von Redaktion
   

„Drinnen wie draußen eine Front“: Ex-NPD-Landesvorstand Sven Krüger meldet sich nach Gefängnisaufenthalt zurück

Nach einem mehrjährigen Gefängnisaufenthalt betritt mit Sven Krüger ein ehemaliges NPD-Landesvorstandsmitglied wieder die politische Bühne. Das Landgericht Schwerin hatte 2011 den damals 37-Jährigen wegen gewerbsmäßiger Hehlerei und illegalen Waffenbesitzes zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt. In einem kämpferisch formulierten Brief kündigt der einschlägig vorbestrafte Neonazi an, „sofort an die Arbeit“ gehen zu wollen.

Unbelehrbar: Sven Krüger (rechts, Foto: ENDSTATION RECHTS.)

Vier Jahre und drei Monate Gefängnis lautete das Urteil gegen Sven Krüger. Das Landgericht Schwerin sah es als erwiesen an, dass sich das NPD-Landesvorstandsmitglied der gewerbsmäßigen Hehlerei und des illegalen Waffenbesitzes schuldig gemacht hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Abrissunternehmer aus Jamel 19 Gesetzesverstöße zur Last gelegt: Zwischen September 2008 und Januar 2011 soll er hochwertige Werkzeuge und Baumaschinen, die aus Straftaten stammten, in seinem Unternehmen genutzt oder weiterverkauft haben. Außerdem hatten Spezialeinheiten der Polizei bei einer Razzia auf seinem Anwesen eine Maschinenpistole mit 200 Schuss Munition sichergestellt. Zu Prozessbeginn hatte der damals 37-Jährige ein umfassendes Geständnis abgelegt. Eine Revision gegen seine Verurteilung nahm er kurz darauf überraschend zurück, so dass sich Anfang November 2011 Schloss und Riegel der JVA Bützow hinter dem bulligen Neonazi schlossen.

Von der Szene für die Szene

Hinter Gittern schwor der nach Einschätzung der Behörden als „Führungsperson der Hammerskins in Mecklenburg-Vorpommern“ agierende Krüger keinesfalls seiner bisherigen Weltanschauung ab. Im Gegenteil: Er gründete aus seiner Zelle heraus den „Veritas Verlag“, der zwei Hefte veröffentlichte, die sich mit den Biografien von SA-Mitgliedern beschäftigen. Verfasst wurden die Publikationen von NPD-Mitgliedern, für eine zeichnete der Fraktionsmitarbeiter Michael Grewe verantwortlich. 2007 wurde der frühere „Bonehead“ steckbrieflich gesucht, er hatte gemeinsam mit Gesinnungsgenossen auf Gegendemonstranten eingeprügelt. Das Rostocker Landgericht sprach Grewe wegen schweren Landfriedensbruchs und Körperverletzung schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten – ausgesetzt zur Bewährung.

Die Szene unterstütze den mehr als ein Dutzend Mal strafrechtlich aktenkundig gewordenen Krüger nach Kräften. Neben Konzerten wurde eine „Soli-CD“ unter dem Titel „Jamel scheißt auf den Förster“ – eine Anspielung auf ein jährlich in der kleinen Gemeinde stattfindendes Anti-Rechts-Festival namens „Jamel rockt den Förster“ – auf den Markt gebracht, die Erlöse sollten an den inhaftierten „Kameraden“ fließen. Beteiligt an dem Projekt war auch der frühere Bandleader der als „kriminellen Vereinigung“ eingestuften Band „Landser“, Michael Regener, mit seiner neuen Kapelle „Die Lunikoff Verschwörung“.

„Drinnen wie draußen sind wir eine Front“

Artig ließ Krüger seinen Unterstützen seinen Dank zukommen: „Ich möchte mich bei meinen Freunden, Kameraden und Brüdern bedanken, die mich nicht hängen lassen haben. Sie haben mich und meine Familie unterstützt, womit sie es mir leichter gemacht haben, so daß ich nicht verzweifeln mußte“ [sic!], schreibt der Neonazi in einem Brief, der gestern auf der von NPD-Landesvize David Petereit verantworteten Internetseite „MUPinfo“ veröffentlicht wurde. Das Schreiben hatte einen ganz konkreten Anlass: Nach Angaben von „MUPinfo“ hätten sich für Krüger „die Tore der JVA Bützow geöffnet“. Eine offizielle Bestätigung hierfür steht derzeit noch aus. 

