von Mathias Brodkorb
   

Dürftiges: GfP-Preisträgerin Dr. Angelika Willig im Gespräch mit NPD-Parteizeitung

Erst vor kurzem hatte das von Angelika Willig geführte JN-Zeitschriftenprojekt „hier&jetzt“ „den jährlichen Förderpreis für aktive publizistische Arbeit“ der „Gesellschaft für freie Publizistik“ (GfP) erhalten, der der Pressesprecher der NPD-Landtagsfraktion MV, Andreas Molau, vorsteht. In einem DS-Interview (08/2008) äußerte sich Willig nun über Profil und Zukunft des „radikal rechten“ Theoriemagazins.


Allerdings bleibt enttäuscht zurück, wer sich substanzielle Aussagen zur Situation von „hier&jetzt“ erhofft. Denn auf die Frage, was sie als „Alleinstellungsmerkmal“ der Zeitung ansehen würde, verweist Willig einzig auf deren „elegante Gestaltung“. Zwar bekennt sie sich organisatorisch mehr oder weniger zur NPD, wenn sie feststellt, dass der Einzelkampf eine „gefährliche Illusion“ sei, doch pathetische Politik hört sich anders an.

Allgemein stellt sie vielmehr eine immer mehr um sich greifende „Theoriefeindschaft“ fest. „Niemals hatten Theorie und Philosophie so wenig Ansehen wie jetzt.“, so Willig. Diese Zeitgeistkritik bezieht sie dabei offenbar auch auf die NPD selbst, wenn sie ebenfalls feststellt, dass das Zeitschriftenprojekt innerhalb der NPD „nicht gerade hofiert“ werde. Und tatsächlich hebt sich das Theoriemagazin aus Sachsen von anderen NPD-Publikationen durch einen deutlich intellektuelleren und kritischeren Anspruch ab. So sorgten seinerzeit z.B. gar anti-antisemitische Diskussionen szene-intern für Aufsehen.

Als „radikal rechts“ bezeichne sich die Zeitschrift deshalb, weil es ihr mit ihrem Nationalismus nicht nur um den Staat, sondern letztlich um „Volk und Kultur“ gehe. Fast schon etwas resignativ schließt Willig allerdings das Interview, wenn sie feststellt: „Es kommt (...) gar nicht darauf an, wie lange sich das deutsche Volk in der Geschichte hält, sondern welchen Eindruck es zurückläßt.“

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