von Oliver Cruzcampo
   

Ehemaliger NPD-Funktionär aus Anti-Atom-Bündnis geschmissen

Über einen längeren Zeitraum gehörte der frühere NPD-Funktionär Rüdiger Klasen einem Schweriner Anti-Atom-Bündnis an. Erst jetzt bekamen die Aktivisten davon Notiz und schlossen den Mann aus dem Bündnis aus und entschuldigen sich dafür, „zu blauäugig“ gewesen zu sein.  

In einer Mitteilung hat das Bündnis „atomfrei-Schwerin“ den Ausschluss von Rüdiger Klasen publik gemacht. Der ehemalige NPD-Vorsitzende im Kreis Hagenow hätte demnach vor zwei Wochen im Rahmen einer Anti-Atom-Woche einen Vortrag zum Thema „Energiegewinnung und Entsorgung“ gehalten. Die Mitglieder des Bündnisses erlangten Kenntnis von der Vergangenheit Klasens und schlossen den Mann daraufhin aus ihrem Anti-Atom-Bündnis aus.

„Es besteht die Vermutung, das er seine Kontakte in die rechtsextreme Scene weiterhin pflegt“, heißt es in der Begründung des Bündnisses. „Personen die durch menschenverachtendes, rassistisches und/oder sexistisches Verhaltens bekannt sind oder auffälltig werden, schließen wir von unseren Treffen und Aktionen entschlossen aus“, heißt es weiter in der Mitteilung und entschuldigen sich zugleich: „Wir bedauern, dass wir zu blauäugig waren, und uns dieser Zusammenhang erst so spät aufgefallen ist.“

Der damalige Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Hagenow war im Juli 1992 maßgeblich an einem versuchten Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim bei Boizenburg beteiligt und wurde laut „blick nach rechts“ dafür zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Zwar ist Klasen in den vergangenen Jahren nicht mehr für die NPD öffentlich in Erscheinung getreten. Einem Bericht der Linken zufolge war Klasen im vergangenen Jahr jedoch Gast bei einer NPD-Veranstaltung in Leipzig, an der auch der Parteivorsitzende Udo Voigt teilnahm.

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