Im gleichen Atemzug kündigt der frühere NPD-Kreistagsabgeordnete an, der „Bewegung“ treu geblieben zu sein und treu zu bleiben. „Drinnen wie draußen sind wir eine Front, Ihr habt es bewiesen! Wenn man mal in den Dreck fällt, wie ich, dann ist das Wichtigste, nicht darin liegen zu bleiben, sondern sich wieder zu erheben und weiter zu kämpfen.“ Und weiter: „So komme ich ausgeruht, motiviert und von einigen Flausen befreit heute wieder unter Euch, zu den Männern und Frauen des Nationalen Widerstands. Und ich sage Euch, ich werde sogleich wieder anfangen, das zu tun, was ich am besten kann; ich werde sofort an meine Arbeit gehen.“

Mit kämpferischen Worten rechnet der 1974 in Wismar geborene Kader mit dem „System“ ab: „Denn es sieht nach all der Zeit keineswegs besser aus in unserer Heimat. Lüge, Hetze und Volksverrat stehen nach wie vor auf der Tagesordnung unserer scheinbar übermächtigen Gegner. Sie haben sich verbündet und eingenistet und man glaubt, sie seien nicht angreifbar. Doch das stimmt nicht, sie sind nur Verwalter eines verwesenden Apparates.“ Gleichzeitig schwört er die „Kameraden“ ein, bei der Stange zu bleiben: „Wir werden siegen, irgendwann einmal… Und ich lebe nur für diesen einen Tag!“ lautet seine Parole. Schnelle Erfolge seien vielleicht im Moment noch illusorisch, so der Ex-NPD-Landesvorstand weiter, „aber dennoch wird sich unsere Idee des nationalen Volksstaates langfristig durchsetzen“. Man sehe sich schon bald auf der nächsten Demonstration, der nächsten Veranstaltung oder einfach am Lagerfeuer.

Zuletzt kann sich der Neonazi einen Seitenhieb auf engagierte Demokratinnen und Demokraten nicht verkneifen. Frei nach „Goethes Götz“ könnten sie „seinen »Ar*** lecken«!“. Krüger kann sich nicht verbiegen; er bleibt, was er ist: Der Mann fürs Grobe.

Kommentare(23)

Letsluk Dienstag, 11.Februar 2014, 11:00 Uhr:
Ich bin mir da nicht ganz sicher, aber stammt der Satz
"Wir werden siegen, irgendwann einmal... und wir leben nur für diesen einen Tag" nicht von den Toten Hosen? (Siehe "Venceremos, wir werden Siegen").
Sicher bin ich mir nicht, ich habe diesen Satz aber sonst noch nie gehört.
 
Ein Nienhagener Dienstag, 11.Februar 2014, 11:14 Uhr:
"Und ich sage Euch, ich werde sogleich wieder anfangen, das zu tun, was ich am besten kann; ich werde sofort an meine Arbeit gehen.“

Bei der Länge und Varianz des Vorstrafenregisters, welches recht wenig mit der politischen Arbeit im Zusammenhang steht, kann sich auch jeder denken, was "die Arbeit" wohl sein wird...

Leute im Norden - passt bloß auf euer Eigentum auf ;-)
 
Krass Dienstag, 11.Februar 2014, 11:32 Uhr:
@Letsluk
Nein, stammt er nicht.
Dieser Satz ist, egal in welchem Zusammenhang, nur Eventualmotivation.
Die Zukunft ist immer ungewiss.
 
Ein Nienhagener Dienstag, 11.Februar 2014, 13:30 Uhr:
@Krass
"Nein, stammt er nicht....Eventualmotivation."

Mag sein. (Der Begriff "Eventualmotivation" ist schon geil. Selbst drauf gekommen?)

Trotzdem ist es lustig, dass er wortgetreu die Formulierung aus einem Lied der Toten Hosen zitiert.

Aber sind sie halt - unsere Neonazis.

Da ist nichts, was aus eigener Fähigkeit geschaffen werden kann. Alles muss abgekupfert werden.

