verprügelt und jüdische Friedhöfe geschändet. Heute hetze ich im Internet. Da höre ich doch nicht einfach auf, nur weil ich kein Geld mehr dafür bekomme. Das wäre irgendwie unredlich.“ Auch könne er sich nicht vorstellen, künftig stattdessen zur Überwachung der Linkspartei eingesetzt zu werden und dafür regelmäßig an deren „stinklangweiligen Versammlungen teilnehmen zu müssen“.

Eine Lösung für dieses Dilemma schlug der Leipziger Politikwissenschaftler Dr. Helmut Watzlaff vor. Die Abschaltung müsse gerade im Hinblick auf die oft eher perspektivlose Situation der V-Leute sozialverträglich gestaltet werden. Er ist sich sicher, dass nur die Zahlung einer üppigen Nichtbespitzelungsprämie den harten Kern vom Weitermachen abhalten würde. Watzlaff: „Diese Leistung fürs Nichtstun sollte wegen der rechtschaffenen Gesinnung der Beteiligten einen respektabel klingenden Namen erhalten. Passend wäre etwa der Begriff `Ehrensold´.“

Quelle: Der Postillon, Lizenz: CC

Kommentare(6)

Martin Schröder Dienstag, 27.März 2012, 17:53 Uhr:
Vielleicht sollte man anmerken, dass Der Postillon eine Satierezeitung ist...
 
Erwin Dienstag, 27.März 2012, 20:31 Uhr:
Schade, ich hätte es besser gefunden wenn bei der Abschaltung nicht nur der Geldhahn zugedreht wird, sondern auch das man die V-Person namentlich benennt. Nur so könnten die Vorstände sich von innen heraus säubern.
 
bc Mittwoch, 28.März 2012, 07:45 Uhr:
wenn denn der vorschlag des ehrensolds satirischer natur ist, bleibt offen, ob die wortbeitraege authentisch sind.
 
Paul.Pa. Mittwoch, 28.März 2012, 09:30 Uhr:
Ironie kommt manchmal nicht an, schade.
 
ww Mittwoch, 28.März 2012, 19:23 Uhr:
Martin, ist die NPD nicht auch eine Satire-Partei?
 
Werner Mittwoch, 06.Juni 2012, 19:13 Uhr:
Die finanzieren sich doch selbst und haben einen autarken Fond...Achtung keine Satire !!! Daniele Ganser sei Dank !
 

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