"Die Zukunft ist immer ungewiss."
Ha, ha, ha.
Aber nicht für einen Neonazi.
Da steht als Zukunft immer der Endsieg.
 
Bürger Dienstag, 11.Februar 2014, 16:44 Uhr:
@ Nina Hagen

"Trotzdem ist es lustig, dass er wortgetreu die Formulierung aus einem Lied der Toten Hosen zitiert. "

Nur blöd,dass es im Original nichtvon den Toten Hosen stammt.
 
münchhausen Dienstag, 11.Februar 2014, 20:33 Uhr:
Totally Off Topic + irrelevant^10:

@Bürger

"Nur blöd,dass es im Original nichtvon den Toten Hosen stammt. "

Der Musik und Text sind von Campino/Meurer, copyright 2002, und haben außer dem "Venceremos"-Ruf und einer allgemeinen Kampf-und-Sieges-Rhetorik nichts mit chilenischen Arbeiterleid gemeinsam.

Aber von der Autorenfrage mal ganz abgesehen: Warum ist es Ihnen denn jetzt so wichtig, ob der Text von den Hosen nur gesungen oder gar geschrieben wurde? Ist es peinlich, dass ein Kamerad die Hosen zitiert? Wird es besser, wenn er statt dessen einen chilenischen Sozialisten zitiert? Oder geht es nur um allgemeine Rechthaberitis? "Seht her, ich hatte im Gegensatz zu diesen linken Gutmenschen recht mit dem Liedtext. Und wer sich schon beim Liedtext irrt, der kann bei der Einwanderspolitik nur daneben liegen!" ?
 
Ein Nienhagener Mittwoch, 12.Februar 2014, 08:23 Uhr:
@Lüger

"Nur blöd,dass es im Original nichtvon den Toten Hosen stammt."

Ach ja?

Aber selbst wenn:
Ändert das etwas an der Abkupferei, also der Unfähigkeit eines Neonazis irgendwann auch mal eine eigene Idee zu haben?
 
Toni Mittwoch, 12.Februar 2014, 14:00 Uhr:
Na klar ist das eine Textzeile von Campino.
Aber was ist daran so schlimm??

Ihr letztes Fussballlied war schon sehr re­van­chis­tisch.
Oder allein das Lied "Ballast der Republik", welches nationale Gefühle anspricht.

Und wie war das mit Che? "Vaterland oder Tod" war seine Parole.

Nur weil die "modernen" Linken völlig konfuse Lebensphilosophien herbeiphantasiern, ist doch nicht alles schlecht was von links kommt.
 
runing Mittwoch, 12.Februar 2014, 17:24 Uhr:
Ob das Zufall ist?

>>>POL-HWI: Werkzeug von Baustelle entwendet

Nr. 2662658 - 12.02.2014 - PP HRO - Polizeipräsidium Rostock

Wismar (ots) - Bislang unbekannte Täter haben in der Nacht von
Dienstag zu Mittwoch von einer Baustelle in Selmsdorf Werkzeug im
erheblichen Wert entwendet. In der Zeit von Dienstag 18:00 Uhr bis
Mittwochmorgen 07:30 Uhr haben bislang unbekannte Täter Werkzeug von
einer Baustelle im Selmsdorfer Gewerbegebiet "Herrenwiekers Camp"
entwendet. Auf der Baustelle für eine Produktionshalle befand sich
auf dem Dach der Halle, in etwa 10 Meter Höhe, eine große
Werkzeugkiste. Die Kiste wurde gewaltsam geöffnet und das darin
befindliche Werkzeug wie Schweißautomat, Flex, Bohrmaschine,
Gasbrenner usw. entwendet. Der geschätzte Schaden liegt bei etwa
12.000 Euro.<<<
http://www.polizei.mvnet.de/cms2/Polizei_prod/Polizei/de/oeff/Pressemitteilungen/aus_dem_Praesidium_Rostock/index.jsp?&pid=67670
 
Roichi Mittwoch, 12.Februar 2014, 22:45 Uhr:
@ Toni

Ich bin wenig erstaunt, dass du offensichtlich nicht in der Lage bist Campinos Texte zu verstehen.
Schon allein der Titel "Ballast der Republik" sollte dir sagen, wohin die Sache geht.
 
Ein Nienhagener Donnerstag, 13.Februar 2014, 09:00 Uhr:
@Toni
"Aber was ist daran so schlimm??"
Nix. Zumindest nicht in dem Kontext, den Sie hier herbei fabulieren möchten.

"Nur weil die "modernen" Linken völlig konfuse Lebensphilosophien herbeiphantasiern, ist doch nicht alles schlecht was von links kommt."

Oh oh - nicht, dass das Ärger gibt auf dem nächsten Kameradschaftsabend.

Aber die Sache mit der Kontextsetzung üben wir noch einmal, gell? ;-)
 
Toni Donnerstag, 13.Februar 2014, 13:59 Uhr:
Och Leute,
ihr wisst doch genau wie ich das meinte.
Warum stürzt ihr euch wie die Geier auf meine defizite Ausdrucksweise?

Da hat der Krüger einen Brief geschrieben und ihr macht euch darüber lustig, dass er Campino zitiert. Vielleicht wäre ein wenig Anerkennung besser angebracht.
Krüger kann offentsichtlich über seinen Tellerrand schauen. Das ist doch in Ordnung oder etwa nicht?

@Nienhagener
Sie unterstellen hier pauschal meinen "Kameraden" geistige Einseitigkeit.
Denn auf dem nächsten "Kameradschaftsabend" bekomme ich angeblich ärger, da ich nicht alles ablehne was von "links" kommt.
Ich kann Ihnen sagen, dass Sie sich eher in geistigen Schranken bewegen als meine "Kameraden". Es gibt viel zu viel gute Musik von links, rechts oder sonstwo her, als dass man sich dahingehend einschränken lassen sollte, nur aus falschem Schamgefühl.
Dürfen Sie Wagner hören und es sagen? Oder gibts dann Ärger beim nächsten antifaschistischen Infoabend?
 
Ein Nienhagener Donnerstag, 13.Februar 2014, 17:20 Uhr:
Ei, ei, ei - der Toni aber auch.

Ganz in typischer Manier eines Neonazi- vollkommen scherz- und ironiebefreit. Auch so ein Attribut, dass äußert häufig in der Kameradenszene anzutreffen ist. Geht ihr zum Lachen eigentlich immer in den Keller?

Aber der Reihe nach:

"Och Leute,
ihr wisst doch genau wie ich das meinte."
Na aber sicher doch. Ist ja auch unmissverständlich.

" dass er Campino zitiert. "
Er zitiert nicht. Er kupfert ab. Er klaut also (gut, das kann er ja nachweislich am Besten).

"wenig Anerkennung"
Anerkennung? Wofür denn? Selbst zum stehlen und hehlen, also der Kernkompetenz "straffälliger Neonazi" hat er sich zu blöde angestellt und erwischen lassen. Für solche "Vollhorste" gibt es höchstens eine Dose Mitleid ob der massiven Unzulänglichkeiten.

"Krüger kann offentsichtlich über seinen Tellerrand schauen. "
Der Schenkelklopfer schlechthin. Danke. Mein Abend ist gerettet.

"Sie unterstellen hier pauschal meinen "Kameraden" geistige Einseitigkeit."
Oh nein.
Das haben Sie mich leider völlig falsch verstanden.
Das bedauere ich aus tiefstem Herzen und stelle klar:

Ich unterstelle ihnen nicht geistige Einseitigkeit, sondern geistige Einfältigkeit.
 
Zopfhoerer Donnerstag, 13.Februar 2014, 17:40 Uhr:
Toni,

"ihr wisst doch genau wie ich das meinte."

Anscheinend möchtest du einen verurteilten Straftäter verteidigen.

"Vielleicht wäre ein wenig Anerkennung besser angebracht."

Nur, wenn das Zitat entsprechend der Intention des Urhebers und abseits jeglicher politischer Hetze gebraucht wäre. So ist es Missbrauch.

"Krüger kann offentsichtlich über seinen Tellerrand schauen. Das ist doch in Ordnung oder etwa nicht?"

Was?!? Krüger hat längere Zeit oberhalb des Tellerrandes die schmucken Wände einer JVA erblicken dürfen. In seinem Brieflein zeigt er keine Spur von Reue, sondern droht stattdessen weiteren Extremismus und - wenn man dunkelschwarz sehen möchte - indirekt Straftaten an. Also nix in Ordnung!!

Und zum Disput mit dem Nienhagener ein kleines Experiment:
Begib dich doch mal, wenn du mal nichts besseres vorhast, in einen Kreis national'demokratischer' Gesinnungsvertreter und vertritt dort spaßenshalber nur ganz vage "unrechte" Thesen, wie zum Beispiel "Einzelne Ausländer sind vielleicht sogar hilfreich für Deutschland" oder "Die amtierende Regierung ist eventuell gar nicht so linksfreundlich, wie das die Rechtsvorderen gern darstellen". Ich bin sicher: Die geistige Weite, Diskussionsbereitschaft und Argumentationsfähigkeit der Kameraden wird dich hellauf begeistern.

Falsches Schamgefühl muss sich hier, denke ich, auch keiner vorwerfen. Glaub' mir: Musik möchtest du nicht als Argumentationsteil weiterführen.
 
Roichi Donnerstag, 13.Februar 2014, 21:55 Uhr:
@ Toni

Da Vieles schon gesagt wurde, nur die humoristischen Highlights.

"Krüger kann offentsichtlich über seinen Tellerrand schauen."

Etwa bis zum Brett. Das reicht für einen Kamerraden auch völlig aus.

"Es gibt viel zu viel gute Musik von links, rechts oder sonstwo her"

Stereo, oder doch gleich Sourround, das ist hier nicht die Frage.
Wir sind immernoch bei den Inhalten.

"Dürfen Sie Wagner hören und es sagen?"

Klar. Die Idee war sogar mal demnächst einen Wagner-Abend zu machen.


@ Nienhagener

"Geht ihr zum Lachen eigentlich immer in den Keller?"

In den Bonkerr. Wie es sich fürr einen aufrrechten Doitschen gehörrt.
 
Toni Donnerstag, 13.Februar 2014, 22:00 Uhr:
Ok ok, ich muß mehr mit "Emotions" arbeiten. ;-)
Der Nienhagener erkennt meinen subtilen Humor leider ansonsten nicht.

Sooo, das ist ja hier ein richtiges Sarkasmusgewitter, welches über mich hereinbricht.
Also ob der Krüger wirklich ein "Vollhorst" ist, kann man doch ohne Zwiegespräch mit ihm gar nicht beurteilen, oder doch? Sind eigentlich alle Nazis dumm? Und wenn ja, ist die Ursache denn ein Mangel an Bildung oder gar eine geistige Behinderung? Ist es dann nicht verwerflich, solchen Menschen mit Abneigung zu begegnen? Ihr mit eurer Bildung bzw. eurer enormen Intelligenz, macht euch auf und helft den Minderbemittelten lieber statt euch über sie lustig zu machen!

Ja, das war jetzt etwas zu dick aber eines Denkansatzes wert. :-)

Geistige Einfältigkeit tja ja hach, hmm ... In der Technik ist es zum Beispiel so, daß die einfachste Konstruktion zum Erfüllen der Aufgabe als die beste bezeichnet wird. Wenn man das jetzt auch auf andere Gebiete des menschlichen Schaffens überträgt .... Aber nur ein Gedankenspiel.

@Zopfhoerer
Es tut mir leid, aber deine "unrechten Thesen" sind nicht einmal Thesen sondern völlig normale Gegebenheiten. Weder sind einzelne Ausländer ein Problem für nationaleingestellte Menschen, noch ist die Regierung auf dem linksextremistischen Auge blind. Jeden werden sie bekämpfen, der an ihrer Macht rütteln möchte. Was hast du nur für ein verzerrtes Bild von den Nationalen? Vielleicht erwarte ich hier auch einfach zu viel?
 
Toni Donnerstag, 13.Februar 2014, 22:15 Uhr:
Ach und zur Musik noch:
Ne Zeit lang war bei uns dieser Quetschenpauer-Typ angesagt.
Oder Wolf Biermann mit seinem eingedeutschtem Che Guevara-Lied.
Manchmal hör ich auch laut im Auto Princess of the Universe von Queen. :-D
Was das wohl psychologisch bedeuten mag ...

Ein damaliger Klassenkamerad von der Fachoberschule (ja genau!) war ganz erstaunt als ich ihn mit laut schallendem "smells like teenspirit" vom Pausenhof abholte. Er war die "Zecke" und ich der "Nazi" :-) Ich hab ihn ganz schön verwirrt mit der Realität damals. Bekehrungsversuche gab's übrigens nicht, nur interessante Gespräche. Ohne Vorurteile gehts leider nur sehr selten, aus meiner Erfahrung heraus auch gerade bei "linken" ,leider. Aber er konnte sich damals meinem Scham ja nicht entziehen ;-)
 
Roichi Freitag, 14.Februar 2014, 01:26 Uhr:
@ Toni

"Also ob der Krüger wirklich ein "Vollhorst" ist, kann man doch ohne Zwiegespräch mit ihm gar nicht beurteilen, oder doch?"

Kann man.
Nach dem, was er sich hat zu schulden kommen lassen, mehrfach.

"Sind eigentlich alle Nazis dumm?"

Leider nein.
Aber die Quote der Intelligenten ist sehr klein und beschränkt sich im Wesentlichen auf einige Führungskader.
Der Rest plappert dann nur nach.

"Und wenn ja, ist die Ursache denn ein Mangel an Bildung oder gar eine geistige Behinderung?"

Eindeutig Ersteres.

"Ist es dann nicht verwerflich, solchen Menschen mit Abneigung zu begegnen?"

Nein. Es wird ja nicht der Mensch abgelehnt, weil er dumm ist, sondern weil er eine menschenverachtende Ideologie vertritt. Diese kann ein Mensch auch ablegen.

"helft den Minderbemittelten lieber statt euch über sie lustig zu machen!"

Wurde hier schon oft genug versucht. Leider ist das regelmäßig wenig erfolgreich.
Hilfe wird nicht angenommen.

"In der Technik ist es zum Beispiel so, "

Wie gut, dass Menschen keine technischen Dinge sind.

"Was hast du nur für ein verzerrtes Bild von den Nationalen?"

Keines.
Im Gegenteil. Die Nationalen geben gerne und bereitwillig ein vollständiges Bild ab. Meist sind sie sich dessen nur nicht bewusst.

"Ich hab ihn ganz schön verwirrt mit der Realität damals."

Was soll daran verwirrend sein?
Auch Linke hören Populäre Musik. Allerdings wirst du keinen Linken finden, der freiwillig Landser und co. hört.
Auf die Inhalte kommt es eben an.

Ende Teil 1
 
Roichi Freitag, 14.Februar 2014, 01:26 Uhr:
Teil 2

"Aber er konnte sich damals meinem Scham ja nicht entziehen"

Na der Arme.
Ist dir eigentlich klar, dass deine Kamerraden ein Problem mit Homosexualität haben?
Das liegt in der Ideologie begründet und äußert sich gelegentlich rehct gewalttätig.
Du solltest aufpassen.
 
Toni Freitag, 14.Februar 2014, 09:40 Uhr:
@Roichi

:-D Ha ha, an eine homoerotische Auslegung meiner geschriebenen Worte hab ich jetzt gar nicht gedacht. Aber du hast recht. Erst Freddy Mercury, dann auch noch mit Scham auf andere Leute wirken, das könnte schon mißverständlich gedeutet werden. :-)

Also geht die menschenverachtende Ideologie jetzt mit dem Mangel an Bildung einher, oder nicht? Wenn ja, dann kann er sie eben nicht so ohne weiteres ablegen. Und es müsste ihm dann tatsächlich geholfen werden.

Im Fall Krüger bezweifel ich die Thesen vom Bildungsmangel und der menschenverachtenden Ideologie allerdings. Mir reicht eine Beurteilung, ohne direktes Gespräch und nur gestützt auf Presseartikel gepaart mit der allgemeinen Abneigung gegenüber "Rechten", einfach nicht aus.

Es schleicht sich langsam das Gefühl ein, dass hier bei ER Menschen mit nationaler Gesinnung verachtet werden. Woran mag das liegen? An einem über Jahre hinweg aufgebauten Hass? Ihr macht euch was vor. Alles wird versucht ins negative zu deuten. Überall werden Hinterlistigkeiten vermutet. Ein "Rechter" der es ehrlich und gut meint, den kann es nicht geben. Alle sind sie gewalttätig und wenn nicht, dann tun sie auf jeden Fall nur so als wären sie nett, um Vereine zu unterwandern usw. und so fort.

Ihr habt euch da einen Schutzmechanismus aufgebaut, der eure Wahrnehmung verfälscht und niemals einen herzlichen Gedanken über einen "Rechten" zulässt.
Das ist sehr schade, denn so verhärten die Fronten. Und dann passieren schlimme Dinge. :(
 
Roichi Freitag, 14.Februar 2014, 11:54 Uhr:
@ Toni

Du hast nicht wirklich verstanden, worauf ich hinaus wollte.
Schade.

"Also geht die menschenverachtende Ideologie jetzt mit dem Mangel an Bildung einher, oder nicht?"

Nicht zwangsweise, aber meistens.

"Im Fall Krüger bezweifel ich die Thesen vom Bildungsmangel und der menschenverachtenden Ideologie allerdings."

Das wird aber schwer zu begründen.
Nach all dem, was er tat und so von sich gab und gibt.

Da du aber ohnehin auf etwas anderes hinauswillst, ist es verständlich, dass du dich mit dem Thema nicht weiter aufhältst.

"Ein "Rechter" der es ehrlich und gut meint, den kann es nicht geben."

Die Frage ist doch, aus welcher Motivation heraus.
Und da ist der Knackpunkt.
Jemand der Menschen nur aufgrund ihrer Herkunft oder Religion hasst, ihenen grundlegende Rechte nehmen und sie unterdrücken will, der meint es nicht einfach nur gut. Ehrlich schon gar nicht.
Weiterhin ist die Strategie eine gesellschaftliche Normalität für die Ideologie zu erreichen nicht erst seit gestern bekannt. Sie wird sogar ganz offen proklamiert.
 
Toni Samstag, 15.Februar 2014, 11:07 Uhr:
@Roichi

Entschuldige, daß ich deine Aussage nicht ganz verstanden habe. Ich lese hier oft nur zwischen Tür und Angel. Nach erneutem Durchlesen deiner Beiträge erschließt sich mir leider immer noch nicht so ganz, welche Quintessenz deinerseits ich denn jetzt verpasst habe. Verzeih.

Der Knackpunkt ist doch hier zu finden:

"Jemand der Menschen nur aufgrund ihrer Herkunft oder Religion hasst, ihnen grundlegende Rechte nehmen und sie unterdrücken will, der meint es nicht einfach nur gut. Ehrlich schon gar nicht."

Diesen sinnlosen Hass wirst du bei mir und auch bei meinen Freunden nicht finden. Das verspreche ich dir, auch wenn mein Wort für dich nicht viel bedeutet.
Ich möchte nicht bestreiten, dass es diese Hasser gibt. Aber eben nicht bei meinesgleichen.
Einen solchen Hass findest du im Stadion, zwischen Katholiken und Protestanten, Ossis und Wessis, Schwarzen und Weißen, Nord- und Südkoreanern, Erst- und Zweitklässlern, Hauptschülern und Gymnasiasten, Capulet und Montague, links und rechts, einfach überall.

Es ist aber kein typisches Phänomen bei den "Volkstreuen" unserer Tage.
Diese Unterstellung ist ja gerade der Schutzmechanismus deinerseits, der immer dann greift, wenn "Rechte" bei genauerem hinsehen nicht in die Musterschublade passen.

Was meinst du?
 
Jupp Montag, 17.Februar 2014, 16:11 Uhr:
@Toni
"In der Technik ist es zum Beispiel so, daß die einfachste Konstruktion zum Erfüllen der Aufgabe als die beste bezeichnet wird."
Eben genau. Leider wird bei den Extremisten (besonders den Rechten) die nicht unbedeutende Passage "zum Erfüllen der Aufgabe" gerne außen vorgelassen. Dadurch wird der Satz zwar einfacher zu lesen und in seiner neuen Bedeutung dann auch noch richtiger. Leider jedoch passen komplizierte Aufgaben und einfache Konstruktionen in den seltensten Fällen zusammen.
 

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